15. Oktober 2012

Eine Bootsfahrt, die ist lustig... (23.09.2012)

Letztes Jahr hat unser guter Kumpel Uwe seinen Motorbootführerschein gemacht und uns für heute zu einer kleinen Spritztour auf dem Zürisee eingeladen. Für uns ist das eine Premiere, denn wir sind zwar schon mit größeren Booten und Schiffen unterwegs gewesen, aber noch nie mit einem dieser kleinen Flitzer. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich das anfühlt.

Gemeinsamer Treffpunkt für unseren Ausflug ist das zum Restaurant umgebaute Boot MS Glärnisch, das direkt am Seeplatz von Wädenswil liegt. Uwe ist hier schon ein alter Bekannter und bezeichnet das Boot gern als sein zweites Wohnzimmer, was man gut verstehen kann. Das Bootsrestaurant bietet eine schöne Aussicht auf den See, es sind immer ein paar nette Bekannte da, es gibt kalte und warme Speisen und natürlich darf auch eine gut sortierte Bar mit einem gemütlichen Tresen nicht fehlen.

Aber wir sind ja heute nicht zum picheln und plaudern hier und so führt uns Uwe nach ein paar Begrüßungsknuddels gleich zum Motorboot, das praktischerweise direkt hinterm Restaurant angebunden ist. Ganz schön schnittig, das kleine Schmuckstück, der bringt es bestimmt auf ein ordentliches Tempo. Aber erstmal lassen wir es gemütlich angehen und tuckern in gemächlichem Tempo in Richtung Osten.

Uwe hat ein richtig tolles Programm für uns zusammengestellt mit insgesamt fünf Stationen, allesamt Neuland für uns. Los geht es mit der gerade mal 400 Meter kleinen Insel Lützelau, die zum Kanton Schwyz gehört. Hier kommt man tatsächlich nur hin, wenn man ein eigenes Boot besitzt. Ich darf mich gleich mal beim Anlegen nützlich machen, dafür muss ich mit dem Seil vom Bug auf den Steg springen und das Boot in Position ziehen. Das klingt aber viel komplizierter, als es tatsächlich ist. Vom Steg aus geht es über eine Wiese zum einzigen Gebäude auf der Insel, einer netten kleinen Pinte mit Tischen, Holzbänken und einem Strandkorb. Hier nehmen wir die erste Erfrischung ein und genießen den wundervollen Blick auf den See, während uns Uwe erklärt, dass es wegen der scharfkantigen Seemuscheln keine gute Idee ist, hier barfuss ins Wasser zu gehen.

Mit dem Wetter haben wir heute richtig großes Glück. Der Spätsommer zeigt sich nochmal von seiner angenehmsten Seite und selbst unsere Fleecejacken sind die meiste Zeit über zu warm. Besser so als anders herum.

Die zweite Station ist der Ort Rapperswil, der wiederum zum Kanton St. Gallen gehört. Schon von weitem kann man das imposante Schloss von Rapperswil bewundern und nachdem Uwe hört, dass wir noch niemals dort waren, entscheidet er kurzerhand, dass wir einen kleinen Stadtbummel einlegen. Zum zweiten Mal heute darf ich Uwe beim Anlegen assistieren. Rapperswil hat einen vergleichsweise großen Hafen, gemessen an der Größe des Ortes selbst. Und praktischerweise ist man vom Bootssteg aus sofort im Ortskern. Heute scheint auch irgendein Volksfest zu sein, überall stehen Futterhäuschen und kleine Karussels sowie Stände mit allerlei Souvenirs. Wir arbeiten uns erst einmal durch die Menschenmassen hinauf zum Schloss, hier ist es schon deutlich weniger voll. Der Ort und das Schloss sind echt toll. Uwe erzählt, dass Rapperswil unter anderem für seine tollen Rosengärten berühmt ist. Von oben hat man einen sagenhaften Blick über den Zürisee und den ganzen Ort. Der Abstecher allein wäre die heutige Tour schon wert gewesen. Auf dem Rückweg können wir uns in einem der Rosengärten des Schlosses selbst davon überzeugen, dass Uwe nicht übertrieben hat. Trotz der größtenteils schon abgeblühten Sträucher finden sich doch noch einige wunderschöne Exemplare. Und besonders eine davon verströmt einen Duft, als wenn man die Blüte künstlich parfümiert hätte. So ein intensiv-rundes Aroma mit Zitrusnoten habe ich bei einer Rose noch nie gerochen. Zurück im Ort gönnen wir uns noch ein leckeres Softeis, dann geht es weiter zur nächsten Station.

Es geht weiter nach Osten, erst unter der Seedammstrasse hindurch und dann langsam durch seichtes Gewässer. Hier dürfen wir nur sehr langsam fahren. Uwe erklärt uns, dass das Gewässer rund um Rapperswil so flach ist, dass man bei nur wenig schnellerer Fahrt sofort mit der Schraube auf den Seeboden käme, was natürlich nicht so ratsam ist. Nachdem wir das flache Stück passiert haben, können wir aber wieder kräftig aufdrehen. Jetzt gibt Uwe mal so richtig Stoff und verkündet wenig später, dass wir 80 Sachen draufhaben. Das merkt man auch. Obwohl der See eigentlich spiegelglatt erscheint, merken wir bei dieser Geschwindigkeit jede noch so kleine Unebenheit wie einen Hammerschlag. Aus diesem Grund fährt Uwe auch immer im 90°-Winkel auf die Bugwellen anderer Boote, um die Schläge so abzudämpfen. Für ein paar Minuten darf ich auch mal das Steuer übernehmen, es macht einen Heidenspaß. Da kann man verstehen, dass so viele Leute ihr eigenes Bootchen haben wollen.

Diesmal legen wir beim Flughafen Lachen an, Uwe hat schon mehrfach heute vom grandiosen Kaffee (mit Schuss!) geschwärmt, der dort serviert wird. Das Flughafencafé befindet sich unmittelbar neben der Start- und Landebahn und wir können während der Kaffeepause diverse Starts und Landungen beobachten. Hier kann man auch Rundflüge buchen, das merken wir uns auf jeden Fall für einen späteren Ausflug. Highlight des Flugbetriebs ist der Start eines alten Doppeldeckers. Ich weiß nicht, ob ich mich in so eine Klamottenkiste trauen würde. Uwes Lieblingskaffee ist übrigens ein klassischer Irish Coffee.

Ab jetzt bewegen wir uns wieder in westlicher Richtung, allerdings in der südlichen Hälfte des Sees. Die vierte Station führt uns zum Hafen von Hurden. Erst ist uns nicht ganz klar, warum Uwe diesen kleinen Schlenker macht, aber dann bekommen wir die Villen und Anwesen zu sehen, die hier am Seeufer stehen. Hier kann man - selbst nach Schweizer Standards - sehen, wie Häuser, Gärten und Boote reicher Leute aussehen. Wir kommen die nächste halbe Stunde aus dem Staunen nicht mehr heraus. Neben modernen Villen mit viel Glas, Granit und Stahl sind auch klassische Häuser vertreten sowie italienische und griechische Einschläge. Die Gartenanlagen sind bis auf den letzten Grashalm getrimmt und mit den passenden Assecoires bestückt. Und natürlich fehlt fast nirgends der hauseigene Anlegesteg. Für die etwas größeren Boote gibt es mehrere Bootsgaragen. Und was für Apparate hier stehen! Einige davon sind hundertprozentig hochseetauglich, haben mehrere Kabinen und könnten problemlos 20-30 Passagiere aufnehmen. Wieso haben manche Leute solche Yachten am Zürichsee stehen?

Angemessen beeindruckt geht es dann zu unserer letzten Station für heute, die uns schon fast wieder zum Ausgangspunkt unseres Ausflugs zurückführt. Mit der Insel Lützelau haben wir heute begonnen, mit der etwas größeren Schwesterinsel Ufenau beenden wir die Runde. Einmal noch absolvieren wir das Anlegemanöver - inzwischen bin ich schon richtig routiniert - und dann laufen wir gemütlich zum einzigen Restaurant der Insel. Begrüßt werden wir dabei von einer Herde Kälber, die nach Uwes Ansicht lediglich für das richtige Alm-Feeling auf die Insel gebracht wurden. Neben den Kälbern gibt es auch noch zwei Esel. Nachdem wir uns heute überwiegend flüssig ernährt haben, ist es jetzt an der Zeit für eine etwas handfestere Mahlzeit. Es gibt Käse-Wurst-Salat und Fischknusperli mit Remouladensoße, dazu frisches Brot und ein Panache, das man in Deutschland unter der Bezeichnung Radler oder Alster kennt. Die gute Seeluft hat uns ordentlich Appetit gemacht und so schmeckt es gleich doppelt gut.

Schweren Herzens geht es nun zurück zum Boot, ist es wirklich schon vorbei? Es dämmert schon ein wenig, der Wind hat aufgefrischt und in der letzten Stunde sind auch die ersten dichteren Wolken aufgezogen. Damit wir das Vergnügen noch ein wenig länger genießen können, bietet uns Uwe an, uns bis zum Bahnhof nach Horgen zu fahren. Das Angebot nehmen wir liebendgerne an. Und so geht es noch einmal mit Vollgas den See entlang. Über uns hängt eine atemberaubend schöne Wolke in Gestalt eines Greifvogels, die in allen Regenbogenfarben schimmert. Das passende Finale für einen perfekten Tag.

Am Bahnhof Horgen steigen wir aus, natürlich nicht, bevor wir Uwe nochmal kräftig für diesen wundervollen Tag gedrückt haben! Das war mit Sicherheit einer der schönsten Tage, die wir hier in den vergangenen 23 Monaten erlebt haben - und wir haben schon so einiges erlebt. Es gibt eigentlich nur eine einzige Kleinigkeit, die mich an diesem Tag stört: ICH ESEL HABE MEINE KAMERA ZUHAUSE VERGESSEN.

11. Oktober 2012

Das Matterhorn - endlich (03. - 04.10.2012)

Mittwoch, 03.10.2012

Jetzt sind wir schon fast zwei Jahre in der Schweiz, aber eines der berühmtesten Wahrzeichen dieses Landes, das weltbekannte Matterhorn, haben wir bis heute noch nicht mit eigenen Augen gesehen. Höchste Zeit, dem Abhilfe zu schaffen. Und da wir gerade auch noch einen lieben Gast im Haus haben - unsere Schwester/Schwägerin Gabi - können wir das Abenteuer gleich zu dritt bestreiten.

