1. Dezember 2005

Weihnachten im Dezember (Fortsetz.)

Wie ich schon am 01.06. geschrieben hatte, haben wir im Sommer mit den Proben für das Weihnachtskonzert angefangen. Bei mir und meinen Mitsängerinnen (die dann auf eine Sängerin geschrumpft sind) waren das die Lieder "O Tannebaum" in der westfälischen Fassung und das französische Weihnachtslied (das aber einen englischen Text hat) "The Holly and the Ivy".

Die Proben umfassten auch die Darstellung einer Szene, in deren Rahmen die Lieder entsprechend eingebunden werden sollten. Aber wegen Problemen und Nachlässigkeiten bei den anderen Mitschülerinnen - insbesondere denen im Teenie-Alter - wurde das ganze dann spontan hingeworfen und die "braven Schülerinnen" durften am 26.11.05 bei einem Adventskonzert in der Stiftskirche Enger singen (siehe Zeitungsartikel).

Beim Schülerkonzert am 02.12.2005 wird dann noch das Lied "California Dreaming" vorgetragen, dass ich zwei-stimmig mit meiner Mitschülerin Angelika vorstelle. Mit ihr singe ich unheimlich gerne Duetts, weil unsere Stimmen sich fantastisch ergänzen. Mein Mann hat unsere Stimmen mal so beschrieben: Angelikas Stimme ist ein "geschliffener Opal" und meine ein "Kristall, der in alle Richtungen strahlt". *Tränchen aus dem Auge wisch* ... er ist ja so subjektiv. :-)

Übrigens spielt Peter auch beim Schülerkonzert und zwar die "Fantasie" von Mozart (ähm, bitte noch um Details ergänzen) und endlich höre ich es mal auf einem Flügel. :-)

Doppelgänger in New York!

Beim Zufälligen Durchstöbern des Blogs einer Absolventin stieß ich auf das Bild einer Katze und zwar den Kater "Mr. Chainsaw", in New York. Erstaunlicherweise ähnelt meine Katze "Mink" diesem Genossen doch ziemlich, besonders der weiße Fleck an der Schnute kommt mir recht selten vor...

Hier der Foto-Vergleich:

Mink: Miiiiiiiiiaaaaaaaaaaaaaauuurgggggggghhh!
(Übersetz.: "Ich glaub's ja nicht - ich bin doch eine einzigartige Katze.
Der soll bloß froh sein, dass uns ein großer Teich trennt!")

Anmerk. am 27.03.06: leider ist das Bild von Mr. Chainsaw verschwunden, was nichts mit einem tätlichen Angriff zwischen den Felinen zu tun hat, sondern das Blog ist nicht mehr verlinktbar und damit auch das Foto weg. Schade das.

26. August 2005

Weltklasse Trommeln

Nachdem mein Liebster uns schon am Anfang des Jahres mit 2 Karten für Yamato beglückt hat, war es gestern soweit: um 20 Uhr in der Stadthalle Bielefeld schlugen jeweils 5 japanische Jungs und Mädels die Trommeln nicht zum Weltuntergang sondern zu einem furiosen Klang- und Rhythmus-Spektakel, das sehens- und hörenswert ist! Wir saßen in der 5. Reihe und hatten vorsichtshalber Ohrstöpsel eingepackt, die aber gar nicht notwendig waren, im Gegenteil, die Akkustik war hervorragend.

Die Vorstellung teilte sich in 2 x 45 Minuten Darbietung, wobei der erste Teil eher eine lockere Atmosphäre hatte und die Trommeleien mit komischen Szenen und Spielen sehr unterhaltsam waren. Besonders gefallen hat mir das Stück, in dem 3 Spieler mit Zimbeln musizierten und dies als Ballspiel inszenierten.

Nach der Pause waren alle Musiker in festlichere Gewänder gehüllt, entsprechend ernsthafter waren die Darbietungen und gaben einen interessanten Einblick in die musikalische Tradition Nippons. So wurden nicht nur Taiko-Trommeln in unterschiedlichen Ausführungen und Größen (wobei die größte Daiko lt. Programm einen Durchmesser von 1,70 m hat und 400 kg schwer ist) gespielt, auch japanische Bambusflöten (Shakuhachi), "Japan-Banjos" (Shamisen) und japanische Zithern (Koto) kamen im zweiten Teil der Vorstellung zum Einsatz.

