25. September 2008

Scream

Alles rausschreien wünsche ich mir.
Die Welt bricht um mich zusammen und ich sehe die Stützpfeiler meiner Illusionen stürzen.
Bedeutet das Freiheit? Freiheit von den Fesseln der Verbindlichkeit, Mitmenschlichkeit und Verantwortlichkeit?

Ich wünsche mir einen klaren Blick auf die Ereignisse dieser Tage und den Mut, meinen Weg zu gehen, auch wenn dies bedeutet, nicht mehr der Mensch zu sein, der man einmal war - und der doch so geliebt wurde.

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und ich tue ihn jetzt.

26. August 2008

The Joker killed Heath Ledger

Am Freitag haben wir uns "Dark Knight" angeschaut. Ein Film, der mit großen Erwartungen, zahlreichen Teasern und Trailern und natürlich wegen des tragischen Todes eines der Hauptdarsteller große Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Es ist ein finsterer, aufwühlender aber auch höchst faszinierender Film, der mit ausgezeichneten Schauspielern eine Geschichte mit vielen Schichten erzählte. Entgegen der Pop-bunten Filme von Tim Burton werden von Chris Nolan mit "Batman Begins" und "Dark Knight" Figuren zum Leben erweckt, mit denen man fühlen kann, sie hasst und sich vor ihnen bis ins Mark fürchtet. Besonders die kompromisslose Darstellung des Jokers zieht einen in den Bann. "Pure Anarchie und chaotische Gewalt", so beschreibt der Regisseur die Figur selbst - und Heath Ledger ist ein Meisterstück gelungen.

Ich bedaure von Herzen, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Einmal, weil er so den IMO verdienten Oscar in eigenen Händen halten (und auch seine Tochter aufwachsen sehen) könnte. Auch, weil von einem so überragenden Darsteller vieles noch möglich gewesen wäre.

Vielleicht hat die Kunst auch hier wieder ein Opfer gefordert: wer alles gibt, dem bleibt nichts mehr...

Nachtrag vom 07.11.2008:
Endlich hat der SPIEGEL eins der letzten Interviews mit Heath Ledger online gestellt (PDF-Datei).

8. August 2008

Was war denn so alles...

Wenn man seit März keinen Eintrag mehr eingestellt hat, muss man ziemlich nachdenken, was in der Zwischenzeit so alles passiert ist.

Das schönste Highlight war unser 3-wöchiger USA Urlaub vom 03. - 24.06.2008. Hierzu soll auch ein eigenständiges Blog erstellt werden, aber dazu muss noch der Reisebericht abgetippt und die Bilder (924) sortiert werden. Auch ein oder zwei Filmchen von unserer Walbeobachtungstour von Cape Cod aus wären dabei und Bilder von den Niagara Fällen. :-)

Ausserdem habe ich vor kurzem eine Ernährungsumstellung (Metabolic Balance) begonnen, damit ich endlich nach 40 Jahren hemmungslosem Querfressen und meinem persönlichen Beitrag zum weltweiten Jojo-Effekt eine vernünftige Essweise lerne (ja ja, wissen tut man das alles, aber für die Umsetzung ist man zu bräsig). Mit Freuden sehe ich die Kilos, das Fett und den BMI dahin schmelzen- aber diesmal nicht meine gute Laune (sehr zur Freude meines lieben Mannes).
Ist das bei Fett eigentlich auch so wie beim Geld? Man sagt Rockefeller diesen Sinnspruch nach: "Ihr Geld ist nicht weg - es ist nur woanders."

Was mich aber heute insbesondere dazu veranlasst, wieder was reinzuschreiben, ist die Wiederkehr eines netten Ex-Studenten, Ex-Mitarbeiters und Nicht-Ex-Bloggers, der wieder an der Uni Bielefeld eine Stelle angetreten hat. Welcome back and enjoy. :-)

7. März 2008

Katzenfreud, Katzenleid

Was jeder Katzenbesitzer kennen wird, ist hier auf charmante Weise dargestellt:



Bei uns passiert das mindestens 3 bis 4 Mal in der Nacht, bis auf den Gartenzwerg ist alles schon vorgekommen. :-)

(mit herzlichem Dank an Grainne für den Youtube-Link)

8. November 2007

Raindrops keep falling on my head...