Um 10:02 Uhr geht es los mit dem Intercity ab Zürich Hauptbahnhof. Gerade mal drei Stunden dauert es, um zum südlichen Ende der Schweiz nach Zermatt zu kommen. Erst geht es über Bern, Thun und Spiez bis nach Visp, dort steigen wir um in einem Bummelzug, der nochmal eine gute Stunde bis nach Zermatt benötigt. Gerade diese letzte Stunde bietet aber schon einiges fürs Auge. Hügel mit vereinzelten Hütten, Wiesen, viel Wald, malerische Orte und am Horizont die ersten schneebedeckten Gipfel. Obwohl wir mitten in der Woche fahren, ausserhalb der Rush-Hour und die Herbstferien noch nicht angefangen haben - die starten erst in der kommenden Woche -, ist der Zug nach Zermatt richtig voll. Ein ziemlich buntes Sammelsurium von in- und ausländischen Touristen belegt die Waggons. In unserem Wagen gibt es einen besonders lautstarken Amerikaner, der seine Sitznachbarn während der gesamten Fahrt mit seinen Anekdoten unterhält. Wie gut, dass der nicht bei uns gelandet ist.

Gegen 13:00 Uhr sind wir dann endlich da. Jetzt heisst es erst einmal, unser Hotel zu finden. Mit all den Anzeigetafeln, Prospekten und Touristeninformationen ist das kein grösseres Problem. Zermatt ist wirklich durch und durch auf Tourismus ausgerichtet. Allein schon die schiere Anzahl der Hotels, Apartements, Studios, Chalets, Herbergen und Ferienwohnungen erschlägt einen regelrecht. Und natürlich ist für jeden Geschmack, Komfort und Geldbeutel etwas dabei. An einem der mondänsten Hotels am Platze, dem Zermatterhof, kommen wir auf dem Weg zu unserer Unterkunft direkt vorbei. Aber nicht nur in Sachen Wohnen fährt Zermatt gross auf, sondern natürlich auch beim Essen und Trinken. Vom einfachen Imbiss und Bistros über Selbstbedienungs-Kantinen bis hin zu gemütlichen Restaurants mit nationaler und internationaler Küche ist alles vertreten, was dem Gaumen Freude bereitet. Für das gepflegte Heissgetränk zwischendurch hat es natürlich auch zahlreiche Cafés und Teestuben. Und wie es sich für einen Schweizer Touristenort gehört, dürfen natürlich auch die Souvenirshops und Luxusboutiquen nicht fehlen. Egal, ob es einen nach einem Edelchronometer, sündhaft teurem Geschmeide, altem Whisky oder einem Pelzmantel verlangt, die Fussgängerzone bietet alles, was die Kreditkarte zünftig rauchen lässt.

Eine überaus angenehme Eigenschaft von Zermatt ist, dass hier keine Autos erlaubt sind. Der komplette Ort ist autofrei, zum Transport stehen ausschliesslich ulkig aussehende, kastenförmige Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Das hat allerdings auch seine Tücken, wie wir schon auf dem Weg zum Hotel merken, denn man hört die Dinger kaum, wenn sie sich einem von hinten nähern.

Der Weg zum Hotel Bristol führt uns einmal quer durch die Fussgängerzone bis zur Kirche, dort biegen wir links ab, vorbei am Bergsteigerfriedhof, von dem uns schon Kollege Gerd berichtet hat. Hier liegen die diversen Opfer der umliegenden Berge, die bei ihren Besteigungsversuchen zu Tode gekommen sind. Ein erstaunlich hoher Anteil der hier zur Ruhe Gebetteten stammt aus Großbritannien. Woran das wohl liegt?

Kurz vor Erreichen des Hotels können wir dann den ersten Blick auf das Matterhorn erhaschen. Der Berg ist wirklich SEHR imposant, daran ändert auch die kleine Wolke nichts, die sich an seine linke Seite geschmiegt hat. Ohnehin haben wir heute mit dem Wetter richtig Glück, denn es hat nur ganz leichte Bewölkung mit reichlich blauem Himmel und sehr angenehme Temperaturen. Da wir die Pracht heute noch ein gutes Stück intensiver geniessen wollen, checken wir fix im Hotel ein und machen uns dann direkt wieder auf den Rückweg zum Bahnhof, wo die Talstation der Gornergratbahn ist. Diese Zahnradbahn führt auf den gleichnamigen Grat, von dem aus man einen großartigen Rundblick auf die umliegenden Viertausender hat. Schon die halbstündige Fahrt über insgesamt fünf Stationen ist ein Augenschmaus. Unterhalb der Baumgrenze geht es durch wilde Wald- und Felslandschaften, die immer wieder den Blick auf das Matterhorn freigeben. Etwas weiter oben geht es dann durch Fels und Geröll, bis wir schliesslich einen komplett unverstellten Blick über die Gletscher und schneereichen Gipfel haben. Da weiß man mal wieder gar nicht, wohin man die Kameralinse zuerst richten soll. Schon während der Fahrt knipse ich mit einer chinesischen Dame um die Wette.

Mitten auf dem Gornergrat liegt ein grosses Hotel und Observatorium. Hier oben ist die Lichtverschmutzung sicherlich extrem gering. Schade, dass wir - zumindest heute - keine Gelegenheit haben, von hier oben den Sternenhimmel zu bewundern. Vielleicht ein anderes mal. Nachdem wir die ersten Eindrücke ausführlich genossen haben, organisieren wir uns erst einmal ein (sehr) spätes Mittagessen. Immerhin haben wir schon drei Uhr durch. Leider machte die Küche des Hotelrestaurants genau um drei Uhr dicht, so dass wir mit dem Selbstbedienungsbistro Vorlieb nehmen müssen. Was hier allerdings noch so in den Glasvitrinen und Warmhaltevorrichtungen herumliegt, sieht nicht gerade berauschend aus. Besonders die warmen Speisen sind schon mit einer sehr unappetitlichen Kruste überzogen. Der mit Abstand noch vertretbare Kompromiss besteht aus Rührteig-Obstkuchen (Aprikose und Zwetschgen) und einer Tasse Kaffee bzw. Kakao. Damit überbrücken wir zumindest mal die nächsten Stunden und dann fällt das Abendessen heute einfach etwas opulenter aus.
Jetzt geht es auf die Aussichtsplattform, dem höchstgelegenen Punkt hier oben. Beim Aufstieg zur Plattform merken wir schon, dass es hier oben wesentlich anstrengender ist, bergauf zu laufen, als unten im Tal. Die Pumpe geht spürbar schneller. Ein absolut genialer 360°-Rundblick und dank der praktischen Infotafeln können wir die Berge und Gipfel auch leicht bestimmen. Die meisten Berge haben ein "Horn" im Namen, u.a. gibt es neben dem Matterhorn das Weisshorn, das Breithorn, das Bietschhorn und - der ulkigste Name - das Rimpfischhorn. Aber es gibt auch horn-freie Namen, wie z.B. Castor und Pollux. Ein Stündchen geniessen wir die schöne Aussicht hier oben und machen viele Fotos.

Dann geht es wieder zurück zur Bahnstation und weil wir bis zum Abendbrot noch ein bisschen Zeit haben, entscheiden wir uns dafür, die Etappe bis nach Rotenboden zu Fuss zurückzulegen. Wenn wir schonmal im Hochgebirge sind, wollen wir das auch gleich ausnutzen. Das richtige Schuhwerk dafür haben wir ja an den Füssen. Der Weg führt uns etwa eine Dreiviertelstunde durch Felsen und Geröll. Man kann den Pfad zwar gut erkennen, aber vorsichtig muss man trotzdem sein. Nach kurzer Zeit werden wir von einem Quartett Mountainbiker überholt. Mit ein bisschen Übung macht das bestimmt viel Spaß, bis nach Zermatt ins Tal zu sausen. Neben den Bikern treffen wir nur noch auf eine junge Koreanerin (in Turnschuhen...), die alle paar Schritte Fotos macht. Lustigerweise benutzt sie dafür zwei Kameras, eine große und ihre Handykamera. Ganz dem Klischee entsprechend bittet sie uns, sie vor der schönen Bergkulisse zu knipsen. Das machen wir doch gern und sie erwidert uns die Gefälligkeit. Danach trennen sich unsere Wege wieder und wir setzen den Abstieg zur Bahnstation fort. Wir haben riesiges Glück, denn die Bahn nach Zermatt kommt praktisch zeitgleich mit uns an der Station an. Auf dem Rückweg können wir dann noch ein paar schwarze Eichhörnchen im Wald beobachten. Von denen gibt es hier einige, wie wir noch feststellen werden.

Randvoll mit tollen Gebirgseindrücken sind wir um kurz vor sechs wieder zurück im Ort. Jetzt heisst es nur noch, aus den reichhaltigen Angebot an Restaurants ein geeignetes herauszufinden. Die Speisekarten lesen sich durchweg sehr köstlich. Am Ende entscheiden wir uns für das Restaurant China Garden. In Sachen Timing haben wir heute einen richtig guten Tag erwischt, denn das Restaurant hat gerade eben geöffnet. Bedient werden wir von einer netten Berlinerin. Das Essen ist gut, aber da hier traditionelle chinesische Küche serviert wird, fallen mache Speisen etwas anders aus als erwartet. Das merkt man insbesondere bei den Suppen. Ebenfalls ungewohnt ist der Umstand, dass man hier Beilagen wie Reis oder Gemüse separat bestellen muss. Alles in allem sind wir aber zufrieden und satt geworden. Zum Abschied plaudern wir noch kurz mit unserer Kellnerin. Sie freut sich, mal wieder auf Leute zu treffen, die mit dem Begriff "Schrippe" was anfangen können.

Bevor wir den Tag beschliessen, trinken wir noch gemütlich einen Latte Macchiato im Hotel und schmökern in diversen Touristenprospekten. Der Ort und die nähere Umgebung bieten schon so einiges, da kann man noch ein paarmal wiederkommen. Selbst Helikopterrundflüge stehen auf dem Programm. Für morgen entscheiden wir uns noch für die Besichtigung der Gornerschlucht. Sie liegt nur zwanzig Gehminuten vom Ortskern entfernt und bietet wohl ein besonders schönes Naturerlebnis.

Donnerstag, 04.10.2012


Viertel nach acht sind wir mit Gabi zum Frühstück verabredet. Die Auswahl am Buffett kann sich durchaus sehen lassen, allerdings fehlen die sonst obligatorischen Rühreier. Dafür kann man sich hier mit Hilfe von kleinen Siebkörbchen und einem Topf mit kochendem Wasser seine Frühstückseier individuell selbst kochen. Nette Idee, aber das ist uns heute zuviel Umstand. Wie man es bei einem Schweizer Hotel erwarten würde, gehören zum Frühstückssortiment auch viele Käsespezialitäten, ein guter Teil davon direkt aus der Region. Nach dem Frühstück wird gepackt und ausgecheckt. Die schweren Rucksäcke können wir aber noch im Keller lassen. Sehr praktisch für den anstehenden Ausflug.

