27. Dezember 2011

Weihnachtsmarkt in Bremgarten (03.12.2011)

Wenn sowohl Anke als auch ich - unabhängig voneinander - von unseren Arbeitskollegen einen ganz tollen Weihnachtsmarkt empfohlen bekommen, ist es natürlich Ehrensache, sich die Sache auch mal vor Ort anzusehen. Allerdings hatten wir nicht allzu lange Bedenkzeit, denn dieser Weihnachtsmarkt findet nur für genau vier (4) Tage statt!

Der Ort Bremgarten ist auf jeden Fall auch ohne Weihnachtsmarkt einen Abstecher wert. Schön an einem Fluss mit Namen Reuss gelegten, wirkt der Ort, als sei die Zeit hier ein kleines bisschen stehen geblieben. Die Altstadt mit ihren schönen Gassen, Häusern und Fassaden lädt zum Gucken, die zahlreichen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Aber wir sind ja heute nicht zum Sightseeing oder für die kulinarische Begutachtung gekommen.

Der Weihnachtsmarkt von Bremgarten verdient ohne jeden Zweifel die guten Empfehlungen, die wir erhalten haben. Die ohnehin schon hohen Erwartungen konnte dieser Markt noch ein gutes Stück übertreffen. Die komplette Innenstadt dient als Schauplatz für das Getümmel. Und natürlich fehlt es bei der kurzen Dauer auch nicht an Besuchern. Stand an Stand und Bude an Bude reihen sich nebeneinander auf, köstliche Düfte erfüllen die Straßen und die an- und dargebotene Vielfalt an Speisen, Kunsthandwerk, Klamotten, Schmuck, Accessoires und Krimskrams kann es bequem mit jedem größeren Weihnachtsmarkt in Deutschland aufnehmen. Auffällig ist aber, dass es sich gerade bei den handwerklichen Produkten um durchweg sehr hochwertige und künstlerisch ansprechende Dinge handelt. Da kann man sich teilweise gar nicht sattsehen. Und es ist für jeden Geschmack, und Geldbeutel etwas dabei, egal ob man auf Töpferei und Keramik, Metall, Holz, Wachs oder Papier steht. Für jeden Dekorationsstil und für jede Inneneinrichtung findet man hier etwas passendes. Und wer partout noch keine Idee hat, was man dem/der Liebsten schenken könnte dieses Jahr, so findet man hier mit Sicherheit eine passende Inspiration.

Mehrere Stunden haben wir uns so durch die Mengen gewühlt, um die Runde dann mit ein paar köstlichen, in Teig ausgebackenen Apfelringen mit Zimtzucker in Vanillesoße abzuschließen. Nächstes Jahr kommen wir bestimmt wieder her! Und die Bilddokumente dazu findet Ihr hier.

22. Dezember 2011

Kurzurlaub in Adelboden (21. - 23.11.2011)

Da es bis Weihnachten noch soooo weit ist und wir trotzdem das Gefühl haben, eine kleine Auszeit zu brauchen, haben wir uns die Wartezeit noch mit einem Kurzurlaub in Adelboden versüßt. Adelboden liegt im Berner Oberland und ist den meisten Schweizern als beliebtes Skigebiet ein Begriff.

Die Anfahrt von Zürich nach Adelboden mit öffentlichen Verkehrsmitteln verläuft in vier Etappen und dauert etwa drei Stunden. Erst geht es mit dem Intercity in einer Stunde nach Bern. Getrübt wurde dieser Abschnitt eigentlich nur durch zwei Geschäftsreisende - ein älterer Herr und eine Dame mittleren Alters - die sich direkt neben uns zuerst ein (penetrant riechendes) Brathühnchen reinpfiffen und anschließend mit ihren Zeitungen um die Wette rascheln. Es ist kaum zu glauben, welche Geräuschbelästigung man mit einer simplen Zeitung produzieren kann. Naja, Geduld als Fähigkeit möchte gut trainiert sein.