Das Konzert war ein wundervolles Erlebnis, eine hör- und spürbare Erfahrung. Anders als ich erwartet habe, waren die Trommelrhythmen nicht nur mitreissend sondern auch teilweise so gegenwärtig, dass sich eine meditative Entspannung breit machte: Augen schliessen und im Klang treiben lassen.

Meine Hochachtung gilt allen 10 Künstlern, die sich durch Hingabe an die Instrumente, ihr Charisma und natürlich ihre wohldefinierten Oberarme ausgezeichnet haben!

Und als letzten Sahnetupfen möchte ich noch meinen Lieblings-Haiku anfügen:
"The stones are sleeping under their blankets of snow.
I am so happy."

9. August 2005

Comics und -zeichner

Obwohl Nicht lustig 3 von Joscha Sauer schon ne Weile draussen ist, bin ich heute erst auf den Audio-Kommentar zum Buch gestossen. Für Windows oder Mac sind das jeweils etwa 16 - 17 MB große Dateien, die einen Heidenspass beim Buch-Lesen und Bequatscht-Werden versprechen. Wenn's gut ist, schreib ich noch was dazu!

Gespannt bin ich auch auf die Kommentare von Flix, der mit seinen Büchern "Held" und "Sag was" spitzenmäßige Comics vorgelegt hat, die das Klischee von Trivial-Literatur echt Lügen strafen dürften (Huhu Flix, ich hatte mir vorgenommen, Dir auch einen Kommentar zu "Sag was" zu schicken, aber das ist bislang nur frommer Vorsatz geblieben).

Ist übrigens noch jemanden das Cross-Over von "Nicht lustig 2" und "Held" aufgefallen? :-)

4. August 2005

Animes

Seit ein paar Tagen läuft im Fernsehn der Kino-Trailer für Hayao Miyazakis neuen Film "Das wandelnde Schloss". Nachdem ich von "Chihiros Reise ins Zauberland" wirklich bezaubert war, bin ich sehr auf diese neue Geschichte gespannt. Der Stil der Erzählung, die Zeichnungen und die phantastischen Hintergrundbilder sind wirklich einmalig schön.

Eigentlich bin ich kein Fan von Animes oder Mangas (wer in seiner Kindheit mit "Heidi" verseucht wurde, weiss was ich meine), in letzter Zeit sind aber viele japanische Zeichentrickfilme bei uns im Haushalt gelandet.

Wirklich interessant ist die Reihe "Neon Genesis Evangelion", in der von Kindern gesteuerte Riesenroboter sich mit Ausserirdischen (Engel genannt) auseinander setzen müssen. Selbstverständlich bleiben die unsäglichen Kulleraugen oder grotesk aufgerissenen Münder nicht aus, diese Aussetzer beschränken sich aber zum Glück auf die wenigen Situationen, in denen diese Komik auch für eine Langnase passend wirkt. Die erste DVD war schnell geschaut und zum Glück war auch die zweite gleich zur Hand, ansonsten wäre der Cliffhänger schwer zu ertragen gewesen.

Es ist wohl so wie mit Wein oder Käse, je älter man wird, desto eher mag man die Dinge, um die man früher einen großen Bogen gemacht hätte. ;-)

3. Juni 2005

Das Kino und die Chipstüte

Gestern waren Peter und ich im Kino. Angeschaut haben wir uns den Film "Unleashed" mit Jet Li und Morgan Freeman, ein Film den ich empfehlen kann (auf das Wort "uneingeschränkt" möchte ich hier verzichten, weil die dargestellten Kampfszenen eine fast nicht zu überbietende Brutalität haben, die ich jedoch für fast real und für die Geschichte als notwendiges und wichtiges Element ansehe).

Das Kino (Saal 6 im Kinoplex in Bad Oeyn) war leer, als wir um 20.00 Uhr reingehen, der Film begann um 20.15. Bis dahin trudelten weitere 6 Besucher rein, die sich angenehm verteilten... doch das letzte junge Pärchen kam, mit Chipstüte und Bier bewaffnet und setzte sich: 2 Plätze neben uns. :-(

Die Tüte an sich (was IMO eigentlich verboten werden müsste) brachte vorhersehbares Ärgernis mit sich, aber die beiden Kiddos (ich schätze sie auf 18 - 20) redeten bei fast allen Szenen während des ganzen Films. Gedanken wie "Ich wünschte, Danny würde die beiden mal ohne Halsband besuchen" drängten sich auf. Was mich am meisten verstimmte war die Tatsache, dass die Handlung des Films sich um eins der besten Themen dreht: nämlich Menschlichkeit und Nähe. Ohne zuviel verderben zu wollen, drei wunderbare Aspekte des Menschseins ermöglichen es Danny, zum Menschen zu werden. Dies sind anständiges Essen, Musik und menschliche, aufrichtige Wärme. Im krassen Widerspruch dazu steht "Onkel" Bart.