Obwohl der Weg zur Gornerschlucht - rückblickend betrachtet - wirklich sehr einfach ist, haben wir drei Experten es tatsächlich geschafft, uns auf dem Weg dorthin gleich zweimal zu verfransen. Dabei muss man allerdings einräumen, dass eines der Schilder wirklich irreführend angebracht war. Am Ortsausgang kommen wir noch an einem Kletterpark vorbei. Der wirkt allerdings so, als hätte man mit Gewalt versucht, noch ein paar Quadratmeter ungenutzter Fläche touristisch zu erschließen. Und wer möchte schon in Zermatt in einen Kletterpark, wenn man ringsum Kletter- und Kraxel-Herausforderungen in allen Schwierigkeitsgraden hat? Da hat einer die berühmten Eulen nach Athen getragen.

Heute herrscht übrigens reger Helikopterbetrieb in Zermatt. Durch das unwegsame Gelände können Baumstämme nur durch die Luft transportiert werden. Die Stämme werden dabei an einem langen Transportkabel befestigt. Wir kommen direkt an dem Platz vorbei, an dem die Baumstämme abgeladen werden. Ziemlich spannend, das mal aus nächster Nähe zu beobachten.

Die Gornerschlucht kann sich wirklich sehen lassen. Erstmal geht es ein kleines Stück bergauf durch den Wald bis zu einer Hütte, wo man das Eintrittsgeld bezahlt. Hier tummeln sich insgesamt drei Eichhörnchen und Dutzende Vögel, da hier wohl gerade erst die morgendliche Fütterung stattfand. Die Eichhörnchen krabbeln dabei ohne falsche Bescheidenheit in die Vogelhäuschen rein und futtern sich die Bäuche rund. Allzu scheu sind die putzigen Kerlchen hier nicht.

Nach der lustigen Kleintiershow geht es dann in die eigentliche Schlucht. Hölzerne Stege, Brücken und Leitern führen an und auf den Felsen entlang. Kaum zu glauben, dass so ein zerklüfteter Canyon ausschließlich von fließendem Wasser geformt wurde. Der Weg durch die Schlucht ist ein wunderschöner Rundweg, der auf der anderen Seite von Zermatt endet. Das hat sich wirklich gelohnt.

Unser Rückweg führt uns noch einmal quer durch den ganzen Ort. An vielen Stellen herrscht reger Baubetrieb. Kein Wunder, in wenigen Wochen geht hier die Skisaison los und da muss natürlich alles "tiptop" sein. Wir holen noch unser Gepäck aus dem Hotel und dann geht es zum Bahnhof. Da wir noch ein halbes Stündchen Zeit haben, gönnen wir uns noch einen letzten Kaffee und einen Zucker-und-Zimt-Crepé in einen kleinen Café nahe des Bahnhofs. Dann geht es zurück nach Zürich. Zermatt, wir kommen bestimmt nochmal wieder.

Weitere Fotos: Picasa Webalbum

31. Mai 2012

Gar nicht so faule Pfingsten

Damit wir an diesem Pfingstwochenende nicht ganz versacken, haben wir uns mit Peters liebem Arbeitskollegen David verabredet, einmal um den Greifensee zu laufen. Einmal sind wir dorthin schon mit dem Fahrrad gefahren, haben den See dann aber nicht noch umrundet.
Nun wollten wir das endlich nachholen.

Der Wetterbericht war uns wohlgesonnen, angenehme Temperaturen um 20 - 22 Grad, Sonne und Wolken gemischt, ideal also.

Weil David aus einer anderen Ecke von Zürich kommt, hatten wir uns bei der S-Bahnstation Nänikon-Greifensee verabredet, die gerade mal 500 m vom See entfernt liegt. Auf der Hinfahrt (wohlgemerkt auf dem Pfingstsonntag), hatte unser Zug 12 Minuten Verspätung - eine Sache, die wir uns irgendwie gar nicht erklären konnten. Die gute alte SBB und dann sowas. Aber letztlich war es einerlei, weil wir wussten, dass Davids S-Bahn etwa 10 Minuten nach uns eintreffen sollte, so haben wir dann die Wartezeit eben am Bahnhof Oerlikon vertrödelt.

Um etwa 10 Uhr also frisch ans Werk, bzw. auf den Weg, gehen wir entgegen den Uhrzeigersinn um den See herum. Wir beschlossen, etwa auf halber Strecke zu rasten und dann ein Z'Mittag einzunehmen. Wir rechnen für die gesamte Tour etwa 4 Stunden reine Laufzeit, dann ist das in jeder Hinsicht passend. Die Strecke ist übrigens etwa 19 km lang und hat keine Bergwertung. :-)

Lustig war wieder einmal, dass Peter alle paar Meter stehen blieb, um mit der Kamera verschiedenste Impressionen einzufangen. Da war ich mal nicht die einzige, die dann auch stehen blieb und sich fragte, was hat er denn nun wieder gesehen. David hatte seine Knippse nicht dabei, aber im digitalen Zeitalter ist das Brennen einer CD ja ein Klacks und so bekommt er dann auch sein Andenken ein paar Tage später überreicht.

In Maur halten wir uns dann also geplant etwas ab vom See, um an der Rad- und Inline-Skater-Strecke in einem gemütlichen "italienischen" Restaurant zu essen. Italienisch habe ich "gegänsefüssliet", weil es Pizza gibt, aber dann auch das typische Schweizer Angebot wie Cordon Bleu, Egli im Backteig, Berner Rösti und SchniPo. Die Getränke waren kühl und das Essen reichlich und gut. Zufrieden machten wir uns dann weiter auf den Weg, jetzt durch recht wohlmeinende Sonne. Dummerweise haben wir dem Wetterbericht geglaubt und noch dümmerweise auf Sonnencreme verzichtet. Die Nase wird es mir danken, mal wieder eine frische Hautschicht zu bekommen. :-)

Ein Höhepunkt der Wanderung war, dass wir nistende Störche sehen konnten. In einem Horst hatte es 2 Junge, die gelegentlich ihre Kopfe und Schnäbel zeigten. Auf 3/4 des Weges beschlossen wir noch, uns etwas abzukühlen und mit den Füssen in den See zu steigen. Eine geeignete Stelle findet sich und auf der angrenzenden Liege-/Spielwiese konnten wir uns schön ins Gras legen und die Füsse trocknen lassen. Auch innerlich brauchte es mit einem Glace (aka Eiscreme) noch etwas Erfrischung, das wir uns am nächsten Kiosk erwarben.

16 Uhr wurde es, bis wir dann nach Nänikon wieder eintrudelten. Unser Glück war uns hold, denn nach kaum 1 Minute kam die S14, die uns wieder nach Oerlikon brachte. Nicht so schön (für mich, Anke) war, dann in Oerlikon noch auf's Rad zu steigen und die paar Kilometer nach Hause zu trampeln - die Beine waren schon ein bisschen matschig, aber auch das liess sich noch gut bewältigen. Am Abend belohnten wir uns dann auch noch mit einer Flasche Champagner mit Holunderblütensirup und so sanken wir dann auch recht bald in einen tiefen und erholsamen Schlaf.

Hier natürlich wieder Peter's photografische Impressionen.

13. April 2012

Frühlingsimpressionen

Vor dem Osterwochenende, als es also richtig frühlingshaftes Wetter und Temperaturen bis 20° Celsius hatte, warf sich Peter auf sein Fahrrad und hat ein paar Bilder der schönsten Magnolien und anderer schon blühender Bäume und Büsche gemacht: Link zu Picasa

14. März 2012

Wörtlich

Woher manche Redensarten und Sprichwörter kommen, weiss man ja nicht immer so genau. Gestern in Zürich hat es jemand aber sehr wörtlich gemeint, dass er/sie sich von seiner alten Heimstatt verabschiedet hat. Wir fanden es auch sehr "herzig".


4. März 2012

Kommentar

Zitat von Peter, der etwas über den Begriff "Arbeitsverdichtung" in der Zeitung las:

"Arbeitsverdichtung führt zu vermehrt freizeitfernen Schichten".

3. März 2012

Eine neue Liebe - Todtmoos

Nachdem man nun in der Schweiz des öfteren in der kalten Jahreszeit gefragt wird, ob man auch Ski fahren könne - was wir bislang immer verneinen mussten - und daraufhin immer hörten:"Das müsst ihr aber unbedingt lernen!", haben wir uns also dem geballten Gruppendruck gebeugt und uns entschlossen, im heimeligen Todtmoos im Schwarzwald einen Kurs zu belegen.

Unser erstes Ski-Wochenende führte uns am 21. Januar 2012 ins Hotel Rössle und zur Todtmooser Skischule von Andreas Faschian. Vom sympatischen Chef persönlich wurden wir zunächst mit unserer Leihausrüstung ausgestattet und hatten also unsere ersten Übungen am Hochkopf. Zu Beginn gewöhnten wir uns an die klobigen Skischuhe, das Bewegen auf Skiern - die ja irgendwie gern in Richtungen davonfahren wollten, die der drauf Angeschnallte nicht so bestellt hatte. Nachdem wir die ersten wenigen wackligen Meter im Pflug (für Kinder wird das gern "Pizzastück" oder "Zuckertüte" genannt) überstanden hatten, folgte dann hauptsächlich das anstrengende wiederholte Hinauf-Laufen mit Skiern. Aller Anfang ist schwer und der wurde uns hier nicht erspart *schnauf*. Sehnsüchtig dachten wir dann schon an die Zeiten, wo uns ein Ski-Lift diese Mühsal ersparen würde, aber das war noch in weiter Ferne. Muskelkater blieb natürlich nicht aus.

Wir hatten hier aber noch nicht die Nase voll, sondern kamen 14 Tage später (3. Februar 2012) mutig zurück - wieder im Hotel Rössle - und haben dann die nächsten Lektionen, diesmal an der Piste in Herrenschwand gelernt. Am Ende der Piste war jetzt ein längeres Stück zu Fahren - und Laufen - und es strengte doch ziemlich an. In unseren warmen Ski-Klamotten wurde uns tüchtig warm, Frieren war niemals eine Gefahr für uns und das obwohl wir fast arktische Temperaturen von -10 Grad Celsius hatten.
Am 2. Tag unseres Aufenthalts ging's dann in die Vollen: nach den anfänglichen, aufwärmenden Fahr- und Laufübungen ging es nun erstmalig an den Ski-Lift. Ein Bügellift nimmt 2 Skifahrer auf und zieht sie die ca. 800 m bis zum Beginn der Piste hoch. Bei den ersten Fahrten wurden wir vom Skilehrer und einem Kollegen von der Bergwacht begleitet, damit der Ausstieg und die Fahrt sicher klappt. Unsere erste selbstständige Fahrt endete damit, dass wir beide auf der Nase landeten, aber das sollte auch das einzige Mal bleiben.
Unsere erste längere Abfahrt also, die wir in vielen S-Bögen im Pflug ("Pflugbögen") bewältigten, garniert mit einigen Stürzen auf den Popo und dankenswertem Aufhelfen durch Andreas. Mulmig war mir (Anke) bei diesen Fahrten schon, da meine Kräfte nicht so reichlich waren wie Peters und ich wegen der drückenden Ski-Schuhe immer mal eine Pause brauchte. Aber die Jungs konnten auch gut alleine fahren.