Die nächste Umsteigestation nach Bern heißt Spiez. Hier kann man schon einen ersten schönen Eindruck der alpinen Landschaft bekommen. Und die Endstation ist schließlich Frutigen, von wo es mit dem Postauto weitergeht (so heißen hier in der Schweiz die Busse). Zwischen Frutigen und Adelboden muss der Bus immerhin 550 Höhenmeter überwinden. Auf unserem Weg durchqueren wir mehrere kleine Ortschaften und genießen die wunderschöne Berglandschaft. Adelboden ist Endstation unseres Postautos und das Hotel liegt direkt schräg gegenüber von der Busstation. Sehr praktisch. Da die Skisaison hier erst Mitte Dezember startet, ist es im Hotel und auch im Ort noch sehr ruhig. Das Zimmer ist urgemütlich und wir haben von unserem Balkon aus einen phantastischen Blick auf die Berge. Das wird bestimmt klasse, morgens aufzuwachen und gleich mal diesen Anblick zu genießen. Wir starten unseren Urlaub mit einem kleinen Erkundungsgang durch den Ort. Viele Restaurants haben noch geschlossen und in vielen Geschäften wird kräftig renoviert, umgebaut und dekoriert. Aber die Touristeninfo hat schon offen und dort lassen wir uns erst einmal zu ein paar Unternehmungen inspirieren. Die Wanderkarte zeigt, dass wir hier so einiges geboten bekommen.

Adelboden selbst liegt auf einer Höhe von 1.350 Metern. Für die Jahreszeit untypisch: es liegt noch keine Flocke Schnee. Was für die Ski- und Langläufer sehr bedauerlich ist, kommt uns wiederum sehr gelegen, da wir zum einen des Skifahrens (noch) nicht mächtig sind und ohnehin vorhatten, Adelboden wandernd zu erkunden.

Tag 1

Wir lassen es erst einmal ruhig angehen. Nach dem tadellosen Hotelfrühstück (besonders lobend zu erwähnen: das frische, knusprige und absolut köstliche Brot) packen wir unsere Sachen und fahren mit dem Postauto wieder in Richtung Frutigen. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Adelboden und Frutigen liegt der Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung: die Fußgängerbrücke Hostalde. Die Überquerung dieser Brücke erfordert schon ein bisschen Überwindung. Zum einen geht es RICHTIG tief runter - wie man durch das Stahlgitter, auf dem man läuft, bestens sehen kann -, zum anderen beginnt das Ding nach ein paar Schritten ordentlich zu wackeln. Ok, Augen geradeaus und immer einen Schritt nach dem nächsten. So kommt man rüber.

Unser heutige Wanderweg ist der sogenannte "Holzskulpturenweg". Ein hier ansässiger Bergbauer mit künstlerischen Ambitionen (und mit Bedarf für eine zusätzliche Einnahmequelle) fing vor einigen Jahren damit an, Holzfiguren zu schnitzen und stellte einen guten Teil seiner Werke an diesem Wanderweg aus. Mehrere Dutzend seiner Werke kann man auf dem Weg nach Frutigen bewundern. Die allermeisten Skulpturen stellen Tiere dar, z.B. Wildschweine, Bären, Steinböcke und Adler. Manche Tiere scheinen dem Künstler dabei eindeutig besser zu liegen als andere. Steinböcke beispielsweise sehen richtig gut aus, während die Adler nicht ganz so überzeugend geraten sind. Egal, für einen ambitionierten Hobbykünstler ist es in jedem Fall eine achtenswerte Leistung.

Da es bei unserer Ankunft im Tal noch sehr zeitig ist, statten wir in Frutigen dem Tropenhaus einen Besuch ab, das ca. zehn Minuten vom Bahnhof entfernt liegt. Es verdankt seine Existenz einer Thermalquelle, die nicht nur das Wachstum von tropischen Pflanzen ermöglicht, sondern die man hier direkt auch noch für eine große Störzucht nutzt und die Gewinnung von Kaviar. Die Tour durchs Tropenhaus beginnt in einem kleinen Museum über Geothermie und Geologie. Anschließend kann man draußen die riesigen Zuchtbecken für die Störe besichtigen. Und schließlich geht es in die Tropenhäuser, wo man eine große Auswahl exotischer Gewächse, Früchte und Blumen bestaunen kann. Das Klima hier ist natürlich sehr heiß und feucht. Nicht nur Pflanzen hält man hier, sondern auch Tiere. Besonders ulkig ist eine Schar puscheliger Hühner, die frei zwischen den Pflanzen herumläuft.