... aber nicht, weil wir ein Loch im Dach haben, sondern ganz kontrolliert und gewollt in der Dusche.

Im Rahmen der Badrenovierung hatte ich für Peters Duschgrotte eine Grohe Rainshower Handdusche (Vorsicht, Werbung!) bestellt, die heute eingetroffen ist. Das Probeduschen ist traumhaft verlaufen: so ein weicher Wasserguss lädt zum unvernünftig langen Verweilen unter dem Duschstrahl ein. Auch die anderen Einstellungen des Brausekopfs waren höchst erquicklich. :-)

30. Oktober 2007

Hilfe - Pudding!

... sowas müssen unsere süddeutschen Freunde wohl gedacht haben, als sie beim Anblick des Pulvers gleich an böse Anthrax-Attacken dachten. Dank der Psychosomatik wurde dann auch einem Postler gleich schlecht - "nah, des sam ma net g'wohnt, wia kenna nua Boarisch Krem". Hier der Artikel (NW vom 30.10.2007).

Wahrscheinlich wird dies der These, dass es Bielefeld gar nicht gibt und dass alles nur eine Verschwörung ist, mal wieder Aufschwung geben. :-)

28. Oktober 2007

Apfelkuchen-Zeit

Da nun schon seit einigen Wochen die Äpfel von den Bäumen fallen und meine älteste Schwester uns (Muttern und mich) kartonweise mit leckeren Boskop-Äpfeln versorgt, wird es Zeit, dass ich auch endlich mal einen Apfelkuchen backe.

Das Rezept ähnelt dem für Pflaumenkuchen vom Blech, d.h. es wird ein Quark-Öl-Teig (2/3 des Rezepts für 1 Blech) hergestellt und mit Apfelschnitzen bedeckt. Bei 180 C für 35 Minuten in den Ofen (Umluft 160 C). Vor dem Einschub ins Rohr mit etwas Puderzucker bestreuen, dann karamelisieren die Äpfel schon leicht an und erhalten eine appetitliche Bräune.

Nach Ende der Backzeit mit gehackten Mandeln (am besten vorher angeröstet oder gar karamelisiert) und Zucker, Zucker & Zimt bestreuen und nochmal für ca. 5 Minuten in den Ofen geben, damit es anschmilzt.

Lecker. :-)

27. Oktober 2007

Coffee makes the world go round...

Beim Stöbern nach einem netten Kaffee-Vollautomaten - mit dem ich als Gesamtweihnachtsgeschenk für Herrn und Frau W. liebäugele - bin ich tatsächlich auf eine internetfähige Kaffeemaschine gestossen. Bitte entschuldigt, wenn ich damit den Trend der Onlineentwicklung verschlafen habe und das quasi schon Standard ist, aber was soll das?

Ich kann weder Bohnen noch den Kaffee selbst online downloaden und trinken, also welchen höheren Kaffeegenuss soll es mir bringen, die Maschine mit anderen Rechnern quatschen zu lassen. Der Begriff "Back-Bohn" bekommt hier wahrscheinlich eine ganz andere Bedeutung...

24. Oktober 2007

Abenteuer Baustelle

Dass hier eine Weile keine neuen Einträge dazu kamen, lag schlicht und einfach an einem Mangel an Zeit und viiiel Arbeit.

Im Juli hatten wir den verwegenen Plan gefasst, unsere alten Badezimmer zu renovieren, von häßlich-grau und gesprungen-weiß zu elegant und sonnig.