Unser drittes Wochenende nach Todtmoos führte uns am 17. Februar 2012 diesmal ins Hotel Schwarzwälder Hof. Am Freitag holten wir nur die Ausrüstung und fuhren noch nicht. Wegen Fasching war einiges los im Ort und die allemannischen Fasnachts-Figuren liefen - teils recht unheimlich verkleidet - mit viel Radau durch die Straßen. Am Samstag ging es wieder nach Herrenschwand und wir verbesserten unsere Pflugtechnik und ergänzten unsere Fähigkeiten durch kontrolliertes seitliches Rutschen - falls man mal an eine steile Stelle kommt, die man nicht anders zu bewältigen weiß.
Am Sonntag waren wir besonders mutig und wagten uns noch einmal allein an einen kleinen Lift (Hochkopf II) und machten dort eine Abfahrt. Wegen schlechter Sicht (Schneefall und Nebel) sowie kräftigem Muskelkater, fuhren wir nur einmal und machten uns dann auf den Heimweg.

Das jetzige Wochenende (2. März 2012) war der Höhepunkt unseres Ski-Abenteuers. Das schönste Hotel am Platze hat endlich ein Zimmer für uns frei und wir genossen den Aufenthalt in La Quinta bei der denkbar besten Gastgeberin - Frau Coman. Da nun der Frühling mit höheren Temperaturen schon dem Schnee stark zu Leibe rückte, blieb nur ein offener Lift für uns: Kirchberg. Die neuste Lektion durch Andreas eröffnete uns ganz neue Erfahrungen. Statt weiterhin kraftzehrende Pflugbögen zu fahren, lernten wir nun nach der Kurve einen Schwung mit den Skiern zu machen, der sie parallel stellt und das Tempo verringert, dabei aber gute Fahrtkontrolle erlaubt ("Pflugschwingen"). So wirkten wir schon einigermaßen elegant und konnten einige vergnügliche Abfahrten am Vormittag erleben. Die trüben Tage der Voll-Anfänger sind vorbei und der Spaß ging also richtig los. So sehr, dass wir am Nachmittag noch einmal für 1 Stunde allein auf die Piste kamen und weiter übten.
Für diese Saison in Todtmoos sollte es das also gewesen sein, als wir am Sonntag noch ein letztes Mal am Kirchberg starteten. Bereits um 9 Uhr hatten wir uns verabredet und der Schnee war eisig und grisselig und die fehlende Sonne machte die Sicht auf der Piste schlecht - man konnte kaum seinen Weg finden. Wegen Muskelkaters und einer dicken Prellung am rechten Unterschenkel hat sich Anke bereits nach einer Fahrt verabschiedet, aber Peter brachte es noch insgesamt auf 1.5 Stunden lernbegierigen Trainings.




Jetzt genossen wir noch den Rest des Sonntags und sind in der Rückschau froh und stolz, dieses Abenteuer gewagt zu haben. Ein paar Regionen in der Schweiz sind jetzt die nächsten Ziele - und hoffentlich werden wir dort auch soviel Spaß haben wie im nächsten Winter - ganz sicher wieder in Todtmoos.

27. Dezember 2011

Weihnachtsmarkt in Bremgarten (03.12.2011)

Wenn sowohl Anke als auch ich - unabhängig voneinander - von unseren Arbeitskollegen einen ganz tollen Weihnachtsmarkt empfohlen bekommen, ist es natürlich Ehrensache, sich die Sache auch mal vor Ort anzusehen. Allerdings hatten wir nicht allzu lange Bedenkzeit, denn dieser Weihnachtsmarkt findet nur für genau vier (4) Tage statt!

Der Ort Bremgarten ist auf jeden Fall auch ohne Weihnachtsmarkt einen Abstecher wert. Schön an einem Fluss mit Namen Reuss gelegten, wirkt der Ort, als sei die Zeit hier ein kleines bisschen stehen geblieben. Die Altstadt mit ihren schönen Gassen, Häusern und Fassaden lädt zum Gucken, die zahlreichen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Aber wir sind ja heute nicht zum Sightseeing oder für die kulinarische Begutachtung gekommen.

Der Weihnachtsmarkt von Bremgarten verdient ohne jeden Zweifel die guten Empfehlungen, die wir erhalten haben. Die ohnehin schon hohen Erwartungen konnte dieser Markt noch ein gutes Stück übertreffen. Die komplette Innenstadt dient als Schauplatz für das Getümmel. Und natürlich fehlt es bei der kurzen Dauer auch nicht an Besuchern. Stand an Stand und Bude an Bude reihen sich nebeneinander auf, köstliche Düfte erfüllen die Straßen und die an- und dargebotene Vielfalt an Speisen, Kunsthandwerk, Klamotten, Schmuck, Accessoires und Krimskrams kann es bequem mit jedem größeren Weihnachtsmarkt in Deutschland aufnehmen. Auffällig ist aber, dass es sich gerade bei den handwerklichen Produkten um durchweg sehr hochwertige und künstlerisch ansprechende Dinge handelt. Da kann man sich teilweise gar nicht sattsehen. Und es ist für jeden Geschmack, und Geldbeutel etwas dabei, egal ob man auf Töpferei und Keramik, Metall, Holz, Wachs oder Papier steht. Für jeden Dekorationsstil und für jede Inneneinrichtung findet man hier etwas passendes. Und wer partout noch keine Idee hat, was man dem/der Liebsten schenken könnte dieses Jahr, so findet man hier mit Sicherheit eine passende Inspiration.

Mehrere Stunden haben wir uns so durch die Mengen gewühlt, um die Runde dann mit ein paar köstlichen, in Teig ausgebackenen Apfelringen mit Zimtzucker in Vanillesoße abzuschließen. Nächstes Jahr kommen wir bestimmt wieder her! Und die Bilddokumente dazu findet Ihr hier.

22. Dezember 2011

Kurzurlaub in Adelboden (21. - 23.11.2011)

Da es bis Weihnachten noch soooo weit ist und wir trotzdem das Gefühl haben, eine kleine Auszeit zu brauchen, haben wir uns die Wartezeit noch mit einem Kurzurlaub in Adelboden versüßt. Adelboden liegt im Berner Oberland und ist den meisten Schweizern als beliebtes Skigebiet ein Begriff.

Die Anfahrt von Zürich nach Adelboden mit öffentlichen Verkehrsmitteln verläuft in vier Etappen und dauert etwa drei Stunden. Erst geht es mit dem Intercity in einer Stunde nach Bern. Getrübt wurde dieser Abschnitt eigentlich nur durch zwei Geschäftsreisende - ein älterer Herr und eine Dame mittleren Alters - die sich direkt neben uns zuerst ein (penetrant riechendes) Brathühnchen reinpfiffen und anschließend mit ihren Zeitungen um die Wette rascheln. Es ist kaum zu glauben, welche Geräuschbelästigung man mit einer simplen Zeitung produzieren kann. Naja, Geduld als Fähigkeit möchte gut trainiert sein.

Die nächste Umsteigestation nach Bern heißt Spiez. Hier kann man schon einen ersten schönen Eindruck der alpinen Landschaft bekommen. Und die Endstation ist schließlich Frutigen, von wo es mit dem Postauto weitergeht (so heißen hier in der Schweiz die Busse). Zwischen Frutigen und Adelboden muss der Bus immerhin 550 Höhenmeter überwinden. Auf unserem Weg durchqueren wir mehrere kleine Ortschaften und genießen die wunderschöne Berglandschaft. Adelboden ist Endstation unseres Postautos und das Hotel liegt direkt schräg gegenüber von der Busstation. Sehr praktisch. Da die Skisaison hier erst Mitte Dezember startet, ist es im Hotel und auch im Ort noch sehr ruhig. Das Zimmer ist urgemütlich und wir haben von unserem Balkon aus einen phantastischen Blick auf die Berge. Das wird bestimmt klasse, morgens aufzuwachen und gleich mal diesen Anblick zu genießen. Wir starten unseren Urlaub mit einem kleinen Erkundungsgang durch den Ort. Viele Restaurants haben noch geschlossen und in vielen Geschäften wird kräftig renoviert, umgebaut und dekoriert. Aber die Touristeninfo hat schon offen und dort lassen wir uns erst einmal zu ein paar Unternehmungen inspirieren. Die Wanderkarte zeigt, dass wir hier so einiges geboten bekommen.

Adelboden selbst liegt auf einer Höhe von 1.350 Metern. Für die Jahreszeit untypisch: es liegt noch keine Flocke Schnee. Was für die Ski- und Langläufer sehr bedauerlich ist, kommt uns wiederum sehr gelegen, da wir zum einen des Skifahrens (noch) nicht mächtig sind und ohnehin vorhatten, Adelboden wandernd zu erkunden.

Tag 1

Wir lassen es erst einmal ruhig angehen. Nach dem tadellosen Hotelfrühstück (besonders lobend zu erwähnen: das frische, knusprige und absolut köstliche Brot) packen wir unsere Sachen und fahren mit dem Postauto wieder in Richtung Frutigen. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Adelboden und Frutigen liegt der Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung: die Fußgängerbrücke Hostalde. Die Überquerung dieser Brücke erfordert schon ein bisschen Überwindung. Zum einen geht es RICHTIG tief runter - wie man durch das Stahlgitter, auf dem man läuft, bestens sehen kann -, zum anderen beginnt das Ding nach ein paar Schritten ordentlich zu wackeln. Ok, Augen geradeaus und immer einen Schritt nach dem nächsten. So kommt man rüber.

Unser heutige Wanderweg ist der sogenannte "Holzskulpturenweg". Ein hier ansässiger Bergbauer mit künstlerischen Ambitionen (und mit Bedarf für eine zusätzliche Einnahmequelle) fing vor einigen Jahren damit an, Holzfiguren zu schnitzen und stellte einen guten Teil seiner Werke an diesem Wanderweg aus. Mehrere Dutzend seiner Werke kann man auf dem Weg nach Frutigen bewundern. Die allermeisten Skulpturen stellen Tiere dar, z.B. Wildschweine, Bären, Steinböcke und Adler. Manche Tiere scheinen dem Künstler dabei eindeutig besser zu liegen als andere. Steinböcke beispielsweise sehen richtig gut aus, während die Adler nicht ganz so überzeugend geraten sind. Egal, für einen ambitionierten Hobbykünstler ist es in jedem Fall eine achtenswerte Leistung.

Da es bei unserer Ankunft im Tal noch sehr zeitig ist, statten wir in Frutigen dem Tropenhaus einen Besuch ab, das ca. zehn Minuten vom Bahnhof entfernt liegt. Es verdankt seine Existenz einer Thermalquelle, die nicht nur das Wachstum von tropischen Pflanzen ermöglicht, sondern die man hier direkt auch noch für eine große Störzucht nutzt und die Gewinnung von Kaviar. Die Tour durchs Tropenhaus beginnt in einem kleinen Museum über Geothermie und Geologie. Anschließend kann man draußen die riesigen Zuchtbecken für die Störe besichtigen. Und schließlich geht es in die Tropenhäuser, wo man eine große Auswahl exotischer Gewächse, Früchte und Blumen bestaunen kann. Das Klima hier ist natürlich sehr heiß und feucht. Nicht nur Pflanzen hält man hier, sondern auch Tiere. Besonders ulkig ist eine Schar puscheliger Hühner, die frei zwischen den Pflanzen herumläuft.

