24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Heute ist der 24. Dezember und in Zürich schneit es seit dem Morgen wieder. Es hat also weiße Weihnachten. Wir verbringen unser Fest hier in Zürich, auch wenn uns viele Kollegen gefragt haben, ob wir für die Feiertage nach Deutschland fahren würden. Denn unser Nest ist nun eingerichtet und es ist eine gute Gelegenheit, es jetzt so richtig anzuwärmen.

Der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind gekauft und als letzte Tat für diesen Tag bringen wir unseren Nachbarn noch eine Grußkarte und süße Kleinigkeit vorbei. Dann heißt es, Ruhe und Frieden einkehren zu lassen und sich dem Zauber dieser Tage hinzugeben.

Wir wünschen den Lesern dieses Blogs und all unseren Verwandten, Freunden und Bekannten ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2011.

Anke & Peter

20. Dezember 2010

Vorsicht Falle 2!

Dass die Schneepracht - besonders so heftig wie sie derzeit in Deutschland ist - nicht nur ihre schönen Seiten hat, haben wir am letzten Wochenende festgestellt. Am Samstag machten wir uns auf den Weg zum Weihnachtsbummel in der Innenstadt und mussten dazu nur 5 Minuten zum Bahnhof Affoltern laufen. Wir fanden wir eine Passantin, die auf dem Gehweg ausgerutscht war und aus eigener Kraft nicht wieder aufstehen konnte. Da am dem Nachmittag nur wenige weitere Fussgänger unterwegs waren und sie auch nicht direkt vor einem Haus lag, war es ein Glück, sie zu finden Wir halfen der Dame, die nach eigener Aussage fast 90 Jahre alt sei, wieder auf die Beine und brachten sie über den Hügel in der Strasse ein gutes Stück auf den Weg nach Hause.

Es freute uns, dass wir an dem Tag zur rechten Zeit am rechten Ort sein konnten und der Dame eine gute Erfahrung vermitteln konnten. Nämlich dass nicht alle Ausländer frech, unfreundlich oder nicht hilfsbereit sind.

Wie einige Schweizer darüber denken, hatte ich am selben Morgen beim Einkauf in der örtlichen Migros feststellen können: dort fragte mich ein Herr mittleren Alters, ob ich nicht dafür unterschreiben wolle, dass keine Verbrecher eingebürgert würden. Leider konnte ich nur erwidern, dass ich selbst nicht eingebürgert sei und daher keinerlei Rechte hätte, in dieser Sache schriftlich meine Meinung zu äußern. So ein Pech aber auch... :-)

15. Dezember 2010

Vorsicht Falle!

Dass hier in der Schweiz manches anders ist, stellten wir mal wieder fest, als der Vermieter kam, um die "Türfallen" auszutauschen. Sollten damit Einbrecher oder Klinkenputzer gefangen werden oder was hat man sich darunter vorzustellen? Mitnichten, es handelt sich dabei um die in Deutschland tagtäglich benutzten "Türklinken". Als Falle hätte ich höchstens den Schnapper identifiziert, aber wieso der Griff so heisst, muss ich unwissend hinnehmen.

Eine echte Falle dagegen war das Express-Porto, dass ich heute bei der Schweizer Post habe berappen (haha!) müssen, damit Peters Brille schnellstmöglich zum Optiker nach Deutschland geschickt werden konnte. Leider ist bei seiner Brille, die höchstens 3/4 Jahr alt ist, die Beschichtung auf den Kunststoffgläsern dermassen zerkratzt, dass es sich wahrscheinlich um einen Materialfehler handelt. Auf Nachfrage beim Optiker in Deutschland sollten wir die Brille einschicken, bei der dann auf Kulanz/Garantie-Basis die Gläser ersetzt bzw. repariert würden. Nun zum Schreck in der Morgenstunde: 66.00 CHF kostet der Spass, damit das Päckli dann am nächsten Tag da wäre. Die nächst-günstigere Variante würde allerdings wegen der allfälligen Weihnachtspost auch erst dann ankommen, weshalb es keine Alternative gab. Zum Glück kann mein Liebster noch mit seiner Ersatzbrille durch die Gegend tapern, aber das hätte ihm auch etwas früher einfallen können. :-)