Eifrig ans Werk und viel Dreck produzierend wurde erst Peters Bad von einem grau-tristen Duschbunker in eine freundliche Duschoase verwandelt. Bei unserem Fliesenleger des Vertrauens hatten wir beim ersten Anblick die Bambus-Fotofliesen ins Herz geschlossen und wurden von unserer Phantasie nicht enttäuscht.

vorher: nachher:

Werbung: Engers Bambus Fliesen in weiß und grün (50 x 30 cm) , Foto-Fliesen mit Bambus-Motiv (50 x 10 cm)

Mein Bad folgte nach Fertigstellung des ersten Bades, damit es nie zu einem Wasch- und Pipi-Engpass kommen musste. Ein bisschen frustrierend war es schon, nach getanem Werk gleich wieder mit dem gleichen Mist (Fliesenklopfen, Wand ausgleichen, Fließfolie streichen, Deckenpaneele abreissen etc.) wieder anzufangen, aber der Erfolg belohnte die Mühen. Schließlich war das erste Bad so schön, dass wir frischen Mut hatten - soo unbegabt sind Bruderherz und Schwesterlein nicht.

vorher: nachher:

Werbung: Cesi Fliesen, Bianco und Cedro (20 x 20 cm), Mosaikfliesen Andros (30 x 30 cm Netz)

Derzeit sind wir noch in den letzten Zügen meines Bades, die Fliesen sind gelegt und verfugt, gestern kam die Lattung für die Paneele an die Decke und heute werden diese angeschraubt. Mit ein paar Tuben Silikon, passender Bad-Keramik und Accessoires (ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich dieses Wort verwende) wird die Wellness-Oase Sonnenschein in Kürze eingeweiht. :-)

2. August 2007

Mein Senf zum iphone

Als alter Apple-User und Macintosh-Fan hatte ich mit großem Vergnügen Steve Jobs' Präsentation des iphone angeschaut und überlege - sofern der Anbieter und Preis erträglich sind - mir die abgespeckte Version zuzulegen.

Was damit dann endlich alles möglich sein wird, eröffnen die folgenden Videos auf Youtube:

13. Juli 2007

Sternstunde

Am Mittwoch, 11.07.2007, ereignete sich ab 20.10 Uhr eine Sternstunde.

Die drei beteiligten Personen werden diese Stunde immer in ihrem Herzen behalten und die Erinnerung daran wird für alle Zeit die Liebe des Augenblicks in sich tragen.

Ich liebe Euch!

7. Juni 2007

Blog mit Rezepten

Dank Daniel L. aus M. habe ich wieder Zugriff auf die Dateien meiner damaligen leo.org-Homepage, wo auch einige lieb gewonnene Rezepte zur Verfügung standen.

Ich wollte mich hier nicht mit weiteren Kategorien auseinandersetzen bzw. bei der reinen Suche nach einem Rezept dem Besucher nicht meine anderen exhibitionistischen Ergüsse antun. Deshalb habe ich ein neues Blog "Vellas Rezepte" angelegt und werde peu à peu die alten Texte dort anbieten.

Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen!

2. Juni 2007

Kleine Bauherren

Seit einigen Tagen umschwirren Schwalben unser Haus und tatsächlich scheint ihnen die Lage zuzusagen: sie haben die Fassade als Grundlage für ihre Eigenheime gewählt. An drei Stellen am Haus sind jetzt bereits die Bauarbeiten am Kellergeschoss (oder eher Balkon) abgeschlossen und die Wände können hochgezogen werden.

Einen Morgen um 6.45 Uhr, als ich zur Arbeit fuhr, habe ich eine Schwalbe beim Schmöttke anbringen beobachtet, das heisst, dass auch Mama und Papa Schwalbe (in spe) geregelte Arbeitszeiten haben und morgens mit dem Dienst am Nachwuchs beginnen.

Ein bisschen Sorge, ob das ganze auch hält hab ich ja schon - ich möchte sehr ungern eines morgens ein abgestürztes Nest mit Kindern am Boden liegen sehen. Toi toi toi.

Das Foto mit dem kleinen First zeigt übrigens das Dach direkt über unserem Wohnungseingang. Hier bin ich aber nicht sicher, ob es wirklich voran geht - wir lassen uns mal überraschen. Auch, ob es mit den Sprichworten, dass nistende Schwalben am Haus Glück bringen oder der Singular einer Schwalbe angeblich noch keinen Sommer macht.

Nachtrag (07.06.2007):
Da ich inzwischen mehrere Bilder gemacht habe, sind diese jetzt bei Picasa als Webalbum verfügbar.

20. Februar 2007

Wat kütt dat kütt..

