28. August 2011

Katzenseen

Eine Schande ist das! Da wohnt man gerade mal zwei Kilometer von einem wunderschönen Naherholungsgebiet entfernt, und dann bekommt man es fast den ganzen Sommer nicht hin, dort auch mal eine Runde schwimmen zu gehen. Bisher sind wir lediglich des öfteren am See entlang spaziert.

Der Katzensee - im schweizerdeutschen "Chatzesee" genannt - liegt in der nordwestlichen Ecke von Zürich und ist umgeben von Wald, Birkenhainen und Streuobstwiesen. Mit seinen 800 Metern Länge und 400 Metern Breite ist er im Vergleich zum Zürichsee natürlich nur eine größere Pfütze, aber dafür ist er auch um einiges charmanter.

An Sonntag den 21.08. war dann die Bade-Premiere im Katzensee. Der Tag war ideal. Hochsommerliches Wetter, Temperaturen jenseits der 30 Grad und ein frischer Wind, der die kurze Fahrradtour zum See erträglich machte. Wie nicht anders zu erwarten, war die Liegewiese schon brechend voll, aber wir fanden trotzdem noch ein Eckchen für unsere Decke. Und dann ging es gleich ins Wasser. Angenehme 26 Grad Wassertemperatur waren absolut perfekt und wir beschlossen gleich mal verwegen, den See im Uhrzeigersinn zu umschwimmen.

Das Schwimmen im See ist überhaupt kein Vergleich zu einem normalen Schwimmbad. Man ist umgeben von Schilf, die Fische schwimmen unter einem und die Wasservögel neben einem umher und hin und wieder schwirrt eine Libelle vorüber. Bei unserem ersten Besuch hatten wir Tauchmasken und Schnorchel leider nicht dabei, aber das würde uns beim nächsten Mal nicht passieren. Die vollständige Runde um den See schafften wir leider nicht, nach etwa einer Stunde schwammen wir auf direktem Weg zurück und gönnten uns noch einen Hot Dog vom See-Kiosk.

Die zweite Gelegenheit, den Katzensee zu erproben, ergab sich am 26.08. Sehr gute Freunde aus München hatten sich angekündigt mit der kompletten Familie (drei Kinder: 2, 5 und 6 Jahre alt). Da es wieder ein wunderschöner und hochsommerlicher Tag war, erschien uns das als die beste Möglichkeit, vor allem nach der langen Fahrt von München. Die Idee erwies sich dann auch als super. Die Kinder waren hellauf begeistert und konnten sich ein paar Stunden nach Herzenslust austoben. Durch das lange und flache Ufer ist der See ideal auch für Kleinkinder und Nichtschwimmer geeignet und da es hier viele Kinder jedweden Alters hat, fehlt es niemals an Spielkameraden. Diverse Spielgeräte sorgen darüber hinaus auch außerhalb des Wassers für Vergnügen. Nicht zuletzt die Eltern konnten mal ein bisschen zur Ruhe kommen. Wer also einen passenden Ort sucht, an dem energiegeladene Kinder ihre überschüssigen Kräfte loswerden können, sollte es mal mit dem Katzensee probieren. Der Erfolg ist quasi garantiert. Unsere drei Süßen schliefen in dieser Nacht auf jeden Fall wie die Murmeltiere.

Und weil wir gerade so schön dabei waren, haben wir dem See auch am 28.08. noch einen Besuch abgestattet. Heute waren wir voll ausgerüstet mit Maske und Schnorchel und genossen über eine Stunde lang die Unterwasserwelt des Katzensees. Viele kleine Fischschwärme tummeln sich in der Nähe des Schilfs. Vor Schwimmern und Tauchern scheinen die kleinen Burschen wenig Angst zu haben, so dass man bis auf wenige Zentimeter herankommt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viel Sediment aufwirbelt. Anke fand sogar eine große Seemuschel! Ich hingegen nur einen uralten Badeschlappen, den wir aber mit ans Ufer brachten und dort entsorgten.

Dreimal Katzensee, eine Meinung: dieses schöne Fleckchen Erde ist wie geschaffen dafür, mal ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. Das Wasser ist sauber und klar, die Umgebung bilderbuchmäßig schön, das Natur-Feeling unschlagbar, die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt und selbst das Essen am Strand-Kiosk kann sich sehen (essen) lassen. Wir waren lediglich etwas irritiert, dass es keine Pommes Frites gibt. Aber das lässt sich verschmerzen.

Wandern in Aadorf (31.07.2011)

Ende Juli waren unsere lieben Verwandten Ulrike - Ankes Schwester - und Dirk - Ulrikes langjähriger Lebenspartner - bei uns zu Besuch. Ursprünglich wollten die beiden mit dem Motorrad kommen, aber da es in den Tagen davor fast ausschließlich kühl-regnerisches Wetter hatte, haben sie kurzfristig aufs Auto umdisponiert. Aber zum Glück lässt sich die Schweiz ja auch ohne Motorrad erkunden, zum Beispiel bei einer Wanderung.

Wir hatten schon seit einiger Zeit eine Tour in Aadorf ins Auge gefasst. Knappe zwanzig Kilometer lang, nur wenig Steigung und nicht mal eine Autostunde von uns entfernt. Am 31.07. war dann auch genau das richtige Wetter - sonnig, aber auch nicht zu warm.