8. Dezember 2010

Nähere Umgebung

Am letzten Wochenende haben wir endlich das schöne Wetter genutzt, mal die nähere Umgebung unserer Wohnung zu erkunden und die nahegelegenen Katzenseen (Chatzensee, oberer und unterer) anzuschauen. Bei Sonnenschein und Schnee wirkte alles schön idyllisch und sauber. Die Seen können im Sommer auch zum Baden genutzt werden und darauf freuen wir uns schon jetzt. Hier unsere Bilder dazu.

2. Dezember 2010

Kurztripp in die Heimat

Morgen ist an der Technischen Fakultät die alljährliche Absolventenfeier. Aufgrund eines Husarenstreichs des derzeitigen Dekans, habe ich das ausserordentliche Vergnügen, den Gastvortrag zu halten und springe dafür heute nachmittag in den Flieger gen Heimat. Schön, nochmal in diesem Jahr das "alte Wirkungsfeld" zu sehen.

Fotos werden wie üblich einige Tage später über die TechFak-Homepage (Alumni/Absolventenfeiern) eingestellt, ich hoffe auf gute Schnappschüsse. :-)

26. November 2010

Unglaubliches

Man sagt den Schweizerischen Verkehrsbetrieben nach, sie seien sehr pünktlich. Darauf vertrauend wollte ich heute noch kurz vor Ende der Öffnungszeiten im Kreisbüro 11 vorstellig werden, um unseren neuen Wohnsitz anzumelden. Eine kurze Anfrage per Email hat die Information ergeben, dass ich für uns beide die Ummeldung machen kann und Peter gar nicht dabei sein muss. Im Gegensatz zur Erstanmeldung in der Schweiz (wo dann auch der Ausländerausweis beantragt wird) also recht unproblematisch.

Zurück zum Thema: ich wollte den Bus 62 bis zum Bahnhof Oerlikon nehmen, wo das Kreisbüro 11 ist. Die Abfahrt war für 15.44 angezeigt und wegen der geringen Entfernung konnte ich ein Ticket für Kurzstrecke lösen, das 30 Minuten Gültigkeit hat. Leider kam aber gar kein Bus, sondern ich (und die anderen wartenden Personen) musste auf den nächsten warten, der dann wieder pünktlich um 15.51 erschien. Wie in der Mercedes-Werbung kam ich mir vor ("Zu spät? Mit dem ZVV?!" *Ohrfeige abkrieg*)... Meine kühne Hoffnung, den Zeitgewinn durch die sehr rasche Ummeldung (in gut 5 Minuten war ich schon wieder draussen, großes Lob!) für die Rückfahrt innerhalb der Geltungszeit zu nutzen, schmolz dahin wie eine Schneeflocke auf meiner Nasenspitze. Monetär ausgedrückt hat mich die Verspätung bzw. der ausgefallene Bus 2.50 CHF gekostet!

Was IMO noch verbesserungswürdig ist: öffentliche Gebäude oder Diensstellen sind oftmals nicht sonderlich prominent ausgeschildert. Die Beschreibung, das Kreisbüro 11 sei "vis à vis Bahnhof Oerlikon" hätte man leichter mit "zwischen coop und Chinesischem Take-Away" angeben können.

25. November 2010

Working in Switzerland, Part 2

So, nun habe auch ich einen Job unter Dach und Fach und darf ab dem 1. Dezember an der ETH Hönggerberg meine Dienste anbieten. Von unserem Wohnzimmer aus kann ich die ETH-Gebäude sogar sehen und lt. maps.google sind es nur 1,8 km zu Fuss. Mit dem Bus bin ich aber in knapp 10 Minuten da, was angesichts der Bergwertung dann mein bevorzugter Mode of Transportation sein wird. Ich freue mich sehr auf meine neuen Kollegen und den Arbeitsbeginn!