Ein Fan des Kölner oder Düsseldorfer Karnevals bin ich gar nicht - ausserdem haben wir in Bielefeld wegen der angeblich 5. Jahreszeit im Gegensatz zu den rheinländischen Kollegen keinen Tag frei. Was mir aber trotzdem immer gefällt und was auch dem SPIEGEL in seiner Ausgabe 8/2007 einen Artikel wert war, sind die Politischen Wagen, die bei den Düsseldorfer Rosenmontagszügen jährlich die Tops und Flops des Jahresgeschehens ins Gedächtnis rufen.

Ein verdienter Meister dieses Metiers hat auf seiner Webseite eine köstliche Foto-Sammlung zur Verfügung gestellt. Viel Spaß!

8. Februar 2007

Tatsächlich ... Schnee

Kaum zu glauben, aber endlich kommt heute so richtiges Winterfeeling auf. Monatelang fährt man als verantwortungsbewusster Autofahrer mit Winterreifen und grämt sich, dass die bei den hohen Temperaturen eigentlich zu Schrott gefahren werden und nun ist mal für einen Tag der Winter da.

Bereits morgens im Radio ist die weiße Pracht angekündigt worden und als ich gegen 14 Uhr nach Hause fuhr, gab es nur ein paar kleine Mini-Flöckchen. Jetzt, etwa 2 Stunden später ist schon eine geschlossene Schneedecke da und in der Luft ist ein herrliches Schneetreiben (was man unheimlich gut vor hellen Hauswänden sehen kann - not!).

Ein paar Eindrücke vom Balkon und dem geheizten Wohnzimmer aus habe ich in diesem Picasa Webalbum festgehalten.

Viel Spaß allen Schneefreunden. ;-)

31. Januar 2007

Schweinischer Apfelkuchen

Mein lieber Ehemann konnte auf seiner Arbeitsstelle nicht die Klappe halten und hat vor kurzem meinen selbstgebackenen Lieblings-Apfelkuchen in höchsten Tönen gelobt. Das blieb nicht ohne Folgen und der Beweis musste angetreten werden: eine Kostprobe wurde verlangt.

Aufgrund der astronomischen Kalorienmenge wurde dieser Kuchen eine ganze Weile lang nicht gebacken, jetzt aber in kurzer Zeit gleich zwei Mal und ich wollte die Gelegenheit nutzen, das Rezept plus Foto hier einzustellen.

Hier sieht man den Kuchen noch in der Form, die Querschnittsansicht eines Kuchenstücks wird vorerst fehlen, da auch dieses Prachtstück in einem Gütersloher Unternehmen sein Dasein beenden wird und ich wage zu bezweifeln, dass ein Stück übrig bleibt. :-)

Das Rezept zum Nachbacken ist angenehmerweise bereits in den Weiten des Internet archiviert worden, da ich es vor Urzeiten in de.rec.mampf zum Besten gegeben hatte.

23. Dezember 2006

Kurztrip nach Zürich mit Hochzeit

Für Mittwoch, den 20.12.2006 sind Peter und ich von seinem ehemaligen Studienkollegen J. N. zur Hochzeit nach Zürich eingeladen worden. Eine in doppelter Hinsicht spannende Angelegenheit, weil wir bisher noch nicht in der Schweiz waren und ausserdem an einer jüdischen Hochzeit teilnehmen dürfen. Nicht feige, sondern sehr gespannt haben wir zugesagt und uns vorher ausgiebig informiert, auf welche Gepflogenheiten und Sitten sowie Kleidungsvorschriften wir Rücksicht nehmen sollten.

Was mich am meisten an der Feier verunsichert hat, war die Trennung der Gäste nach Geschlechtern. Auf einer Seite des Festsaales (Gartensaal des Kongresshauses Zürich) waren alle Frauen, auf der anderen Seite alle Männer versammelt. Beide Gruppen wurden von Pflanzkübeln als Sichtschutz getrennt. Diese Aufteilung herrschte während der Trauungsfeier als auch bei der abendlichen Feier mit Dinner und Tanz.

