
Vor einer Woche waren wir im Appenzell, wo der gleichnamige Käse herkommt. Da ist es nur fair, dem ebenso bekannten Emmentaler die gleiche Ehre zu erweisen. Von Zürich aus erreicht man das Emmental mit dem Auto in einer guten Stunde. Wenn man sich in Richtung Bern hält, kann man es eigentlich nicht verfehlen.
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ort Heimiswil, ein lauschiges kleines Dorf mitten im Grünen. Wie schon im Appenzell gibt es auch in Heimiswil eine Schaukäserei, die aber nicht auf unserem Programm steht. Außerdem wissen wir nicht, ob die Käserei an einem Sonntag geöffnet hat.
Gleich hinter dem Dorf geht es in die grünen Hügel, wo die charakteristischen Emmentalhäuser stehen. Selten sieht man so urig-gemütlich wirkenden Behausungen. Die Häuser sind zumeist sehr großzügig dimensioniert, bestehen zum überwiegenden Teil aus Holz, das in angenehm hellen Tönen lasiert ist. Auffallend sind auch die großen und lang gezogenen Dächer. Die Besitzer geizen darüber hinaus nicht mit schönen Details wie Blumenkästen, bunten Fensterläden, Wandmalereien und Schnitzereien sowie allerlei Dekorationen. Nichts davon wirkt aufgesetzt oder kitschig, sondern einfach nur wunderschön. Zu den größeren Häusern gehören Zier- oder Nutzgärten, die das Herz eines jeden Hobbygärtners aufgehen lassen. Kein Zweifel, dass unendlich viel Liebe, Mühe und Sorgfalt in diese Gärten investiert wurde.
Somit ist es kein Wunder, dass sich in einer solchen Umgebung auch die Tiere sehr wohl fühlen. Neben den allgegenwärtigen Kühen, Schafen, Ziegen und Pferden treffen wir heute auch auf zahlreiche Schmetterlinge, die sich bereitwillig als Fotomodelle zur Verfügung stellen.
Neben Feldern, Viehweiden und Wäldern gibt es im Emmental auch zahlreiche Obstwiesen. Besonders die Kirschbäume sind um diese Jahreszeit eine wahre Augenweide. Von allen Ecken leuchten einem die halbreifen Kirschen entgegen. Der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung liegt ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke, das Lueg-Denkmal auf einem der größeren Hügel. Man merkt doch so langsam, dass wir uns an die Wanderungen gewöhnen. Der letzte Aufstieg vor dem Denkmal war ziemlich steil, aber wir haben ihn ohne große Mühe gemeistert. Und die wundervolle Aussicht von hier oben ist die Anstrengung allemal wert!
Nach einer kleinen Verschnaufpause wenden wir uns dem Mittagessen zu. Am Fuße des Hügels, auf dem das Lueg-Denkmal steht, gibt es den dazu passenden Landgasthof. Im Schatten großer Kastanienbäume genießen wir ein lecker-deftiges Mittagessen, das uns von einem humorvollen Kellner (Herr Glück) serviert wird.
Nach dem Essen geht es dann weiter in Richtung Rotenbaum. Die Strecke führt uns nun hauptsächlich durch schöne Wälder und vorbei an einem großen Pferde- und Ponyhof. Hier erleben wir unfreiwillig den spannendsten Moment unserer Wanderung. Die Route führt mitten über eine Pferdekoppel, auf der sich gerade mehrere Junghengste austoben. Für diese Rabauken sind wir natürlich eine willkommene Abwechslung und so kommen sie mehrfach im vollen Galopp auf uns zu, als wollten sie uns über den Haufen rennen. Aber keine Panik, es ist nichts passiert. Trotzdem waren wir froh, als wir die Koppel überquert hatten.
Eine halbe Stunde später konnte man bereits wieder die Kirche von Heimiswill sehen. Eine wirklich schöne Wanderung, die wir uneingeschränkt empfehlen können. Zum Ausklang des Tages fuhren wir noch über die Landstraße in Richtung Luzern und hatten einen grandiosen Blick auf einen wolkenverhangenen Pilatus.
Auch hier wieder die Fotos bei
Picasa.
P.S. An diesem Tag ist der
Geburtstag meiner Schwester Ulrike. Nochmal an dieser Stelle herzlichste Glückwünsche zum Geburtstag!!