Nachdem wir uns an den Pflanzen sattgesehen haben, probieren wir noch das Tropenhaus-eigene Restaurant aus. Die Auswahl an Speisen ist nicht groß, dafür aber sehr edel und exotisch. Neben den regulären Getränken bietet die Karte auch einen hausgemachten Saft an, der aus den im Tropenhaus geernteten Früchten hergestellt wird. Den probieren wir doch gleich mal und finden ihn superlecker. Leider wird er aufgrund seiner schnellen Verderblichkeit im Laden nicht verkauft. Davon hätten wir uns sonst gleich noch zwei Flaschen mitgenommen.

Zurück geht es dann mit dem gleichen Postauto wie gestern, sogar die Zeit ist genau die gleiche wie gestern. 24 Stunden da und schon so viel Tolles erlebt. Wir runden den Tag mit einem edlen Dinner im Hotel ab. Bedingt durch die Vorsaison sind außer uns gerade mal vier weitere Tische besetzt. Essen und Wein in diesem Hotel sind einfach nur superköstlich und die Bedienung ist an Freundlichkeit kaum noch zu übertreffen. Zweimal gut geschlemmt an einem Tag, ziemlich dekadent, oder? Uns jedenfalls hat es so gut gefallen, dass wir uns für morgen Abend gleich wieder zum Dinner anmelden.

(Bilder Tag 1)

Tag 2

Die Wanderung am zweiten Tag führt uns genau in die entgegengesetzte Richtung. Heute stehen ein paar schöne Wasserfälle auf dem Programm, die Engstligenfälle. Die Wasserfälle kann man sich bequem vom Hotel aus erwandern. Natürlich tun wir das auch heute nicht ohne kräftiges Frühstück vorneweg. Das Wetter ist super, so gut wie keine Wolke am Himmel und postkartenmotiv-tauglicher, blauer Himmel.

Der erste Teil der Strecke führt uns einmal quer durch Adelboden durch und dann an mehreren Hügeln vorbei am Wasser entlang. Die ein oder andere Eisscholle kann man im Bach schon sehen und auch wenn kein Schnee liegt, so finden sich im Schatten immer wieder kleinere Flecken, auf denen der Rauhreif schöne Blumenmuster gebildet hat. Der Unterschied zwischen Schatten und sonnigen Abschnitten ist enorm. Während man auf der sonnenabgewandten Seite die dicke Jacke gut brauchen kann, käme man auf einem sonnenbeschienenen Hügel heute sicher auch mit einem T-Shirt aus. Kein Witz.

Je weiter wir uns vom Ort entfernen, desto schroffer und wilder wird die Gegend. Unterwegs begegnet einem hier kaum noch eine Menschenseele. Die Schilder lassen jedoch ahnen, dass hier ein beliebtes Langlaufgebiet ist, wenn denn mal Schnee liegt. Im Wald vor den Wasserfällen begegnet uns dann noch ein schwarzes Eichhörnchen. So einen Kameraden haben wir schon gestern auf dem Holzskulpturenweg gesehen. Sehr niedlich, aber auch sehr scheu.

Die Wasserfälle selbst sind wunderschön anzusehen, auch wenn sie - bedingt durch die Jahreszeit und die große Trockenheit der letzten Monate - nur wenig Wasser führen. Das ganze Areal ist geradezu übersät von schroffen Felsbrocken, die das Wasser im Laufe der Zeit zu Tal befördert hat. Absolut grandios.

Der Rückweg geht dann ziemlich flott. Etwa zwanzig Minuten vom Wasserfall entfernt befindet sich eine Talstation, wo - wie für uns bestellt - ein Bus zur Abfahrt bereit steht. Hätten wir den verpasst, wäre der nächste erst eine Stunde später gefahren. So hatten wir eine Wartezeit von zwei Minuten. Perfektes Timing. Und auch dieser Bus fährt uns direkt vor das Hotel. Bequemer kann man es sich kaum wünschen.

Den Tag lassen wir dann erneut im Hotelrestaurant ausklingen. Heute ist ein bisschen mehr los, weil eine Abendgesellschaft zum Feiern gekommen ist. Das ist aber nicht weiter tragisch. Essen, Wein und Service sind ebenso fabelhaft wie schon am vorigen Tag.

(Bilder Tag 2)

Tag 3

So, nachdem wir unser Wanderniveu kontinuierlich gesteigert haben, machen wir heute noch einmal einen größeren Ausflug mit ordentlichen Höhenmetern. Das Ziel heißt Schärmtanne und wurde uns ebenfalls von der freundlichen Dame bei der Touristeninfo empfohlen. Es geht wieder direkt beim Hotel los und führt zunächst in die gleiche Richtung, wie schon die gestrige Wanderung. Am Ende des Dorfes biegen wir allerdings nicht links ab in Richtung Wasserfälle, sondern rechts. Und von hier aus geht es kontinuierlich bergan.

Die Route liegt sehr im Schatten, so dass wir gleich zu Anfang ein paar beeindruckende Eisformationen an der Wand sehen können. Offenbar wurden wir gut beraten, denn diese Tour bietet noch einmal alles auf, was man sich von einer schönen Bergwanderung verspricht. Wundervolle, malerische Bergpanoramen, wohin das Auge reicht. Und immer wieder laufen wir an Geröllhalden vorbei, bei denen sich Wanderer mit den charakteristischen Steintürmchen verewigt haben. Das möchten wir doch auch mal ausprobieren. Anke hat den Dreh relativ schnell raus und baut gleich mehrere ansehnliche Kunstwerke. Jetzt sind wir hier ebenfalls verewigt.

An einer besonders vereisten Stelle rutschten wir denn auch gleich nochmal aus und schlitterten auf unseren vier Buchstaben ein paar Meter weit, aber zum Glück ist nichts passiert. So etwas möchte man aber bestimmt nicht in der Nähe eines Abgrunds erleben. Bei dem Gedanken kann es einem schon mulmig werden.

Ein paar respektable Hügel später sind wir schließlich in Gilbach angekommen, wo wir zu Mittag essen. Das Restaurant ist eines der wenigen, die 365 Tage im Jahr offen haben. Aktuell werben sie mit einem Single-Dinner für Weihnachten. Für alle die, die nicht einsam zu Hause herumsitzen möchten. Eigentlich eine richtig liebe Idee. Vielleicht findet das ein oder andere einsame Herz ja bei dieser Gelegenheit sein Gegenstück.

Wie viele Höhenmeter wie heute angesammelt haben, zeigt der Rückweg ins Hotel. Wir laufen eigentlich kontinuierlich bergab vom Restaurant aus und kommen optimal am oberen Ende von Adelboden heraus. Da hat uns unser Orientierungssinn gut geleitet. Zum letzten Mal kehren wir bei dem Bäckerei-Café Haueter ein, das wir schon bei unserem Rundgang am ersten Tag entdeckt haben. Hier serviert man einen erstklassigen Kaffee und die Kuchentheke bietet eine Auswahl... einfach köstlich. Dazu kann man - drinnen oder draußen - das wunderbare Bergpanorama genießen.

Nach einer solchen Wanderung wird es endlich mal Zeit, den viel gepriesenen Wellness-Bereich des Hotels auszuprobieren. Neben einem Spa und einem (ziemlich kühlen) Indoor-Pool hat es noch einen gut beheizten Pool draußen mit einem wunderschönen Blick über die Berge. Ein Traum. Hier lässt es sich gut aushalten. Leider bekommen wir den Trick nicht raus, wie man die Blubber-Düsen im Pool anstellt. Dass es funktioniert, konnten wir aber schon ein paarmal vom Restaurant aus beobachten. Egal, das mindert den Genuss nicht wirklich.

Auch wenn das Hotelrestaurant noch so gut ist, am letzten Tag möchten wir noch einmal etwas anderes ausprobieren und so besuchen wir das Hotel-Restaurant Adler, das nur ein paar hundert Meter von unserem Hotel entfernt liegt. Hier geht es etwas uriger zu als in unserem Hotel, aber das Essen ist ebenfalls superköstlich und man fährt satte Portionen auf. Wir müssen beide kapitulieren, soviel schaffen wir nicht mal nach einem so ausgiebigen Wandertag.

Was bleibt noch zu sagen? Adelboden, das Hotel Cambrian und das Café Haueter haben uns nicht zum letzten Mal gesehen. Dafür waren diese drei Tage einfach zu schön. Mal sehen, ob wir uns das Vergnügen das nächste Mal im Sommer oder verschneit im Winter ansehen. Lohnen wird es sich sicherlich zu jeder Jahreszeit.

Ein R(h)einfall war es nicht (18.09.2011)

Eigentlich eine Schande, dass wir so dicht beim Rheinfall wohnen und es in knapp einem Jahr nicht geschafft haben, dorthin mal einen Ausflug zu machen. Aber mit den Gästen schaffen wir es nun endlich. Und soviel kann man gleich schon vorwegnehmen: dieses Ziel ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Schon die Dimension des Parkplatzes und der Touristeninfo geben einen ersten Eindruck davon, wieviel Betrieb hier im Sommer und den Ferienzeiten bzw. am Wochenende herrschen muss. Zum Glück sind wir außerhalb der Hochsaison hier und können alles ohne großes Gedränge erleben. Selbst das Wetter macht mit. Wir haben zwar keinen blauen Himmel, aber angenehme Temperaturen und keinen Regen.

Wir beginnen die Tour in einem kleinen Museum, in dem gemischte Exponate unterschiedlicher Epochen ausgestellt sind. Besonders nett ist eine Sammlung unterschiedlicher Sessel und Stühle aus mehreren Jahrhunderten. Durch die Museumsfenster kann man auch schon einen ersten beeindruckenden Blick auf den Rheinfall erhaschen. Wow! Kein Wunder, dass dieses Schauspiel jedes Jahr so viele Gäste anlockt. Riesige Wassermassen rollen sich über die Felsen in die Tiefe und produzieren dabei eine unvergleichliche Kulisse - sowohl für Augen als auch Ohren.