Als wir nach kurzem Flug in Zürich ankamen sind wir erstmal im Hotel eingecheckt und haben uns frisch gemacht sowie für die Feier umgezogen. Peter hatte es recht einfach, ein schwarzer Anzug mit weissem Hemd und Krawatte (in schlichtem dunkelgrün) und eine schwarze Kippa (oder Jarmulka) reichten schon aus, um ihn unauffällig für die Hochzeitsgesellschaft zu machen. Ich dagegen wurde vor die Frage gestellt, wie ich als verheiratete Frau am besten mein Haar bedecken würde und habe mich dann für einen breiten Schal entschieden. Natürlich fielen wir dennoch auf, weil wir unsicher waren, wie wir uns verhalten sollten und nicht ein bekanntes Gesicht (bis auf Joachim, den ich aber vor 6 Jahren das letzte Mal gesehen habe und noch ohne Bart in Erinnerung habe) zu entdecken war. Ausserdem: nur Peter konnte sich Joachim nähern, weil ich ja auf der Frauenseite bleiben musste.

Zum genauen Ablauf der Zeremonie kann ich nicht viel schreiben, ausser dass es eine Begrüssung durch die Braut/Bräutigam gab, eine Art "Heiratsvereinbarung" wurde gelesen (während der die Braut ein Tuch auf dem Kopf trug), die förmliche Trauung fand unter dem Traubaldachin statt, Segenssprüche wurden verlesen und anschließend folgte das Zertreten des Glases und der allseitige Ruf "Masel Tow" (Viel Glück!). Danach gab es einen Empfang und Verköstigung mit süssen und herzhaften Kleinigkeiten.

Abends beim Dinner ergab sich übrigens (sGw) die wunderbare Fügung, dass wir auf andere nicht jüdische Gäste trafen, mit denen Peter und ich uns dann zu Tisch setzen konnten. Die absolute Aussenseiterrolle war gebrochen und meine Befürchtung, mit mehr oder minder magerem Kontakten den Abend zu verbringen, löste sich in Luft auf. Das Essen, die Stimmung und die Tanzfähigkeiten der Gäste waren mitreissend. Auch die von einem Tischredner (Herr Rothschild) vorgetragenen Anekdoten lockerten die Stimmung angenehm auf. Nach den verschiedenen Gängen des Abendessens gab es immer wieder kleine Ansprachen mit starkem religiösem Einschlag, wiederum Segenssprüche auf hebräisch und auch eine Dankesrede des Bräutigams. Auch wurde immer mal wieder eine Tanzpause mit fetziger Musik eingelegt, so dass sich keinerlei Völlegefühl einstellen konnte.

Alles in allem eine interessante und lehrreiche Erfahrung, an einer für unseren Kultur-/Religionskreis fremden Hochzeit teilzunehmen. Insbesondere hat sie gezeigt, wie stark das Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb einer Gemeinde oder auch innerhalb der jüdischen Kultur ist, Aussenstehende werden höflich aber mit Distanz behandelt.

Soweit der Mittwoch. Am Donnerstag, 22.12.06 stand abends um 21.35 Uhr der Rückflug an, so dass wir noch den ganzen Tag für einen ausgiebigen Einkaufs- und Stadtbummel in Zürich hatten. Ein paar Fotos der Hochzeit und Schnappschüsse aus der Stadt habe ich in einem Fotoalbum bei Picasa hinterlegt. Viel Spass beim ansehen.

15. November 2006

Kurztrip nach London

Wie schon am 5.11.06 angekündigt, ging es um das St. Martins-Wochenende nach London. Alles verlief reibungslos, aber das Gefühl einer Sardine in einer recht beengten Büchse (London tube) am Freitag morgen muss ich nicht wirklich haben. Der Begriff "unter Schutzatmosphäre verpackt" bekam in der überfüllten U-Bahn eine ganz neue Bedeutung für mich.

Ausserdem ist es um 7.45 Uhr noch definitiv zu früh, um in der Innenstadt herumzulaufen, deshalb haben wir uns am Oxford Circus an die Luft gewagt und das nächste Starbucks aufgesucht. Beim Weg dorthin haben wir diesen Tempel entdeckt: mit Mühe konnte mich Peter von religiösen Handlungen abhalten, aber die Verzückung blieb eine Weile.