Den Umzug (Montag und Dienstag) haben wir jetzt auch hinter uns und ich bin froh, dass ich sowas nicht ständig machen muss. a) hatte ich bislang keinerlei Umzugserfahrung (ausser bei Verwandten und Bekannten mal mitzuhelfen) und b) haben wir doch ziemlich viel Kram, den ich nicht so bald wieder bewegt sehen möchte. Unsere Katze hat den Umzug relativ gut verkraftet, aber sie ist nicht gewohnt, so lange im Auto gefahren zu werden und dann in einer ganz neuen Umgebung zu landen. Heute habe ich sie im niedlich roten Katzengeschirr das erste Mal kurz mit nach draussen in den Garten genommen - das wird schon.

15. November 2010

Blog-Layout

Ich erhielt heute von einer mir über alles geschätzten Person den Hinweis, sie könne die helle Schrift vor dem dunklen Hintergrund nicht so gut lesen. Da mir Freude und entspannte Augen meiner Leser und Leserinnen viel lieber sind als ke3l zu sein, habe ich das Layout ein bisschen angepasst. Und damit man noch was lernen kann, ein Link zu Bokardo.

1000 Bussis in die Heimat!

14. November 2010

FIGUGEGL

Gestern wurden wir zu unserem ersten Schweizer Käsefondue eingeladen, hurra! Ein sehr lieber ehemaliger Arbeitskollege von Peter hat uns zu sich nach Wädenswil (liegt etwas südlich von Zürich direkt am See) gebeten. Ganz, ganz lieben Dank, Uwe.
(FIGUGEGL = Fondü Isch Guet Und Giit Ä Gueti Luunä).

Wir sind die etwa 25 km mit dem Auto gefahren, was für einen von uns maximal ein bis zwei Glas Wein bedeutete, denn in der Schweiz gilt die 0,5 Promillegrenze, und wird möchten uns ja nicht gleich eine Busse einfangen.

Um 18 Uhr sollten wir schon da sein und haben neben Gastgeber Uwe noch 3 weitere Gäste kennengelernt, Eduard und Heinz und Sylvia.

Ich durfte nach Ankunft gleich bei Uwe in der Küche helfen und fleissig Käse rühren (immer schön in 8en und mit einem Kochlöffel - Schneebesen sind tabu, sie machen die Käsemasse grisselig). Die Käsemischung aus Greyezer, Emmentaler und Appenzeller wurde mit Muskat und Pfeffer sowie 4 dl (hier in der Schweiz wird in 100 ml = 1 dl gerechnet) Wasser, Wein und Maisstärke verrührt und einmal zum Aufkochen gebracht. Hernach kamen die Caquelons auf einen Rechaud zum heiss/kochend halten. Ein Schuss Kirschwasser gehört auch noch hinein, aber erst bei Tisch, damit alle sich von der Richtigkeit überzeugen konnten.

Mein Brot ist leider kein einziges mal in den Käse gefallen, also habe ich weder Stock- noch Peitschenhiebe bekommen und auch mit einem Gewicht an den Füssen wurde ich nicht in den See geworfen. So ein Glück aber auch. :-)
Oder: so ein Unglück aber auch, weil Heinz uns darüber aufklärte, dass ein verlorenes Stück Brot bedeutet, dass man seinen Tischnachbarn küssen müsste. Je nach Geschlecht des Verlierers würde dann kurzfristig über die Küssrichtung, ob linker oder rechter Nachbar entschieden. Ich hätte in jedem Fall also Vergnügen gehabt, denn rechts sass Peter und links der Heinz.