Das Schauspiel sehen wir uns doch gleich mal aus der Nähe an. Und viel mehr Nähe als am Rheinfall kann man zu tosendem Wasser kaum haben. Aussichtsplattformen ragen - nur wenige Zentimeter über dem Getöse - ein gutes Stück über den Fluss. Am äußersten Rand einer solchen Plattform kann es einem schon mulmig werden, wenn man die Flut unter sich vorbeitoben sieht. Wer da reingerät, hätte vermutlich keine Chance. Treppen und Wege verbinden die zahlreichen Aussichtspunkte. Besonders mutige (und wasserfest gekleidete) Gäste können sich mit dem Boot zu einem Felsen fahren lassen, der direkt im Zentrum des rauschenden Wassers steht. Da wir zwar den nötigen Mut, nicht jedoch die passende Kleidung nebst Schuhwerk dabei haben, verzichten wir heute auf dieses Abenteuer.

Stattdessen wandern wir über die Brücke auf die andere Seite des Flusses, wo wir einen wunderschönen Blick auf die Burg haben. Der Rheinfall ist auch aus dieser Perspektive sehr schön und mit Sicherheit ein beliebtes Fotomotiv. Die Uferpromenade auf dieser Seite bietet darüber hinaus alles, was der Tourist benötigt: Erfrischungen, Hot Dogs, Souvenirs und Postkarten. Am Ende des Weges liegt der Anlegesteg der Rheinfall-Boote. Statt zum Felsen in der Mitte kann man auch einfach nur zum anderen Ufer übersetzen. Für diese Variante entscheiden wir uns. Und bis das Boot ablegt, bestaunen wir noch die zahlreichen Fische, die sich hier im - inzwischen wieder ruhigen - Wasser tummeln. Ein ganzer Schwarm hat sich hier niedergelassen und offenbar auch keine größere Scheu. Bis auf wenige Zentimeter kommen sie im flachen Wasser heran.

Bei Übersetzen ans andere Ufer können wir noch einmal die ganze Pracht dieses Schauspiels genießen. Vom Steg aus kann man anschließend mit einem gläsernen Aufzug zum Museum zurückkehren und sich den beschwerlichen Aufstieg zur Burg sparen. Damit wäre die Runde vollendet. Noch einen Kaffee zum Abschluss und dann wäre ein weiterer schöner Tag erlebt. Auch dieses Erlebnis können wir guten Gewissens weiterempfehlen.

Hier findet der geneigte Leser also die Bild-Dokumente.

Pilatus - Goldene Tour (17.09.2011)

Mitte September hatten wir wieder Gäste aus der Heimat: Ankes Bruder Norbert und seine Frau Kerstin. Und natürlich ließen wir es uns auch diesmal nicht nehmen, den beiden ein paar schöne Ecken der Schweiz zu zeigen. Für das richtige Gebirgs-Feeling hatte sich schon bei früheren Besuchen der Pilatus bei Luzern bewährt. Doch diesmal wollten wir die XXL-Version erleben, die sogenannte Goldtour. Bei der Goldtour lernt man den Pilatus - buchstäblich - von allen Seiten und aus unterschiedlichsten Perspektiven kennen.

Los geht es mit der Gondelbahn in Kriens (516 m), wo man in zwei Etappen nach Fräkmüntegg (1416 m) geführt wird. Dann steigt man in eine Hochseilbahn um, die einen zum Pilatus-Gipfel (2132 m) bringt. Während der knapp zehn Minuten in der Hochseilbahn kann es einem schon ein bisschen mulmig werden. Es geht links und rechts doch ziemlich tief hinunter. Der Tag lässt sich zwar noch etwas trübe an, aber es ist trocken und man hat - trotz allem - eine passable Fernsicht. Der Vierwaldstättersee sieht von hier oben besonders toll aus.

Oben angekommen erkunden wir entlang der Wander- und Spazierwege den Gipfel und genießen die wundervolle Aussicht. Von der Bergstation aus beobachten wir den Start eines Tandem-Gleitschirms. Leider hat das Pärchen beim ersten Versuch etwas Pech mit dem Wind. Die beiden werden kurz angehoben und poltern dann ziemlich unsanft auf den Boden. Aber keine Sorge, keiner wurde verletzt. Und der zweite Versuch klappte dann ohne weitere Probleme. Für dieses Hobby braucht es sicher einigen Mut! Obwohl es nicht allzu kalt ist, tut der anschließende Kaffee und Kakao im Restaurant der Bergstation richtig gut.

Der zweite große Abschnitt der Goldtour ist die Fahrt mit der Pilatusbahn, der mit einer maximalen Steigung von 48% steilsten Zahnradbahn der Welt. In den komfortabel-gemütlichen Wagen der Zahnradbahn lässt sich die Fahrt ins Tal angenehm verbringen und das gebotene Panorama ist einfach spektakulär. Da weiß man gar nicht, wohin mal als erstes die Kamera richten soll. Das sehen zwei Japaner in der Nachbarkabine offenbar genauso und so knipsen wir Fotos um die Wette. Die Fahrt beginnt noch auf kargen Wiesen mit viel Geröll und beeindruckenden Felsformationen. Je tiefer wir kommen, desto mehr setzt sich die Flora wieder durch, bis wir schließlich durch dichten Wald fahren. Wie alles Schöne, so geht leider auch diese tolle Fahrt viel zu schnell vorbei.

Bis zum dritten und letzten Abschnitt der Pilatus-Goldtour ist gerade noch genügend Zeit, um einen leichten Imbiss einzunehmen. Direkt bei der Talstation lädt hierzu ein nettes Cafè ein, wo wir uns eine köstliche Suppe genehmigen. Danach heißt es: alle Mann an Bord. Zurück geht es nämlich via Boot. Hier kann man auf dem Oberdeck noch einmal so richtig die Seele baumeln lassen und die schöne Uferaussicht genießen. Niedliche kleine Ortschaften, Hotels und kleine Uferpromenaden mit Restaurants und Cafès wechseln sich ab. Je weiter man nach Luzern kommt, desto luxoriöser werden die Anwesen, die am Ufer zu sehen sind. Einige davon gleichen eher kleinen Schlösschen. Und natürlich sind diese Schmuckstücke stets umgeben von parkähnlichen Gartenanlagen. Wer hier mit einer oder zwei Millionen ankommt, wird sicher erstmal ausgelacht. Das ganze wird dann nur noch überboten von Luzern selbst. Die Luxushotels wetteifern in Sachen Pomp und Größe mit den Kirchen und Casinos um die Wette. Luzern werden wir uns sicher noch einmal im Rahmen eines weiteren Ausflugs noch ein bisschen näher ansehen.

Mit dem Bus geht es vom Hafen schließlich zurück nach Kriens, wo die Rundreise ihren Anfang nahm. Unser Fazit: eine wundervolle und trotzdem entspannte Tagestour, die extrem viel zu bieten hat und die man darüber hinaus auch sehr individuell gestalten kann. Da Gondeln, Bahnen und Boote bis zum späten Nachmittag regelmäßig verkehren, kann man überall so lange verweilen, wie es einem gefällt, ohne sich hetzen zu müssen. Uneingeschränkt zu empfehlen und jeden Rappen wert.

Und hier wieder der Link zu den Bildern.

28. August 2011

Katzenseen

Eine Schande ist das! Da wohnt man gerade mal zwei Kilometer von einem wunderschönen Naherholungsgebiet entfernt, und dann bekommt man es fast den ganzen Sommer nicht hin, dort auch mal eine Runde schwimmen zu gehen. Bisher sind wir lediglich des öfteren am See entlang spaziert.

Der Katzensee - im schweizerdeutschen "Chatzesee" genannt - liegt in der nordwestlichen Ecke von Zürich und ist umgeben von Wald, Birkenhainen und Streuobstwiesen. Mit seinen 800 Metern Länge und 400 Metern Breite ist er im Vergleich zum Zürichsee natürlich nur eine größere Pfütze, aber dafür ist er auch um einiges charmanter.

An Sonntag den 21.08. war dann die Bade-Premiere im Katzensee. Der Tag war ideal. Hochsommerliches Wetter, Temperaturen jenseits der 30 Grad und ein frischer Wind, der die kurze Fahrradtour zum See erträglich machte. Wie nicht anders zu erwarten, war die Liegewiese schon brechend voll, aber wir fanden trotzdem noch ein Eckchen für unsere Decke. Und dann ging es gleich ins Wasser. Angenehme 26 Grad Wassertemperatur waren absolut perfekt und wir beschlossen gleich mal verwegen, den See im Uhrzeigersinn zu umschwimmen.

Das Schwimmen im See ist überhaupt kein Vergleich zu einem normalen Schwimmbad. Man ist umgeben von Schilf, die Fische schwimmen unter einem und die Wasservögel neben einem umher und hin und wieder schwirrt eine Libelle vorüber. Bei unserem ersten Besuch hatten wir Tauchmasken und Schnorchel leider nicht dabei, aber das würde uns beim nächsten Mal nicht passieren. Die vollständige Runde um den See schafften wir leider nicht, nach etwa einer Stunde schwammen wir auf direktem Weg zurück und gönnten uns noch einen Hot Dog vom See-Kiosk.

Die zweite Gelegenheit, den Katzensee zu erproben, ergab sich am 26.08. Sehr gute Freunde aus München hatten sich angekündigt mit der kompletten Familie (drei Kinder: 2, 5 und 6 Jahre alt). Da es wieder ein wunderschöner und hochsommerlicher Tag war, erschien uns das als die beste Möglichkeit, vor allem nach der langen Fahrt von München. Die Idee erwies sich dann auch als super. Die Kinder waren hellauf begeistert und konnten sich ein paar Stunden nach Herzenslust austoben. Durch das lange und flache Ufer ist der See ideal auch für Kleinkinder und Nichtschwimmer geeignet und da es hier viele Kinder jedweden Alters hat, fehlt es niemals an Spielkameraden. Diverse Spielgeräte sorgen darüber hinaus auch außerhalb des Wassers für Vergnügen. Nicht zuletzt die Eltern konnten mal ein bisschen zur Ruhe kommen. Wer also einen passenden Ort sucht, an dem energiegeladene Kinder ihre überschüssigen Kräfte loswerden können, sollte es mal mit dem Katzensee probieren. Der Erfolg ist quasi garantiert. Unsere drei Süßen schliefen in dieser Nacht auf jeden Fall wie die Murmeltiere.

Und weil wir gerade so schön dabei waren, haben wir dem See auch am 28.08. noch einen Besuch abgestattet. Heute waren wir voll ausgerüstet mit Maske und Schnorchel und genossen über eine Stunde lang die Unterwasserwelt des Katzensees. Viele kleine Fischschwärme tummeln sich in der Nähe des Schilfs. Vor Schwimmern und Tauchern scheinen die kleinen Burschen wenig Angst zu haben, so dass man bis auf wenige Zentimeter herankommt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viel Sediment aufwirbelt. Anke fand sogar eine große Seemuschel! Ich hingegen nur einen uralten Badeschlappen, den wir aber mit ans Ufer brachten und dort entsorgten.

Dreimal Katzensee, eine Meinung: dieses schöne Fleckchen Erde ist wie geschaffen dafür, mal ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. Das Wasser ist sauber und klar, die Umgebung bilderbuchmäßig schön, das Natur-Feeling unschlagbar, die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt und selbst das Essen am Strand-Kiosk kann sich sehen (essen) lassen. Wir waren lediglich etwas irritiert, dass es keine Pommes Frites gibt. Aber das lässt sich verschmerzen.