Bei Starbucks habe ich (mein Herz blieb ob der verlangten Preise stehen - aber mein Mann meinte, wir sollen nicht kleckern -) den Fehler gemacht, der Bedienung die Beimischung eines Sirups zu gestatten. Gingerbread Latte klang eigentlich sehr gut, nur die Menge des Aromas hat doch einen Overkill bedeutet. Egal, Versuch macht kluch.

Nachdem wir dann die Zeit bis zum Bezug unseres Zimmers (eine private Gelegenheit zum Ausruhen und Schuhe ausziehen kam uns extrem verlockend vor) erreicht hatten, ging es mit einer nicht minder proppigen U-Bahn die Victoria Line gen Haltestelle Pimlico weiter. Von dort aus war es nur ein kurzer Weg bis zum City Inn Hotel. Ab ins hübsche Zimmer, Schuhe aus und "Ahhhh - auf's Bett". Die Aufstehzeit von 2.45 Uhr machte sich dann doch bemerkbar, auch das inzwischen eingesetzte Hungergefühl. Aber kein Problem, im Hotelpaket war ein Abendessen enthalten, das wir aus verschiedenen Gründen gegen ein Mittagessen eingetauscht haben.

Die Speisenfolge war doch schon gehobenes Niveau: Suppe mit geräuchertem Kabeljau und scharfer Senf-Sahne. Mariniertes Rindfleisch mit Lauch-Kartoffelbrei und krossen Baby-Karotten. Als Nachtisch Valrhona Schokoladen-Tarte oder Ahornsirup-Käsekuchen. Vom Geschmack her variierte es von "Yummy" bis "Aha...".

So gestärkt haben wir uns nochmal in die Innenstadt gewagt, um in verschiedenen Läden zu stöbern. Kaufenswertes fiel mir da nicht wirklich in die Hände - ich bin eher der Beobachter-Typ, der ewig z.B. die fremdartigen Auslagen in der Delikatessen-Abteilung von Marks & Spencer bestaunen kann: welche Vielfalt beim Christmas Pudding zur Verfügung steht oder jede noch so unbekannte britische TV-Serie auf DVD zu haben ist.

Gegen halb sechs waren wir dann wieder im Hotel und haben uns für den Abend ein weiteres Bonbon gegönnt: mit einem Londoner Taxi zum Theater. War auch relativ billig (und beim einsetzenden Regen eh angenehmer), für schlappe 7-8 Pfund (inkl. Trinkgeld) wurden wir direkt vor der Tür abgesetzt. Das Theater selbst ist extrem schnuckelig, ein alter viktorianischer Bau mit viel Schnörkel und Stuck an der Decke (der Kronleuchter ist lt. Mr. Artistic Director nur ein "fraud" - aber trotzdem nett anzuschaun). Die Sitze haben von der Breite an Flugzeug-Plätze und uraltes Kinofeeling erinnert - egal, hauptsache da und nah an der Bühne.

Das Stück "A Moon for the Misbegotten" selbst war absolut wundervoll. Die 5 Schauspieler (wovon 2 nur kurze Nebenrollen hatten) waren überzeugend und sympatisch. Im ersten Akt überwog noch der humorige Anteil mit den Frotzeleien von Vater und Tochter, die Verlade des snobistischen reichen Nachbarn, der mit Schimpf und Gelächter vom Hof gejagt wurde (was zu spontanem Szenenapplaus führte). Danach allerdings wurde das Spiel immer beladener (sic!) und emotionaler, ein Wechselbad der Gefühle, das sich bis zum fast unterträglichen Höhepunkt steigerte. Mich hat es mitgerissen, irgendwann liefen die Tränen wie von selbst - was mir keineswegs peinlich ist. Peinlich war eher der Typ, der neben Peter gesessen hatte: vom Äußeren erinnerte er an Spence Olchin und war offenbar vom Stück und Spiellänge (3 Stunden mit 15 Min Pause) an manchen Stellen überfordert - so oft wie er wohl vor Langeweile oder Desinteresse geseufzt hat.