Heinz und Sylvia sind Schweizer Landsleute, wobei Heinz der einzige 100%ig Schweizer ist, da Sylvia wegen ihres Geburtsorts in Nordirland zusätzlich einen britischen Pass besitzt. Die beiden sind ganz herzige und offene Menschen, die uns sofort sympatisch waren.

Es war ein absolutes Vergnügen, diesen originellen und irren Abend in dieser Gesellschaft zu verbringen. Die Stimmung war ausgezeichnet und der Höhepunkt war, als Uwe über den 40. Geburtstag von Sylvia berichtete und bewies, dass er Teil der musikalischen Überraschung zu ihrer Feier war: er spielte (als Autodidakt!) eine riesige Tuba mit Namen "Elise". Die damals aufgenommene CD mit verschiedensten Liedern (Glenn Miller, Ghostbusters, Blues Brothers...) begleitete er auf dem Sofa sitzend mit prall geblähten Wangen! :-)

Zum Abschied hat uns Heinz noch nach unten begleitet. Er ist der Vermieter von Uwe und besitzt ein riesiges Fachwerkhaus mit 3 oder 4 Stockwerken (so ganz hat sich mir das nicht in der Dunkelheit erschlossen). Mit verständlichem Besitzerstolz hat er uns angeboten, uns auch seinen Wohnbereich (Wohnbereich? Das ist untertrieben! Dieses Haus ist ein Gebäude mit der tollsten und genialsten Einrichtung) gezeigt. Wir fühlen uns geadelt dadurch, dass ein Schweizer uns Zutritt zu seinem Reich gewährt hat (was angeblich erst nach langer Zeit oder meistens auch nie geschieht). Merci vielmals!

Wir hoffen, dass dieser Abend noch viele Fortsetzungen (ob bei Uwe/Heinz oder uns) erleben wird. Ich (und Peter wohl auch) sind nun höchst optimistisch, was ein gutes Auskommen und wunderbare Begegnungen mit den Schweizern angeht.

Und zum Schluss noch die Fotos, die uns diesen urigen Abend in prima Erinnerung erhalten helfen.

11. November 2010

Impressionen Sihlfeld

Wie schon in einem vorigen Artikel erwähnt, haben wir noch eine sehr ruhige Nachbarschaft, nämlich den Friedhof Sihlfeld. Bei einem gestrigen Spaziergang hatte ich das Vergnügen, ein fast schwarzes Eichhörnchen zu beobachten und habe auch mehrere Eichelhäher in den Bäumen gesehn. Natürlich hatte ich da keinen Fotoapparat dabei. In der Hoffnung, heute meinen pelzigen Kumpel nochmal antreffen zu können, habe ich ein paar Eindrücke vom Nachbargrundstück gesammelt (einfach auf's Bild klicken). Leider habe ich heute keine tierischen Motive vor die Linse bekommen, aber ich versuch's weiter.

9. November 2010

Achtung, Polizei!

Heute morgen hatte ich meinen ersten Kontatkt mit der Schweizer Polizei. Nein, ich habe niemanden im Affekt getötet oder falsch parkiert, es hat aber mit letzterem zu tun. Für unseren Umzug bietet die Zürcher Verwaltung einen entsprechenden Service an die Halteverbotszone (blaue Zone) für die Dauer des Ausladens zu reservieren, aber wer? Da ich mich darum selbst kümmern wollte, bekam ich von der Spediton den Hinweis, dass üblicherweise das Strassenverkehrsamt dafür zuständig wäre. Eine kurze Anfrage kam mit der Antwort zurück, dass für Strassensperrungen das Tiefbauamt verantwortlich sei. Eine Nachfrage dort verwies mich dann die Stadtpolizei (also hier ein kompetenter Mensch), auf deren Webseite ich dann auch fündig und auch kundig wurde.