Was machen solche Schwätzer in so einem Film? Das sind Perlen vor die Säue geworfen! *schluchz*

Mein Tipp: ansehen und die sämtlich überzeugenden Darsteller geniessen. Zur Not dann sofort nach Erscheinen daheim auf DVD!

Schlimmster Performance-Tiefpunkt: Mozarts Sonate Nr. 11 in A-Dur wird viel zu langsam gespielt!

1. Juni 2005

Weihnachten im Frühsommer

Heissa, jetzt ist die Zeit, sich mit Weihnachten und Weihnachtsliedern zu befassen! So jedenfalls die Idee meiner lieben Gesangslehrerin.

Statt des üblichen Schülerkonzerts zum Jahresende, wo jeder Klavier- und Gesangsschüler (wobei wir 1 männlichen Sänger dabei haben, wow!) das zum besten gibt, was er zu dem Zeitpunkt am besten kann, gibt es nun ein Themen-Konzert.

Wobei es nicht nur beim reinen Vortragen bleibt, wir dürfen uns auch überlegen, wie wir die Szene ummalen, umspielen, dekorieren, welche Ideen wir reinbringen wollen, um das Publikum zu unterhalten.

Da meine Mutter ein unerschöpflicher Quell alter Volks- und Weihnachtslieder ist, hatte ich sie gebeten, mir ein Lied aufzuschreiben, dass es bei uns immer zum Advent zu hören gab: nämlich das von dem Esel, der mit Knecht Ruprechts Weihnachtsgeschenken von Island ans Schwarze Meer will. Kennt sonst keiner, aber ist auch nicht wirklich für anspruchsvolle Hörer (hier: älter als 5 Jahre) geeignet. Ob ich das verwenden will, weiss ich noch nicht, aber ich hab auch jetzt, wo es vor kurzem 35 Grad hatte, nicht wirklich eine gute Idee!

20. Mai 2005

Gedanken zum Leben

Erst wenn jemand stirbt, denkt man über das eigene Leben - oder besser: die eigene Sterblichkeit - nach.

Anfang Februar ist mein Vater im Alter von 81 Jahren gestorben, gut 3 Wochen vor seinem 82. Geburtstag. Er hatte wohl keine Lust mehr, den zu feiern.

In dieser kurzen Zeit bisher habe ich erstaunliche Erfahrungen gemacht, viel über mich und meine Umwelt gelernt und begriffen, dass Tod überhaupt nicht schlimm ist, erst recht nicht der eigene. Am Schlimmsten sind die Hinterbliebenen und deren doch sehr unterschiedlichen Wege, mit diesem Umstand zurecht zu kommen.

Eine Sache bleibt aber immer: Dankbarkeit. Für einen tollen Vater, der mich (das Nesthäkchen) immer unterstützt hat und auf meiner Seite stand. Ein echter Kumpel und ein Mensch, von dem ich viel lernen konnte. Wenn ich also diese Welt verlasse, dann macht mir das keine Sorge, denn da ist schon jemand, auf den ich mich dann unheimlich freuen kann. Mein Papa.

Muss man alles mitmachen? Jaaaa!

Ok, gestern stellte ich die naive Frage "Was ist eigentlich ein Blog?", was dann Erstaunen, fast schon Entsetzen hervorrief. Wie sich rausstellte, heisst man heute eben stinknormale Web-Logbücher jetzt "Blog" (Börssenell Log?). Nichts anderes als der übliche elektronische Seelen- und Leibesstriptease, den man doch schon als Besitzer einer Webseite macht.

Aber die Idee klingt lustig, zum eigenen Geschreibsel Kommentare zu bekommen, die nicht mehr still und leise in der Mailbox landen (und bei Nichtgefallen dann in den Orkus wandern), sondern gleich dem Millionen-Publikum offen zur Verfügung stehen. Soviel Mut darf dann schon sein. :-)

Ob sich dann wirklich Gelegenheit (und Leser) findet, sein abenteuerliches Leben hier aufzuschreiben, ach, ich lasse mich mal von mir selbst überraschen. Und wer weiss, ob es nicht sogar nützlich sein wird.

Als dann, welcome to my Vellog.