Wandern in Aadorf (31.07.2011)

Ende Juli waren unsere lieben Verwandten Ulrike - Ankes Schwester - und Dirk - Ulrikes langjähriger Lebenspartner - bei uns zu Besuch. Ursprünglich wollten die beiden mit dem Motorrad kommen, aber da es in den Tagen davor fast ausschließlich kühl-regnerisches Wetter hatte, haben sie kurzfristig aufs Auto umdisponiert. Aber zum Glück lässt sich die Schweiz ja auch ohne Motorrad erkunden, zum Beispiel bei einer Wanderung.

Wir hatten schon seit einiger Zeit eine Tour in Aadorf ins Auge gefasst. Knappe zwanzig Kilometer lang, nur wenig Steigung und nicht mal eine Autostunde von uns entfernt. Am 31.07. war dann auch genau das richtige Wetter - sonnig, aber auch nicht zu warm.

Die Tour beginnt am Ortsrand von Aadorf, direkt neben dem örtlichen Freibad und führt durch den Wald durch die Orte Matzingen und Stettfurt. Gleich im ersten Waldstück kommen wir an einem schönen Weiher vorbei, auf dem besonders schöne Seerosen wachsen. Überhaupt sollten wir heute ziemliche viele Seerosen zu sehen bekommen. Und obwohl es noch Hochsommer ist, sprießen im Wald schon zahlreiche Pilze, einige davon haben beeindruckende Ausmaße.

Die Wanderung bietet alles, was sich der Naturfreund wünschen kann: jede Menge Grünzeug, idyllische kleine Ortschaften mit niedlichen Kirchen und Fachwerkhäusern, hin und wieder plätschert ein Bach unter oder neben uns her und natürlich darf auch die Fauna nicht fehlen. Vor allem Kühe und Schmetterlinge gibt es an jeder Ecke zu sehen, aber auch so exotische Exemplare wie Lamas. Besonders schön und gepflegt sind auch wieder die Vorgärten der Häuser. Dort, wo es Teiche hat, sehen wir erneut eine bunte Vielfalt an Seerosen.

Das Sonnenberger Schloss, das ungefähr auf der Hälfte der Route liegt, sparen wir uns. Zum einen sieht der Aufstieg auf den Hügel sehr anstrengend aus - und es ist inzwischen ziemlich heiß geworden -, zum anderen wird das Schloss gerade umgebaut. Aus diesem Grund ist auch das Restaurant geschlossen. Apropos geschlossene Restaurants... von denen hatte es auf unserer Tour reichlich! Wir hatten nicht bedacht, dass aufgrund des morgigen Schweizer Nationalfeiertags die meisten Leute im Kurzurlaub sind. Dabei hatten wir so ein schönes und einladendes Restaurant in Matzingen gefunden. So begannen unsere Mägen denn auch mit jedem Kilometer mehr und mehr durchzuhängen. Im Ort Wängi schließlich fanden wir, nachdem wir einen Spaziergänger gefragt hatten, einen geöffneten Gasthof, wo wir ein kühles Panache und ein zünftiges Schnitzelbrot bekamen. Und zum Nachtisch sogar noch einen schönen Eisbecher (bzw. Karamelcreme und Mousse au Chocolat). Damit waren Hitze und Anstrengung sofort wieder vergessen. Vor dem Gasthof schlossen wir dann noch Freundschaft mit einer sehr verschmusten Katze.

Unser Fazit: diese Wanderung ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hier noch der übliche Link zu den Bildern.

24. August 2011

Fliewatüüt

Wer kennt es nicht auch noch, das schöne Jugendbuch von Boy Lornson, in dem Robbi und Tobbi Abenteuer bestehen müssen (und das von Maus-Macher Armin Maiwald legendär verfilmt wurde). Dieses mehrfach-taugliche Vehikel konnte Fliegen, auf dem Wasser fahren und wie ein Auto ("tüüt") auf der Strasse fahren.

Die letzten und die kommenden Tage beinhalten alle drei Komponenten für Peter und mich, nämlich geht es in knapp 2 Wochen mit dem Flieger wieder nach Hurghada in Ägypten, um 1 Woche Tauchurlaub zu machen. Gerade gestern hatten wir nochmal eine Auffrischungslektion im Pool und mein leidiges Problem Maske ausblasen habe ich gut gemeistert. Auch meine Tarierung ist inzwischen viel besser geworden, so dass ich mich freue, wieder als künstlicher Fisch im Roten Meer zu schwimmen. Was uns besonders bei dieser Reise erfreut ist die sehr kurze Fahrt zum Flughafen. In knapp 12 Minuten sind wir mit der S-Bahn da und müssen nicht erst 1 Stunde fahren, wie sonst immer nach Münster/Osnabrück oder Hannover. :-)

Geschwommen haben wir am letzten Wochenende -- in dieser momentan heissen Periode, bis zu 37 Grad C -- dann endlich in unserem Naherholungsgebiet, den "Katzenseen". Nur 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernt ist unsere Badi. Es ist ein herrliches Badegefühl, nicht in Chlorwasser zu schwimmen, sondern in einem Naturgewässer mit zwar grüner Trübung, aber doch recht klarem und geniessbarem Wasser und bester Abkühlung. Wir haben zwar nicht geschafft, den ganzen See am Sonntag Nachmittag schwimmend zu umrunden, aber 3/4 der Strecke haben wir dann doch absolviert. Zwar gab es ausser uns noch viele weitere Besucher des Katzensees (es ist nur einer zum Schwimmen freigegeben), aber da sich die Masse der Leute beim Einstieg und in Ufernähe gehalten hat, waren wir angenehm viel Zeit allein.

Und was nun den dritten Teil des Titels angeht: seit heute haben wir nach einer gewissen Prozedur Schweizerische Kontrollschilder erhalten und fahren nun nicht mehr als Deutsche erkennbar durch Stadt und Land (tüüt). Die Zulassungsprüfung war nach ca. 30 Minuten erledigt, nur einen Hinweis wegen des nicht erfüllten Schweizer Sauberkeitsstandards habe ich erhalten: es wird erwartet, dass eine Motor- und Unterbodenwäsche gemacht wird, damit alles tiptop sauber und für die Prüfer gut sichtbar ist). Aber man hatte Verständnis, weil der deutsche TÜV auf so etwas ja keinen Wert legt und das die hiesige Garage (Werkstatt). Übrigens: die Halterungen für deutsche Kennzeichen sind hier nicht verwendbar, da es vorn das Mini-Schild und hinten das normal lange Schild gibt, was aber dennoch eine andere Grösse hat. So viele Details...

19. Juni 2011

Formicula!

Vor einigen Tagen stand unsere Wohnung unter Belagerung! Das warme Wetter der letzten Wochen hatte zur Folge, dass derzeit eine regelrechte Plage schwärmender Ameisen über Zürich (zumindest aber unsere Wohnstätte betreffend) hinwegzog. Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen gleich zweimal. Zuerst befielen die Ameisen das Fenster des Gästezimmers. Das ging noch relativ glimpflich vonstatten und wir konnten uns der Tiere mit Backpulver ziemlich schnell entledigen. Aber nur wenige Tage danach kam der nächste Schwung und diesmal waren es regelrechte Massen: Das Ziel der zweiten Welle war unser Küchenfenster und dort schienen dann auch größere Mengen Backpulvers zunächst nichts auszurichten. Man geht mit einem ziemlich kribbeligen Gefühl ins Bett, wenn man weiß, dass nur wenige Meter entfernt einige tausend Krabbeltiere die Fassade rauf- und runtermarschieren.

Mit professionellen Ameisenködern haben wir nun - hoffentlich - das Problem endgültig. Uns wäre eine Umsiedlung der Tiere zwar lieber gewesen, aber da sie sich im Fensterkasten eingenistet hatten, war das leider nicht möglich.

Wanderung im Emmental (12.06.2011)

Vor einer Woche waren wir im Appenzell, wo der gleichnamige Käse herkommt. Da ist es nur fair, dem ebenso bekannten Emmentaler die gleiche Ehre zu erweisen. Von Zürich aus erreicht man das Emmental mit dem Auto in einer guten Stunde. Wenn man sich in Richtung Bern hält, kann man es eigentlich nicht verfehlen.

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ort Heimiswil, ein lauschiges kleines Dorf mitten im Grünen. Wie schon im Appenzell gibt es auch in Heimiswil eine Schaukäserei, die aber nicht auf unserem Programm steht. Außerdem wissen wir nicht, ob die Käserei an einem Sonntag geöffnet hat.

Gleich hinter dem Dorf geht es in die grünen Hügel, wo die charakteristischen Emmentalhäuser stehen. Selten sieht man so urig-gemütlich wirkenden Behausungen. Die Häuser sind zumeist sehr großzügig dimensioniert, bestehen zum überwiegenden Teil aus Holz, das in angenehm hellen Tönen lasiert ist. Auffallend sind auch die großen und lang gezogenen Dächer. Die Besitzer geizen darüber hinaus nicht mit schönen Details wie Blumenkästen, bunten Fensterläden, Wandmalereien und Schnitzereien sowie allerlei Dekorationen. Nichts davon wirkt aufgesetzt oder kitschig, sondern einfach nur wunderschön. Zu den größeren Häusern gehören Zier- oder Nutzgärten, die das Herz eines jeden Hobbygärtners aufgehen lassen. Kein Zweifel, dass unendlich viel Liebe, Mühe und Sorgfalt in diese Gärten investiert wurde.

Somit ist es kein Wunder, dass sich in einer solchen Umgebung auch die Tiere sehr wohl fühlen. Neben den allgegenwärtigen Kühen, Schafen, Ziegen und Pferden treffen wir heute auch auf zahlreiche Schmetterlinge, die sich bereitwillig als Fotomodelle zur Verfügung stellen.

Neben Feldern, Viehweiden und Wäldern gibt es im Emmental auch zahlreiche Obstwiesen. Besonders die Kirschbäume sind um diese Jahreszeit eine wahre Augenweide. Von allen Ecken leuchten einem die halbreifen Kirschen entgegen. Der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung liegt ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke, das Lueg-Denkmal auf einem der größeren Hügel. Man merkt doch so langsam, dass wir uns an die Wanderungen gewöhnen. Der letzte Aufstieg vor dem Denkmal war ziemlich steil, aber wir haben ihn ohne große Mühe gemeistert. Und die wundervolle Aussicht von hier oben ist die Anstrengung allemal wert!

Nach einer kleinen Verschnaufpause wenden wir uns dem Mittagessen zu. Am Fuße des Hügels, auf dem das Lueg-Denkmal steht, gibt es den dazu passenden Landgasthof. Im Schatten großer Kastanienbäume genießen wir ein lecker-deftiges Mittagessen, das uns von einem humorvollen Kellner (Herr Glück) serviert wird.