Nachdem wir uns an den Pflanzen sattgesehen haben, probieren wir noch das Tropenhaus-eigene Restaurant aus. Die Auswahl an Speisen ist nicht groß, dafür aber sehr edel und exotisch. Neben den regulären Getränken bietet die Karte auch einen hausgemachten Saft an, der aus den im Tropenhaus geernteten Früchten hergestellt wird. Den probieren wir doch gleich mal und finden ihn superlecker. Leider wird er aufgrund seiner schnellen Verderblichkeit im Laden nicht verkauft. Davon hätten wir uns sonst gleich noch zwei Flaschen mitgenommen.

Zurück geht es dann mit dem gleichen Postauto wie gestern, sogar die Zeit ist genau die gleiche wie gestern. 24 Stunden da und schon so viel Tolles erlebt. Wir runden den Tag mit einem edlen Dinner im Hotel ab. Bedingt durch die Vorsaison sind außer uns gerade mal vier weitere Tische besetzt. Essen und Wein in diesem Hotel sind einfach nur superköstlich und die Bedienung ist an Freundlichkeit kaum noch zu übertreffen. Zweimal gut geschlemmt an einem Tag, ziemlich dekadent, oder? Uns jedenfalls hat es so gut gefallen, dass wir uns für morgen Abend gleich wieder zum Dinner anmelden.

(Bilder Tag 1)

Tag 2

Die Wanderung am zweiten Tag führt uns genau in die entgegengesetzte Richtung. Heute stehen ein paar schöne Wasserfälle auf dem Programm, die Engstligenfälle. Die Wasserfälle kann man sich bequem vom Hotel aus erwandern. Natürlich tun wir das auch heute nicht ohne kräftiges Frühstück vorneweg. Das Wetter ist super, so gut wie keine Wolke am Himmel und postkartenmotiv-tauglicher, blauer Himmel.

Der erste Teil der Strecke führt uns einmal quer durch Adelboden durch und dann an mehreren Hügeln vorbei am Wasser entlang. Die ein oder andere Eisscholle kann man im Bach schon sehen und auch wenn kein Schnee liegt, so finden sich im Schatten immer wieder kleinere Flecken, auf denen der Rauhreif schöne Blumenmuster gebildet hat. Der Unterschied zwischen Schatten und sonnigen Abschnitten ist enorm. Während man auf der sonnenabgewandten Seite die dicke Jacke gut brauchen kann, käme man auf einem sonnenbeschienenen Hügel heute sicher auch mit einem T-Shirt aus. Kein Witz.

Je weiter wir uns vom Ort entfernen, desto schroffer und wilder wird die Gegend. Unterwegs begegnet einem hier kaum noch eine Menschenseele. Die Schilder lassen jedoch ahnen, dass hier ein beliebtes Langlaufgebiet ist, wenn denn mal Schnee liegt. Im Wald vor den Wasserfällen begegnet uns dann noch ein schwarzes Eichhörnchen. So einen Kameraden haben wir schon gestern auf dem Holzskulpturenweg gesehen. Sehr niedlich, aber auch sehr scheu.

Die Wasserfälle selbst sind wunderschön anzusehen, auch wenn sie - bedingt durch die Jahreszeit und die große Trockenheit der letzten Monate - nur wenig Wasser führen. Das ganze Areal ist geradezu übersät von schroffen Felsbrocken, die das Wasser im Laufe der Zeit zu Tal befördert hat. Absolut grandios.

Der Rückweg geht dann ziemlich flott. Etwa zwanzig Minuten vom Wasserfall entfernt befindet sich eine Talstation, wo - wie für uns bestellt - ein Bus zur Abfahrt bereit steht. Hätten wir den verpasst, wäre der nächste erst eine Stunde später gefahren. So hatten wir eine Wartezeit von zwei Minuten. Perfektes Timing. Und auch dieser Bus fährt uns direkt vor das Hotel. Bequemer kann man es sich kaum wünschen.

Den Tag lassen wir dann erneut im Hotelrestaurant ausklingen. Heute ist ein bisschen mehr los, weil eine Abendgesellschaft zum Feiern gekommen ist. Das ist aber nicht weiter tragisch. Essen, Wein und Service sind ebenso fabelhaft wie schon am vorigen Tag.