Mein Anruf dort heute morgen brachte mich recht ins Schwitzen, weil dort ein echter Schweizer sass und sprach und ich nur gut die Hälfte verstand. Wir verblieben dann so, dass ich bei der "Quartierwache Affoltern" vorbei kommen solle und die Gebühren für die Aufstellung dann bar bezahle. Es fiel der magische Satz "Ist das gut so?", mit dem ein jeder Schweizer sich angeblich der Zustimmung seines Gesprächspartners versichert. :-)

Gesagt getan, ich hatte noch ausreichend Barschaft bei mir und fuhr dann gleich dort hin, etwa 1 Stunde nach dem Telefonat. In der kleinen Wache traf ich dann auf 2 lustige Schweizer Polizisten, der Herr mit dem ich telefonierte (sah ungefähr aus wie der Schauspieler Joe Bausch) konnte sich noch an meinen Namen erinnern (eine wichtige Schweizerische Disziplin, immer gut Namen merken und auch benutzen, das gibt Anstandspunkte!). Die beiden Herren fanden es offenbar höchst amüsant, dass ich so schnell in persona aufgetaucht bin, aber was soll's. Freundlich lächeln brachte mein Anliegen dann zum Erfolg. Zum Ausgleich fand ich sehr spassig, dass jede Nachfrage mit einem Emil-typischen "HÄH?" beendet wurde, hab mir aber nix anmerken lassen. :-)

5. November 2010

Working in Switzerland

Heute hat Peter seine erste Arbeitswoche hinter sich (er freut sich schon sehr auf sein erstes richtiges Wochenende mit Ausschlafen und endgültigem Auskurieren des Hustens) und auch ich habe wieder 2 Bewerbungen für eine Einstellung an der ETH rausgeschickt. Drückt mir die Daumen, dass es eins davon wird.

Sicher wird das eine spannende Sache, dann wieder im Berufsleben zu stecken und so zwangsläufig engen Kontakt mit den dortigen Kollegen und Chef zu haben. Das ist richtiger Alltag und die Chance, die Gepflogenheiten und Eigenarten hautnah zu erleben (ich hoffe, dass ich nicht am Ende der ersten Woche heulend im Bett liegen werde und mich weigere, da wieder hinzugehen). :-)

2. November 2010

Shopping in Switzerland

Heute habe ich meine erste Einkaufstour unternommen, die über die Beschaffung von Milch und Brot aus dem nächstgelegenen Laden hinausging. In der Nähe der Wohnung gibt es ein Einkaufscenter namens "Letzipark", in dem sich über 60 Geschäfte befinden und daher alles weitere beschafft werden konnte. Die Supermärkte namens Coop und Migros unterscheiden sich zwar nicht wesentlich von ihren deutschen Vettern, allerdings bin ich bisher noch nie mit einer so verwirrenden Vielfalt von Grundnahrungsmiteln (Joghurt, Käse, Backwaren, Mehl) konfrontiert worden. Die Fettstufen bei Joghurt und Milch (in D 3,5% für Joghurt/Milch bzw. fettreduziert 1,5%) sind hier in CH bei 3,8% oder 4% bzw. fettreduziert 2,5%. Man lebt also schmackiger.

Anders ist auch das Bettenmaß. In unserer möblierten Übergangs-Wohnung befindet sich ein niedliches Bett mit etwa 140 x 200 cm Ausmaßen. Darauf als Garnitur eine(!) Bettdecke mit 160 x 200 cm Größe, was dem Standard hier in CH entspricht (diese Info erhielt ich in einem Matratzengeschäft, in dem ich eine zusätzliche Bettdecke kaufen wollte). Der gemeine Deutschschweizer liebt es also entweder luxuriös oder kuschelig. Unser nächtliches Deckenproblem muss also noch anders gelöst werden.

Ausserdem: seit heute morgen gelte ich als Zürcher Einwohner und habe damit die Bevölkerungs-Statistik um eins hochgetrieben. :-)

1. November 2010

Life in Switzerland

Es ist geschafft, wir sind den ersten Tag in der Schweiz!