Nach dem Essen geht es dann weiter in Richtung Rotenbaum. Die Strecke führt uns nun hauptsächlich durch schöne Wälder und vorbei an einem großen Pferde- und Ponyhof. Hier erleben wir unfreiwillig den spannendsten Moment unserer Wanderung. Die Route führt mitten über eine Pferdekoppel, auf der sich gerade mehrere Junghengste austoben. Für diese Rabauken sind wir natürlich eine willkommene Abwechslung und so kommen sie mehrfach im vollen Galopp auf uns zu, als wollten sie uns über den Haufen rennen. Aber keine Panik, es ist nichts passiert. Trotzdem waren wir froh, als wir die Koppel überquert hatten.
Eine halbe Stunde später konnte man bereits wieder die Kirche von Heimiswill sehen. Eine wirklich schöne Wanderung, die wir uneingeschränkt empfehlen können. Zum Ausklang des Tages fuhren wir noch über die Landstraße in Richtung Luzern und hatten einen grandiosen Blick auf einen wolkenverhangenen Pilatus.

Auch hier wieder die Fotos bei Picasa.

P.S. An diesem Tag ist der Geburtstag meiner Schwester Ulrike. Nochmal an dieser Stelle herzlichste Glückwünsche zum Geburtstag!!

Eine Hügelkette namens Pfannenstiel (29.05.2011)

Nachdem wir durch die Spaziergänge in und um Zürich sowie den Wanderausflug ins Appenzeller Land auf den Geschmack gekommen waren, machten wir uns am 29.05. auf eigene Faust los. Unser schlaues Wanderbuch empfielt in der Nähe von Zürich eine leichte Wanderung, die über eine Hügelkette mit dem schnuckeligen Namen "Pfannenstiel" führt.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Ort Forch, den man vom Bahnhof Zürich-Stadelhofen aus mit der sogenannten Forchbahn - einer rot-weiß lackierten Tram, - erreichen kann. Schon bei der Anfahrt bekamen wir einiges zu sehen. Forch liegt, verglichen mit Zürich-Innenstadt, ein gutes Stück höher gelegen und so klettert die Forchbahn beständig 20 Minuten lang die Hügel empor. Es ist immer wieder erstaunlich: man fährt in der Innenstadt los und nur wenig später ist man inmitten schönster Natur.

Das Wetter ist heute für eine lange Wanderung schon fast zu heiß, aber die Pfannenstiel-Route führt die Hälfte der Strecke durch schöne Wälder und dort kann man es auch bei großer Hitze gut aushalten. Vom Bahnhof aus geht es durch den Ort Forch und dann in den Wald hinein. Die ersten fünf Kilometer führen bergauf und man kommt, zwischen den Waldabschnitten, auch immer wieder an vereinzelten Höfen vorbei, wo Kühe, Schafe und Ziegen im Schatten liegen. Wo immer es Tiere hat, hört man das typische Bimmeln der Glocken, die die Vierbeiner hier um den Hals haben. Anderswo würde das vielleicht kitschig wirken, aber hier ist es einfach nur schön.

Der erste gemeisterte Anstieg wird durch einen wunderschönen Blick auf den Greifensee belohnt, den wir uns bei einer Fahrradtour auch schon aus der Nähe angesehen haben. Kurz vor dem höchsten Punkt des Pfannenstiels steht ein stählerner Aussichtsturm, der sog. Bachtelturm. Der Aufstieg ist etwas anstrengend und man sollte ein bisschen schwindelfrei sein, aber von oben hat man einen fabelhaften Rundblick über den Züri(ch)see und die sich dahinter erstreckenden Berggipfel. Wirklich erstaunlich, selbst Anfang Juni hat es dort oben noch immer reichlich Schnee.

Nun wird es erstmal Zeit für ein Mittagessen. Das Restaurant Hohenwacht, das nur wenige hundert Meter hinter dem Aussichtsturm liegt, bietet eine leckere Auswahl an deftigen, gutbürgerlichen Gerichten. Schon der Vorspeisensalat mit dem köstlichen Dressing war eine Gaumenfreude und auch der Hauptgang ließ nichts zu wünschen übrig.

Nun laufen wir eine Weile bergab bis zum Ort Toggwil, dem - mit 643 Metern über dem Meer - tiefsten Punkt der Wanderung. Das Restaurant lag auf über 800 Metern. So schön es ist, eine Weile entspannt bergab zu gehen, so anstrengend ist es, wenn es dann wieder drei Kilometer ausschließlich bergauf geht. Genau das stand uns nun bevor, entgegen der Angabe im Wanderführer. Vorbei an mehreren gepflegten Pferdehöfen kamen wir wieder in den Wald und gerieten schon ziemlich ins Schnaufen bei den teilweise sehr steilen Anstiegen. Wenn man dann die finale Kuppe erreicht hat und weiß, dass es nun wieder für geraume Zeit bergab geht, ist man doch ziemlich erleichtert.

Als kleine Premiere konnte Peter heute seinen ersten Fuchs in freier Wildbahn erleben. Offenbar hatten wir ihn bei der Mäusejagd gestört und er verzog sich sofort in den Wald. Wildlebende Füchse kann man in Deutschland auch nicht an jeder Ecke finden.

Nach insgesamt 16 Kilometern hatten wir unseren Ausgangspunkt Forch wieder erreicht und waren ziemlich froh darüber. Bei so ungeübten Wanderern wie uns fühlen sich die Füße nach so einer Tour doppelt so groß an. Mit der Forchbahn ging es zurück zum Bahnhof Stadelhofen, wo wir uns mit einem sehr köstlichen Softeis belohnten.

Hier die Fotos bei Picasa.

Alp(traum)amare am 15.05.2011

(Eine kleine Anmerkung vorweg für gelangweilte Juristen unter den Lesern: die nachfolgenden Ausführungen geben die persönlichen und subjektiven Erfahrungen von zwei Privatpersonen für einen Zeitraum von ca. drei Stunden wieder, sind also in keiner Weise repräsentativ und erheben auch keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.)

Wenn man einen Tag in einem Erlebnisbad verbringt, so verspricht man sich in erster Linie Vergnügen davon. Besonders viel Spaß hatten wir am 15. Mai allerdings nicht, als wir einem der größten Erlebnisbäder in der Umgebung von Zürich einen Besuch abstatteten: dem Alpamare in Pfäffikon.

Schon die Anfahrt war ein unfreiwillig-unangenehmes Abenteuer. Mitten auf der Autobahn im schönsten Regen bockte auf einmal unser Scheibenwischer! Es ist überhaupt nicht lustig, wenn man auf der Autobahn auf einmal so gut wie nichts mehr sehen kann. Mit Müh und Not kamen wir bis zur nächsten Tankstelle, wo wir uns die Sache mal ansahen, aber natürlich konnten wir nichts finden. Mit ein bisschen manueller Ermutigung brachten wir das Ding aber soweit wieder in Gang, dass es alle 30-45 Sekunden einmal die Scheibe wischte. Während der nächsten Regenpause schafften wir es dann bis zum Alpamare und vertagten die Lösung des Problems auf den Zeitpunkt der Heimfahrt.

Nun folgte, Schlag auf Schlag, eine Ernüchterung auf die nächste. Über einen Aufzug gelangt man vom Parkplatz zum Kassenbereich des Schwimmbads. Oben angekommen wären wir am liebsten sofort wieder umgekehrt. Wir konnten kaum aus dem Aufzug raus, so rappelvoll war es hier. Das Kassenpersonal war hoffnungslos überfordert und darüber hinaus waren gerade mal zwei Kassen geöffnet. So verbrachten wir die ersten 25 Minuten damit, vor der Kasse Schlange zu stehen und uns zu ärgern. Hätten wir uns nicht schon vorab informiert, so wäre der Eintrittspreis sicher der nächste Schock gewesen: 42 Franken pro Person (umgerechnet über 30 Euro). Und wir reden hier nicht von einer Tageskarte, sondern von gerade mal vier Stunden! Aber gut, für ein rundum gelungenes Badeerlebnis wäre das für Schweizer Verhältnisse sicher ein angemessener Preis. Leider sollte es anders kommen.

Im Bad selbst folgte dann gleich der nächste Schreck. Sämtliche Schwimmbecken waren gerammelt voll mit Menschen. An Schwimmen war überhaupt nicht zu denken, weil man nicht einmal Platz für zwei Schwimmzüge gehabt hätte. Das Alpamare bietet einfach nicht ausreichend Becken, als dass sich viele Besucher darin gut verteilen könnten. Abgesehen davon verfügt das Alpamare nicht mal über ein 25- oder gar 50-Meter Becken. Solche Menschenmassen produzieren in einer Schwimmhalle natürlich auch einen entsprechenden Lärm. Kurz gesagt, es war ziemlich unangenehm.

Wir stürzten uns dennoch ins Getümmel und probierten nacheinander das Wellenbad, das Sprudelbad, das Strömungsbad und das Jod-Sole-Bad aus, dessen bräunlich-gelbe Farbe zu geschmacklosen Spekulationen einlädt. Alle Becken hatten eins gemeinsam: sie waren nicht besonders sauber. So oft wie im Alpamare hatten wir noch nirgends sonst irgendwelche fremden Haare an den Fingern oder im Gesicht und im Wasser trieben schaurig viele Schwebeteilchen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, so befand sich das Bad selbst in einem deprimierend schlechten Zustand. In den Becken und auf dem Boden waren an vielen Stellen die Mosaikfliesen abgeplatzt und die scharfen Kanten und Fliesenkleberreste waren wie geschaffen dafür, sich die Füße zu verletzen. Auch Rost und Patina konnte man ein diversen Stellen finden. Von einem Bad, das einen so hohen Eintrittspreis verlangt, darf man einen besseren Zustand erwarten, oder?

Eins muss man bei Alpamare einfach vorab wissen: es ist in erster Linie für Freunde von Wasserrutschen gedacht. Die insgesamt zehn Rutschen machen sicher viel Spaß, wenn das Bad nicht so überfüllt ist, aber wir hatten einfach keine Lust, über eine halbe Stunde anzustehen, um einmal rutschen zu können. Und die übrigen Bäder und Einrichtungen können für sich gesehen einfach nicht überzeugen, nicht zuletzt wegen der mangelhaften Hygiene und dem renovierungsbedürftigen Zustand.

Auf der Haben-Seite bietet das Alpamare wenigstens einen schönen Blick auf den Zürichsee und man kann man den Besuch an nicht ganz so vollen und regnerischen Tagen sicher auch genießen, aber für uns ist klar, dass uns das Alpamare so schnell nicht wiedersehen wird. Zum Glück herrscht kein Mangel an Schwimmbädern in und um Zürich. Ein Erfolgserlebnis hatten wir dann aber doch noch: wie durch Magie funktionierte bei der Rückfahrt unser Scheibenwischer wieder. Rätsel der Technik.