Das Beste am Stück war natürlich das Mitwirken und die unvorstellbare Nähe zu Kevin Spacey. Ohnehin schon von mir wegen seiner Filmrollen verehrt (die meisten seiner Filme würde ich ohne zu zögern mit auf eine einsame Insel nehmen, aber nicht alle!) war seine meisterhafte Schauspieler-Fähigkeit nicht zu übersehen und -hören. Ich ziehe den Hut vor der Leistung, an mehreren Abenden in der Woche über mehrere Monate das gleiche emotionale Spiel (wahrscheinlich ohne Nachlassen der Qualität) darzustellen. Ausserdem finde ich ihn als Mann ziemlich knuffig.

Nicht nehmen liessen Peter und ich es uns dann nach der Vorstellung (erst ein paar Mal durchgeatmet), am Bühneneingang ein Autogramm zu erbitten. Sehr freundlich war es angesichts des jetzt eingesetzten Regens, dass wir nicht lange warten mussten.

Ein bisschen müde und knapp angebunden war Mr Spacey leider - dafür aber auch nur ca. 40 cm von mir entfernt. :-)

Alles hiernach ist eher unspektakulär: Rückfahrt in einem Taxi, das glücklicherweise direkt vor unseren Füßen 2 andere Passagiere ausspieh, eine gemütliche Nacht im Hotel, Frühstück und Rückreise in - aahhhhh - leeren U-Bahnzügen. Auch den Stansted Express haben wir 1 Minute vor Abfahrt noch erwischt, so dass wir dann ohne größere Wartezeiten zum Flughafen kamen. Als Mittags-Snack gab's prima Sandwiches bei "Pret-a-manger" (Chicken & Avocado für mich, Peter hatte Chicken, Bacon and Tomato, *slurp*) und dann noch die restlichen Münzen für Süßkram vertickt (After eight Orange, nicht übel). Der Rückflug war etwas holperig, aber mit verkürzter Flugzeit und Landebahn (recht spät aufgesetzt hat der Herr Pilot oder war es eine Übung, den Passagieren die Notwendigkeit der Sicherheitsgurte zu demonstrieren?). Um knapp 20 Uhr Ortszeit waren wir wieder daheim und wurden freundlich von einer schwarzen Katze begrüßt.

Könnt ich öfter haben. :-)

5. November 2006

The Fine Arts

Als diesjähriges Hochzeitstags-Geschenk habe ich mir 2 Eintrittskarten für "A Moon for the Misbegotten" im Londoner Old Vic Theatre gewünscht - und bekommen (dumm nur, dass der Überraschungseffekt so klein ist, wenn man sich selbst um die gesamte Organisation gekümmert hat… aber egal!).

Am 10.11.06 (dies ist ein Freitag) geht es ab Flughafen Münster/Osnabrück um 06.00 Uhr morgens (*gähn*) mit Air Berlin nach London Stansted, wo wir dann dank Zeitverschiebung bereits um 06.15 Uhr landen werden. London so früh morgens, in der Rush Hour, auf der Suche nach einem Cafe für einen Wachhalte-Kaffee wird sicher spannend. Glücklicherweise haben wir beim City Inn Hotel einen Sondertarif bekommen, der ein Einchecken bereits um 10.00 Uhr und für den nächsten Tag auch ein späteres Auschecken bis 16.00 Uhr ermöglicht.

Um 19.30 Uhr gibt es dann die Vorstellung des IMO tragischen Stücks von Nobelpreisträger Eugene O'Neill, in den Hauptrollen spielen Kevin Spacey (Trunkenbold und abgehalfterter Broadway-Schauspieler Jim Tyrone), Eve Best (die resolute und dennoch warmherzige Josie Hogan) und Colm Meaney (der als Ire sicherlich hervorragend für die Rolle des Vaters, Phil Hogan, geeignet ist). Die Presse lobt bereits in höchsten Tönen, ich hoffe, dass wir uns dieser Wertung werden anschließen können.

Die Rückreise erfolgt dann auch schon wieder am 11.11.06 nachmittags, so dass wir gegen 18.00 Uhr Ortszeit in der Heimat aufschlagen werden.

Virtual pet

Gegenüber echten Haustieren stellen virtuelle keine Ansprüche an Futter, Streicheleinheiten und Urlaubs-Vertretungen. Von daher gebe ich die Adoption meines Virtual Pets "Duckster" bekannt:


adopt your own virtual pet!


(gefunden habe ich das ganze bei dyfa)