(Bilder Tag 2)

Tag 3

So, nachdem wir unser Wanderniveu kontinuierlich gesteigert haben, machen wir heute noch einmal einen größeren Ausflug mit ordentlichen Höhenmetern. Das Ziel heißt Schärmtanne und wurde uns ebenfalls von der freundlichen Dame bei der Touristeninfo empfohlen. Es geht wieder direkt beim Hotel los und führt zunächst in die gleiche Richtung, wie schon die gestrige Wanderung. Am Ende des Dorfes biegen wir allerdings nicht links ab in Richtung Wasserfälle, sondern rechts. Und von hier aus geht es kontinuierlich bergan.

Die Route liegt sehr im Schatten, so dass wir gleich zu Anfang ein paar beeindruckende Eisformationen an der Wand sehen können. Offenbar wurden wir gut beraten, denn diese Tour bietet noch einmal alles auf, was man sich von einer schönen Bergwanderung verspricht. Wundervolle, malerische Bergpanoramen, wohin das Auge reicht. Und immer wieder laufen wir an Geröllhalden vorbei, bei denen sich Wanderer mit den charakteristischen Steintürmchen verewigt haben. Das möchten wir doch auch mal ausprobieren. Anke hat den Dreh relativ schnell raus und baut gleich mehrere ansehnliche Kunstwerke. Jetzt sind wir hier ebenfalls verewigt.

An einer besonders vereisten Stelle rutschten wir denn auch gleich nochmal aus und schlitterten auf unseren vier Buchstaben ein paar Meter weit, aber zum Glück ist nichts passiert. So etwas möchte man aber bestimmt nicht in der Nähe eines Abgrunds erleben. Bei dem Gedanken kann es einem schon mulmig werden.

Ein paar respektable Hügel später sind wir schließlich in Gilbach angekommen, wo wir zu Mittag essen. Das Restaurant ist eines der wenigen, die 365 Tage im Jahr offen haben. Aktuell werben sie mit einem Single-Dinner für Weihnachten. Für alle die, die nicht einsam zu Hause herumsitzen möchten. Eigentlich eine richtig liebe Idee. Vielleicht findet das ein oder andere einsame Herz ja bei dieser Gelegenheit sein Gegenstück.

Wie viele Höhenmeter wie heute angesammelt haben, zeigt der Rückweg ins Hotel. Wir laufen eigentlich kontinuierlich bergab vom Restaurant aus und kommen optimal am oberen Ende von Adelboden heraus. Da hat uns unser Orientierungssinn gut geleitet. Zum letzten Mal kehren wir bei dem Bäckerei-Café Haueter ein, das wir schon bei unserem Rundgang am ersten Tag entdeckt haben. Hier serviert man einen erstklassigen Kaffee und die Kuchentheke bietet eine Auswahl... einfach köstlich. Dazu kann man - drinnen oder draußen - das wunderbare Bergpanorama genießen.

Nach einer solchen Wanderung wird es endlich mal Zeit, den viel gepriesenen Wellness-Bereich des Hotels auszuprobieren. Neben einem Spa und einem (ziemlich kühlen) Indoor-Pool hat es noch einen gut beheizten Pool draußen mit einem wunderschönen Blick über die Berge. Ein Traum. Hier lässt es sich gut aushalten. Leider bekommen wir den Trick nicht raus, wie man die Blubber-Düsen im Pool anstellt. Dass es funktioniert, konnten wir aber schon ein paarmal vom Restaurant aus beobachten. Egal, das mindert den Genuss nicht wirklich.

Auch wenn das Hotelrestaurant noch so gut ist, am letzten Tag möchten wir noch einmal etwas anderes ausprobieren und so besuchen wir das Hotel-Restaurant Adler, das nur ein paar hundert Meter von unserem Hotel entfernt liegt. Hier geht es etwas uriger zu als in unserem Hotel, aber das Essen ist ebenfalls superköstlich und man fährt satte Portionen auf. Wir müssen beide kapitulieren, soviel schaffen wir nicht mal nach einem so ausgiebigen Wandertag.

Was bleibt noch zu sagen? Adelboden, das Hotel Cambrian und das Café Haueter haben uns nicht zum letzten Mal gesehen. Dafür waren diese drei Tage einfach zu schön. Mal sehen, ob wir uns das Vergnügen das nächste Mal im Sommer oder verschneit im Winter ansehen. Lohnen wird es sich sicherlich zu jeder Jahreszeit.