Peter ist heute morgen bereits im Kreisbüro gewesen und hat sich ordnungsgemäß angemeldet und ist dann gleich zur Arbeit gefahren. Ich habe seit 11 Uhr unsere möblierte Wohnung bezogen und soweit mit unserem Krempel eingerichtet. Die Anreise gestern verlief extrem reibungslos, in nur 6 1/2 Stunden sind wir von Spenge nach Zürich gefahren und nun nimmt das Abenteuer seinen praktischen Verlauf.

Solange Peter unser Schweiz-Blog noch nicht ans Laufen gebracht hat (ja ja, Informatiker müssen ja alles selbst schrauben) darf ich hier die Berichterstattung aufrecht erhalten und möchte für die letzten 2 Wochen rapportieren:

  1. Mein Ausstand in der TechFak am 13.10. war superschön, ich danke hiermit nochmal allen, die sich die Zeit genommen haben und meiner Einladung zu einem Abschiedstrunk gefolgt sind. Erst wenn man etwas verlässt, spürt man in aller Klarheit, wie selbstverständlich das bisherige Umfeld und die Menschen darin genommen werden. Ich bin sehr dankbar für die Wertschätzung, die ich nun deutlich empfinde. Merci vielmals!
  2. Die Wohungssuche am 14. und 15.10. war ein spannender Einstieg für Zürich. Wir hatten uns über das Internet bereits 10 Wohnungen ausgesucht, die wir dank Peters guter Zeit- und Terminplanung entspannt aber dennoch effektiv in Augenschein nehmen konnten. Wir haben sehr interessante Menschen getroffen (gleich den ersten Verwalter, Herrn W. fanden wir ausserordentlich sympatisch, obwohl wir uns nicht für die angebotene Wohnung entschieden hatten und ein Schlitzohr mit schwäbischen Wurzeln wollte uns gleich zu einer Vertragsunterschrift drängen), verschiedenste Wohnungstypen (die teuerste Wohnung war auch die schäbigste) kennengelernt und hatten letztlich zwischen drei Top-Wohnungen zu wählen. Ein klarer Favorit stand für uns übereinstimmend fest, die Plätze 2 und 3 hatten jeweils kleinere Vor- und Nachteile, die die Entscheidung wirklich schwer gemacht hätten. Da uns auch hier Fortuna wohlgesonnen war, meldet sich am darauf folgenden Montag bereits der Vermieter und verkündete: "Bevor wir lange weitersuchen, haben wir uns für die Weinbergers entschieden". Hurra, wir haben die schönste und tollste Wohnung mit viel viel Platz und einer schönen Lage! Die Berichte eines Arbeitskollegen von Peter, dass es schwierig wäre, eine Bleibe zu finden, haben sich für uns nicht bewahrheitet. :-)
  3. Der Umzugstermin ist dank Erledigung aller administrativer Schritte nun für den 22. und 23.11. vorgesehen und 80% unseres Hab und Guts sind bereits in Umzugskisten verstaut oder in transportable Möbelstücke verwandelt worden. Es blieb uns noch die Entscheidung, ob unser Büsi (die Chatz) bereits zum 1.11. mitkommen soll, aber angesichts des guten Umzugstermins und der Grosszügigkeit von Peters Arbeitsgeber bleibt sie noch in Obhut meiner lieben Frau Mutter. Einmal zügeln und sich an eine neue Umgebung gewöhnen soll für das Tierchen ausreichend sein.
So sitze ich hier nun und fühle mich (klar, muss daran liegen, dass Internet vorhanden ist und auf mein geliebte MacBook eintippe) zum ersten Mal seither richtig entspannt. Als Verschärfung der letzten 14 Tage kam dazu, dass ich mir nach der Wohnungsbeschau eine dicke Erkältung zugelegt habe (und diese während unseres Kurztripps nach Wien auch nicht wirklich auskurieren konnte) und mich kein Husten oder Schweißanfall (Schweizanfall wäre auch passend) plagt. Wenn Peter seinen ersten Arbeitstag mit den neuen Spielkameraden hinter sich hat, erkunden wir noch die nähere Umgebung (unserer Wohnung gegenüber liegt der Friedhof Sihlfeld, eine ruhige Nachbarschaft also) und berichten dann morgen wieder.

