20. März 2011

Ausflug auf's Dach der Schweiz

Heute sind wir mit Gabi (unserem sehr verehrten Gast derzeit) nach Luzern gefahren, um mit der Seilbahn den Pilatus zu erklimmen. Dieses Ausflugsziel liegt ca. 60 km von Zürich entfernt und damit nach einer Fahrtzeit von ca. 45 Minuten zu erreichen.

Auf dem Hinweg hatten wir noch einem Rittersmann bei der Besetzung einer feindlichen Burg geholfen, aber das ist eine andere Geschichte...

Gegen Mittag kamen wir in Luzern an und wurden einfach ab der Ausfahrt "Kriens" den Schildern folgend zu den Pilatus Bergbahnen geleitet. Im Gegensatz zu den letzten paar Tagen war die Wetteraussicht für den Sonntag schön und obwohl es im Tal noch relativ diesig war und eine geschlossene Wolkendecke den Himmel verbarg, waren wir frohen Mutes, beim Aufstieg auf 2132 Meter über die Wolken zu gelangen und dort in den ungehinderten Genuss der Sonne zu kommen.

Die Fahrt von Kriens nach Pilatus-Kulm ging mit der Gondelbahn (kleine Gondeln für 4 Personen) über zwei Zwischenstationen zum Gipfel. Bei der letzten Station vor dem Ziel mussten wir in eine größere Gondel (für ca. 25 Personen) umsteigen, diese wurde auch von einem Schaffner begleitet und alle 15 Minuten herauf und herunter gefahren.

Der Durchstoss der Wolken war für alle Passagiere ein Wow-Erlebnis. Fuhren wir eben noch durch eine graue Nebelsuppe, in der nichts zu erkennen war, nun strahlend blauer Himmel und endlich Blick auf verschneite, erhabene Berge. Vor Schönheit traten mir sogar die Tränen in die Augen - man wird halt sentimental im Alter.

Auf dem Pilatus gab es von der Station aus die Möglichkeit in zwei Hotel/Restaurants zu speisen und auf zwei kurzen Wanderwegen die Spitzen des Gipfels hinaufzugehen und den absoluten Panorama-Rundblick zu geniessen. Es wehte dort ein eisiger und kräftiger Wind (Temperatur: -3 Grad C), der einem dann wieder Respekt vor den dort herrschenden Naturgewalten lehrte.

Besonders schön war es, in dieser Umgebung auf einmal den Klang von Alphörnern zu vernehmen, der Soundtrack zum Ausflug. Beim Hotel Pilatus-Kulm gaben 3 Musiker die getragenen Töne dieser Holzhörner zum besten, was weit entfernt davon war, kitschig zu wirken. Nach einer Stärkung mit Heissgetränken machten wir uns gegen 15 Uhr wieder auf den Rückweg, machten aber bei der Station Fräkmüntegg kurz Halt, einmal um die Masse der mitfahrenden Personen zerstreuen zu lassen und Peter noch einmal die Gelegenheit zu geben, von der großen Gondel Bilder von unten zu machen.

Ein Ausflug, der sich gelohnt hat, da sind wir uns einig. Auch ein Besuch zur Sommerszeit lohnt sich, da in Fräkmüntegg auch die längste Sommer-Rodelbahn der Schweiz ist und es dort auch einen Seilgarten hat.

Hier nun die Impressionen: Link zu Picasa

11. März 2011

Hausberg

Letztens haben wir dem Hausberg der Zürcher einen Besuch abgestattet: dem Uetliberg. Von unserer Wohnung in Altstetten (November 2010) konnten wir den direkt vom Wohnzimmerfenster aus sehen, mit seinem Sendemast und der Aussichtsplattform. Von Affoltern aus sind wir dazu erst zum Hauptbahnhof gefahren und dann mit der Uetlibergbahn bis zur Endhaltestelle.

Von der Endstation bis zum Gipfel des Uetliberges waren es noch ein paar Minuten zu Fuss. Dafür wurde man dann mit einem grandiosen Rundumblick über Zürich und den See belohnt. Leider war es recht diesig, aber der Eindruck, hinter dem See die schneebedeckten Gipfel der Berge zu sehen ist wunderschön.

Nachdem wir uns kurz beim Hotel auf dem Gipfel gestärkt haben (nicht mit einem Gipfeli aka Croissant, sondern mit einer Bratwurst - die sich aber nicht mit einer westfälischen Rostbratwurst messen kann), entschieden wir uns für den Wanderweg nach Felseneggg (hier eine ausführliche Beschreibung). Wir haben für die Strecke etwa 2 Stunden gebraucht, bis wir dann an der Bergstation Felsenegg ankamen. Die Gondel fasst etwa 25 - 30 Personen und sie war an diesem Tag auch proppenvoll - inklusive eines nassen, müffelnden Hundes. Zum Glück war die Fahrt nicht länger als 5 Minuten, aber mit diesen vielen anderen Passanten kam einem diese Zeit wie eine Ewigkeit vor. Mit der S-Bahn ging es wieder heim mit dem Gefühl, wieder ein kleines Stück unserer derzeitigen Heimat kennengelernt zu haben. Bilder sind allfällig zu finden im Webalbum.

2. März 2011

Einkaufen in der Heimat

Am letzten Wochenende sind wir das erste Mal zum Einkaufen über die Grenze nach Deutschland gefahren. Obwohl unsere Einkaufsgelegenheit nur wenige Kilometer von Zürich entfernt ist, konnten wir hierbei erneut feststellen, dass das Warenangebot doch ganz erstaunlich verschieden ist. Der Einkauf bei einer bekannten deutschen Supermarkt-Kette fühlte sich wirklich wie Heimat an. Alles ganz vertraut.

Inzwischen habe ich mich zwar auch an das Angebot bei Migros und coop gewöhnt, allerdings sind gewisse Dinge einfach nicht im Sortiment: Kartoffelklöße gibt es nicht, weder als Fertigteig im Kühlregal noch als Trockenprodukt im Regal. Da musste der Kloßteig zu Weihnachten eben selbst gemacht werden. Auch Linseneintopf scheint hier unbekannt zu sein, denn Linsen erhält man (neben der Trockenvariante) nur in Dosen mit Tomatensosse *schauder*. Erbsen mit Suppengrün gibt es gar nicht (weder hier noch jenseits der Grenze).

Peters Verzicht auf seinen geliebten Kirschsaft ist nun auch behoben, in der Schweiz findet man jede Menge Cranberry-Saft stattdessen. Bei Süßigkeiten fällt auf, dass es hier keine "Schaumküsse" gibt, jedenfalls nicht in der uns bekannten Form und Größe. Hier sind sie einzeln in bunte Alufolie verpackt, nur so groß wie die "Mini-Küsse" daheim und wahrscheinlich von ganz komischer Konsistenz. Die zu kaufen habe ich mich noch nicht getraut. Der Vergleich der Chips-Sorten (Funny vs. Zweifel) ist nicht wirklich lebenswichtig, aber die Ungarischen sind zweifellos schon ab und an ein Genuss.

Dagegen ist bemerkenswert, welche Vielzahl von Reissorten feilgeboten werden, da in der Schweiz offenbar häufig Risotto und auch Polenta gekocht werden. Gekostet habe ich letztere bisher nur einmal in der ETH-Mensa, und dort hat es an einen Mais-Kartoffelbrei erinnert. Pappsig.

Last but not least hat auch unsere Katze vom Einkaufstripp profitiert: ihre Lieblings-Katzensticks und ein bestimmtes Portionsfutter der Sorte Edelfisch konnte besorgt werden: Alle glücklich.