Ein R(h)einfall war es nicht (18.09.2011)

Eigentlich eine Schande, dass wir so dicht beim Rheinfall wohnen und es in knapp einem Jahr nicht geschafft haben, dorthin mal einen Ausflug zu machen. Aber mit den Gästen schaffen wir es nun endlich. Und soviel kann man gleich schon vorwegnehmen: dieses Ziel ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Schon die Dimension des Parkplatzes und der Touristeninfo geben einen ersten Eindruck davon, wieviel Betrieb hier im Sommer und den Ferienzeiten bzw. am Wochenende herrschen muss. Zum Glück sind wir außerhalb der Hochsaison hier und können alles ohne großes Gedränge erleben. Selbst das Wetter macht mit. Wir haben zwar keinen blauen Himmel, aber angenehme Temperaturen und keinen Regen.

Wir beginnen die Tour in einem kleinen Museum, in dem gemischte Exponate unterschiedlicher Epochen ausgestellt sind. Besonders nett ist eine Sammlung unterschiedlicher Sessel und Stühle aus mehreren Jahrhunderten. Durch die Museumsfenster kann man auch schon einen ersten beeindruckenden Blick auf den Rheinfall erhaschen. Wow! Kein Wunder, dass dieses Schauspiel jedes Jahr so viele Gäste anlockt. Riesige Wassermassen rollen sich über die Felsen in die Tiefe und produzieren dabei eine unvergleichliche Kulisse - sowohl für Augen als auch Ohren.

Das Schauspiel sehen wir uns doch gleich mal aus der Nähe an. Und viel mehr Nähe als am Rheinfall kann man zu tosendem Wasser kaum haben. Aussichtsplattformen ragen - nur wenige Zentimeter über dem Getöse - ein gutes Stück über den Fluss. Am äußersten Rand einer solchen Plattform kann es einem schon mulmig werden, wenn man die Flut unter sich vorbeitoben sieht. Wer da reingerät, hätte vermutlich keine Chance. Treppen und Wege verbinden die zahlreichen Aussichtspunkte. Besonders mutige (und wasserfest gekleidete) Gäste können sich mit dem Boot zu einem Felsen fahren lassen, der direkt im Zentrum des rauschenden Wassers steht. Da wir zwar den nötigen Mut, nicht jedoch die passende Kleidung nebst Schuhwerk dabei haben, verzichten wir heute auf dieses Abenteuer.

Stattdessen wandern wir über die Brücke auf die andere Seite des Flusses, wo wir einen wunderschönen Blick auf die Burg haben. Der Rheinfall ist auch aus dieser Perspektive sehr schön und mit Sicherheit ein beliebtes Fotomotiv. Die Uferpromenade auf dieser Seite bietet darüber hinaus alles, was der Tourist benötigt: Erfrischungen, Hot Dogs, Souvenirs und Postkarten. Am Ende des Weges liegt der Anlegesteg der Rheinfall-Boote. Statt zum Felsen in der Mitte kann man auch einfach nur zum anderen Ufer übersetzen. Für diese Variante entscheiden wir uns. Und bis das Boot ablegt, bestaunen wir noch die zahlreichen Fische, die sich hier im - inzwischen wieder ruhigen - Wasser tummeln. Ein ganzer Schwarm hat sich hier niedergelassen und offenbar auch keine größere Scheu. Bis auf wenige Zentimeter kommen sie im flachen Wasser heran.

Bei Übersetzen ans andere Ufer können wir noch einmal die ganze Pracht dieses Schauspiels genießen. Vom Steg aus kann man anschließend mit einem gläsernen Aufzug zum Museum zurückkehren und sich den beschwerlichen Aufstieg zur Burg sparen. Damit wäre die Runde vollendet. Noch einen Kaffee zum Abschluss und dann wäre ein weiterer schöner Tag erlebt. Auch dieses Erlebnis können wir guten Gewissens weiterempfehlen.

Hier findet der geneigte Leser also die Bild-Dokumente.

Pilatus - Goldene Tour (17.09.2011)

Mitte September hatten wir wieder Gäste aus der Heimat: Ankes Bruder Norbert und seine Frau Kerstin. Und natürlich ließen wir es uns auch diesmal nicht nehmen, den beiden ein paar schöne Ecken der Schweiz zu zeigen. Für das richtige Gebirgs-Feeling hatte sich schon bei früheren Besuchen der Pilatus bei Luzern bewährt. Doch diesmal wollten wir die XXL-Version erleben, die sogenannte Goldtour. Bei der Goldtour lernt man den Pilatus - buchstäblich - von allen Seiten und aus unterschiedlichsten Perspektiven kennen.