Die Tour beginnt am Ortsrand von Aadorf, direkt neben dem örtlichen Freibad und führt durch den Wald durch die Orte Matzingen und Stettfurt. Gleich im ersten Waldstück kommen wir an einem schönen Weiher vorbei, auf dem besonders schöne Seerosen wachsen. Überhaupt sollten wir heute ziemliche viele Seerosen zu sehen bekommen. Und obwohl es noch Hochsommer ist, sprießen im Wald schon zahlreiche Pilze, einige davon haben beeindruckende Ausmaße.

Die Wanderung bietet alles, was sich der Naturfreund wünschen kann: jede Menge Grünzeug, idyllische kleine Ortschaften mit niedlichen Kirchen und Fachwerkhäusern, hin und wieder plätschert ein Bach unter oder neben uns her und natürlich darf auch die Fauna nicht fehlen. Vor allem Kühe und Schmetterlinge gibt es an jeder Ecke zu sehen, aber auch so exotische Exemplare wie Lamas. Besonders schön und gepflegt sind auch wieder die Vorgärten der Häuser. Dort, wo es Teiche hat, sehen wir erneut eine bunte Vielfalt an Seerosen.

Das Sonnenberger Schloss, das ungefähr auf der Hälfte der Route liegt, sparen wir uns. Zum einen sieht der Aufstieg auf den Hügel sehr anstrengend aus - und es ist inzwischen ziemlich heiß geworden -, zum anderen wird das Schloss gerade umgebaut. Aus diesem Grund ist auch das Restaurant geschlossen. Apropos geschlossene Restaurants... von denen hatte es auf unserer Tour reichlich! Wir hatten nicht bedacht, dass aufgrund des morgigen Schweizer Nationalfeiertags die meisten Leute im Kurzurlaub sind. Dabei hatten wir so ein schönes und einladendes Restaurant in Matzingen gefunden. So begannen unsere Mägen denn auch mit jedem Kilometer mehr und mehr durchzuhängen. Im Ort Wängi schließlich fanden wir, nachdem wir einen Spaziergänger gefragt hatten, einen geöffneten Gasthof, wo wir ein kühles Panache und ein zünftiges Schnitzelbrot bekamen. Und zum Nachtisch sogar noch einen schönen Eisbecher (bzw. Karamelcreme und Mousse au Chocolat). Damit waren Hitze und Anstrengung sofort wieder vergessen. Vor dem Gasthof schlossen wir dann noch Freundschaft mit einer sehr verschmusten Katze.

Unser Fazit: diese Wanderung ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hier noch der übliche Link zu den Bildern.

24. August 2011

Fliewatüüt

Wer kennt es nicht auch noch, das schöne Jugendbuch von Boy Lornson, in dem Robbi und Tobbi Abenteuer bestehen müssen (und das von Maus-Macher Armin Maiwald legendär verfilmt wurde). Dieses mehrfach-taugliche Vehikel konnte Fliegen, auf dem Wasser fahren und wie ein Auto ("tüüt") auf der Strasse fahren.

Die letzten und die kommenden Tage beinhalten alle drei Komponenten für Peter und mich, nämlich geht es in knapp 2 Wochen mit dem Flieger wieder nach Hurghada in Ägypten, um 1 Woche Tauchurlaub zu machen. Gerade gestern hatten wir nochmal eine Auffrischungslektion im Pool und mein leidiges Problem Maske ausblasen habe ich gut gemeistert. Auch meine Tarierung ist inzwischen viel besser geworden, so dass ich mich freue, wieder als künstlicher Fisch im Roten Meer zu schwimmen. Was uns besonders bei dieser Reise erfreut ist die sehr kurze Fahrt zum Flughafen. In knapp 12 Minuten sind wir mit der S-Bahn da und müssen nicht erst 1 Stunde fahren, wie sonst immer nach Münster/Osnabrück oder Hannover. :-)

Geschwommen haben wir am letzten Wochenende -- in dieser momentan heissen Periode, bis zu 37 Grad C -- dann endlich in unserem Naherholungsgebiet, den "Katzenseen". Nur 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernt ist unsere Badi. Es ist ein herrliches Badegefühl, nicht in Chlorwasser zu schwimmen, sondern in einem Naturgewässer mit zwar grüner Trübung, aber doch recht klarem und geniessbarem Wasser und bester Abkühlung. Wir haben zwar nicht geschafft, den ganzen See am Sonntag Nachmittag schwimmend zu umrunden, aber 3/4 der Strecke haben wir dann doch absolviert. Zwar gab es ausser uns noch viele weitere Besucher des Katzensees (es ist nur einer zum Schwimmen freigegeben), aber da sich die Masse der Leute beim Einstieg und in Ufernähe gehalten hat, waren wir angenehm viel Zeit allein.

Und was nun den dritten Teil des Titels angeht: seit heute haben wir nach einer gewissen Prozedur Schweizerische Kontrollschilder erhalten und fahren nun nicht mehr als Deutsche erkennbar durch Stadt und Land (tüüt). Die Zulassungsprüfung war nach ca. 30 Minuten erledigt, nur einen Hinweis wegen des nicht erfüllten Schweizer Sauberkeitsstandards habe ich erhalten: es wird erwartet, dass eine Motor- und Unterbodenwäsche gemacht wird, damit alles tiptop sauber und für die Prüfer gut sichtbar ist). Aber man hatte Verständnis, weil der deutsche TÜV auf so etwas ja keinen Wert legt und das die hiesige Garage (Werkstatt). Übrigens: die Halterungen für deutsche Kennzeichen sind hier nicht verwendbar, da es vorn das Mini-Schild und hinten das normal lange Schild gibt, was aber dennoch eine andere Grösse hat. So viele Details...