14. September 2010

Et wird konkret

Der Arbeitsvertrag (für Peter) ist unterschrieben, eine möblierte Wohnung wird für uns gesucht und so langsam muss man sich mal Gedanken um Umzug, Tollwutimpfung (für das Viech, nicht für uns) und Auto-Verkauf machen.
Äh, sucht jemand einen hübschen Kleinwagen? Falls ja: Renault Twingo, EZ 11/2008, knapp 20 tkm gelaufen. Farbe weiss, Preis VHS.

Der Antrittstermin ist also der 01. November, der in der Schweiz kein Feiertag ist. Die Aufregung hält sich erstaunlicherweise ziemlich in Grenzen, wahrscheinlich kann ich es selbst erst glauben, wenn wir uns dann zum ersten Mal auf den Weg machen und im Oktober nach Wohnungen schauen bzw. dann am 31.10. die Anreise machen.

Werde ich die Uni vermissen? Ich glaube schon, schließlich stellt sie den größten Bereich (zeitlich in Länge und Anteil pro Tag) in meinem bisherigen Leben dar. Die Leute, mit denen ich dort zusammenarbeiten durfte und auch die lustigen Studenten (ich höre grade wieder "das Huhn" aus der Fachschaft gickern) sind schon irgendwo eine Bereicherung. Das ganze entspannte und oft recht unbürokratische Umfeld ist ein wunderbarer Arbeitsplatz.

Dass durch meine Beurlaubung mein Dienstjubiläum aufgeschoben wird, ist übrigens ein netter Nebeneffekt. So kann ich noch weiterhin erfolgreich verdrängen, wie alt und wie lang ich schon hier bin. :-)

19. Juli 2010

Vorbereitungen

Da nun im Zuge der Vorbereitungen einiges in Erfahrung zu bringen ist (auch in kultureller Hinsicht), bin ich ein treuer Leser der "Blogwiese" geworden. Rainer und seine Familie haben den Sprung in die Schweiz schon vor 9 Jahren gemacht und berichten nun über viele Erlebnisse und Unterschiede, die sie erleben.

Sehr lesenswert: http://www.blogwiese.ch

23. Juni 2010

Fernweh

Es tut sich was Neues in unserem Leben. Nachdem mein lieber Mann seine berufliche Laufbahn bei einem bekannten Gütersloher Unternehmen beendet hat, suchen wir eine andere Wirkungsstelle für einen begabten Business Analysten. Die Jobsuche hat einige interessante Tätigkeiten und auch die Bedingung hervorgebracht, an anderer Stelle als in OWL zu arbeiten. Frankfurt, Hamburg, dies sind zwei mögliche Städte, in denen Peters Arbeitskraft gewünscht sein könnte.

Aber eigentlich können wir dann auch Nägel mit Köpfen machen, denn innerdeutsche Städte heissen mehr oder weniger: Pendeln und Wochenendbeziehung. Dies bitte nicht sooo gern, auch wenn es romantisch oder nostalgisch empfunden werden könnte, denn so hat unsere Liebe begonnen: als Fernbeziehung Bielefeld - Wiesbaden.