Los geht es mit der Gondelbahn in Kriens (516 m), wo man in zwei Etappen nach Fräkmüntegg (1416 m) geführt wird. Dann steigt man in eine Hochseilbahn um, die einen zum Pilatus-Gipfel (2132 m) bringt. Während der knapp zehn Minuten in der Hochseilbahn kann es einem schon ein bisschen mulmig werden. Es geht links und rechts doch ziemlich tief hinunter. Der Tag lässt sich zwar noch etwas trübe an, aber es ist trocken und man hat - trotz allem - eine passable Fernsicht. Der Vierwaldstättersee sieht von hier oben besonders toll aus.

Oben angekommen erkunden wir entlang der Wander- und Spazierwege den Gipfel und genießen die wundervolle Aussicht. Von der Bergstation aus beobachten wir den Start eines Tandem-Gleitschirms. Leider hat das Pärchen beim ersten Versuch etwas Pech mit dem Wind. Die beiden werden kurz angehoben und poltern dann ziemlich unsanft auf den Boden. Aber keine Sorge, keiner wurde verletzt. Und der zweite Versuch klappte dann ohne weitere Probleme. Für dieses Hobby braucht es sicher einigen Mut! Obwohl es nicht allzu kalt ist, tut der anschließende Kaffee und Kakao im Restaurant der Bergstation richtig gut.

Der zweite große Abschnitt der Goldtour ist die Fahrt mit der Pilatusbahn, der mit einer maximalen Steigung von 48% steilsten Zahnradbahn der Welt. In den komfortabel-gemütlichen Wagen der Zahnradbahn lässt sich die Fahrt ins Tal angenehm verbringen und das gebotene Panorama ist einfach spektakulär. Da weiß man gar nicht, wohin mal als erstes die Kamera richten soll. Das sehen zwei Japaner in der Nachbarkabine offenbar genauso und so knipsen wir Fotos um die Wette. Die Fahrt beginnt noch auf kargen Wiesen mit viel Geröll und beeindruckenden Felsformationen. Je tiefer wir kommen, desto mehr setzt sich die Flora wieder durch, bis wir schließlich durch dichten Wald fahren. Wie alles Schöne, so geht leider auch diese tolle Fahrt viel zu schnell vorbei.

Bis zum dritten und letzten Abschnitt der Pilatus-Goldtour ist gerade noch genügend Zeit, um einen leichten Imbiss einzunehmen. Direkt bei der Talstation lädt hierzu ein nettes Cafè ein, wo wir uns eine köstliche Suppe genehmigen. Danach heißt es: alle Mann an Bord. Zurück geht es nämlich via Boot. Hier kann man auf dem Oberdeck noch einmal so richtig die Seele baumeln lassen und die schöne Uferaussicht genießen. Niedliche kleine Ortschaften, Hotels und kleine Uferpromenaden mit Restaurants und Cafès wechseln sich ab. Je weiter man nach Luzern kommt, desto luxoriöser werden die Anwesen, die am Ufer zu sehen sind. Einige davon gleichen eher kleinen Schlösschen. Und natürlich sind diese Schmuckstücke stets umgeben von parkähnlichen Gartenanlagen. Wer hier mit einer oder zwei Millionen ankommt, wird sicher erstmal ausgelacht. Das ganze wird dann nur noch überboten von Luzern selbst. Die Luxushotels wetteifern in Sachen Pomp und Größe mit den Kirchen und Casinos um die Wette. Luzern werden wir uns sicher noch einmal im Rahmen eines weiteren Ausflugs noch ein bisschen näher ansehen.

Mit dem Bus geht es vom Hafen schließlich zurück nach Kriens, wo die Rundreise ihren Anfang nahm. Unser Fazit: eine wundervolle und trotzdem entspannte Tagestour, die extrem viel zu bieten hat und die man darüber hinaus auch sehr individuell gestalten kann. Da Gondeln, Bahnen und Boote bis zum späten Nachmittag regelmäßig verkehren, kann man überall so lange verweilen, wie es einem gefällt, ohne sich hetzen zu müssen. Uneingeschränkt zu empfehlen und jeden Rappen wert.

Und hier wieder der Link zu den Bildern.