Nein, dann lieber mal über den nationalen Tellerrand schauen und ins Ausland blicken: USA wäre ein Traumziel, aber da fehlt es am derzeitigen Sprungbrett. International agierende Firmen ermöglichen den Weg dorthin relativ einfach, von ausserhalb erscheint eine Bewerbung eher schwierig. Und auf gut Glück als Touri dorthinzufahren und einen Job zu finden, ist mir doch ein bisschen zuviel Abenteuer. Und warum in die ganz weite Ferne schauen, liegt das Gute doch so nah: die Schweiz. Wir hatten doch schon mal das Vergnügen, eine spannende "Kulturreise" nach Zürich zu unternehmen und wäre ein zeitlich begrenzter Arbeitsaufenthalt in der Eidgenossenschaft eine schöne Lösung. Jetzt heisst es also Job finden (Kopfjäger der modernen Art sind da gern behilflich) und dann den Hintern raus aus Deutschland bewegen. Ich käme natürlich mit und könnte so mal eine Auszeit von meiner geliebten Uni nehmen und mal was anderes erleben. ;-)

27. Mai 2010

Urlaub!

Ja, jetzt ist erstmal wieder Urlaub angesagt vom 28.05. bis 11.06.2010. Wir bleiben heuer im Lande und werden auf unserer Deutschlandtour ein paar Freunde und alte Bekannte besuchen, die wir länger (manche aber auch kürzer, gell Marc H.) nicht gesehen haben.

Die Stationen reichen von Wiesbaden, Darmstadt, Mannheim, Stuttgart bis München, der Rückweg wird mit rein touristischer Absicht über Nürnberg und Waldeck (Edersee) angetreten. Es wäre dann nur noch der Antrag auf Erteilung angenehmer Umgebungstemperaturen und Himmelsdekoration abzuschicken und zu beten. Ich bin aber sicher, dass alle Reiseziele überdachte Gebäude haben, in denen man sich zur Not auch ausserhalb des Bettes (zum Nächtigen!) aufhalten kann.

25. Mai 2010

Rasenmähen für Fortgeschrittene

Da sich in unserem Garten hinter dem Haus die Margariten wie wild ausgebreitet haben, wurde der Wunsch, sich dem Diktat des gepflegten englischen Rasens zu widersetzen, zusehens größer. Endlich standen die hochgereckten Blütenstengel in großer Zahl da und nach dem sonnigen Pfingstwochenende öffneten sich auch die ersten Blüten.

Neben dem außergewöhnlichen Erscheinungsbild, das nicht so recht in die typische Siedlungsgartenidylle passt, stellen diese lieblichen Blumen auch weitere Futterquellen für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge dar. Also sogar ein ökologisch gutes Werk.

Nur dem lieben Manne war es ein bisschen schwierig, zwischen den Blumeninseln zu mähen, aber eine Herausforderung hat er noch nie gescheut. :-)

Hier die Bilders.

Nachtrag am 23.06.2010: Nach unserem Urlaub dachten wir eigentlich, dass die Blütenpracht schon vorüber wäre, aber weit gefehlt: es war noch einige Tage ein wunderschönes Blütenmeer vorhanden, das hier dokumentiert wurde. Heute wurde dann aber tabula rasa gemacht und es kam wieder ein stinknormaler Durchschnittsrasen zum Vorschein.

4. November 2009

Bleiente II

Wie schon im Mai, werden Peter und ich im November nochmal Ägypten aufsuchen und uns wieder von den netten Tauchlehrern und der Bootscrew des Ilios Dive Center in die klaren blauen Tiefen des Roten Meer führen.

Leider verpassen wir durch unsere Zeitplanung einen liebenswerten Tauchfreund (Björn A. aus L.), treffen aber meine Tauchausbilderin Brigitte L. wieder, für die wir liebend gern den nächsten Aldi plündern werden. Auch Domizio R. und seine im 5. Monat schwangere Partnerin Aurelie können wir dort nochmal wiedersehen, bevor sie zurück nach Europa gehen (was besuchstechnisch natürlich näher dran wäre).

Die Vorfreude ist also groß und die Tauchgänge werden - dank fleißigen Übens in deutschen Seen und Schwimmbädern - zu einem spannenden Ausflug in die Stille des Meeres.