19. Juni 2011

Eine Hügelkette namens Pfannenstiel (29.05.2011)

Nachdem wir durch die Spaziergänge in und um Zürich sowie den Wanderausflug ins Appenzeller Land auf den Geschmack gekommen waren, machten wir uns am 29.05. auf eigene Faust los. Unser schlaues Wanderbuch empfielt in der Nähe von Zürich eine leichte Wanderung, die über eine Hügelkette mit dem schnuckeligen Namen "Pfannenstiel" führt.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Ort Forch, den man vom Bahnhof Zürich-Stadelhofen aus mit der sogenannten Forchbahn - einer rot-weiß lackierten Tram, - erreichen kann. Schon bei der Anfahrt bekamen wir einiges zu sehen. Forch liegt, verglichen mit Zürich-Innenstadt, ein gutes Stück höher gelegen und so klettert die Forchbahn beständig 20 Minuten lang die Hügel empor. Es ist immer wieder erstaunlich: man fährt in der Innenstadt los und nur wenig später ist man inmitten schönster Natur.

Das Wetter ist heute für eine lange Wanderung schon fast zu heiß, aber die Pfannenstiel-Route führt die Hälfte der Strecke durch schöne Wälder und dort kann man es auch bei großer Hitze gut aushalten. Vom Bahnhof aus geht es durch den Ort Forch und dann in den Wald hinein. Die ersten fünf Kilometer führen bergauf und man kommt, zwischen den Waldabschnitten, auch immer wieder an vereinzelten Höfen vorbei, wo Kühe, Schafe und Ziegen im Schatten liegen. Wo immer es Tiere hat, hört man das typische Bimmeln der Glocken, die die Vierbeiner hier um den Hals haben. Anderswo würde das vielleicht kitschig wirken, aber hier ist es einfach nur schön.

Der erste gemeisterte Anstieg wird durch einen wunderschönen Blick auf den Greifensee belohnt, den wir uns bei einer Fahrradtour auch schon aus der Nähe angesehen haben. Kurz vor dem höchsten Punkt des Pfannenstiels steht ein stählerner Aussichtsturm, der sog. Bachtelturm. Der Aufstieg ist etwas anstrengend und man sollte ein bisschen schwindelfrei sein, aber von oben hat man einen fabelhaften Rundblick über den Züri(ch)see und die sich dahinter erstreckenden Berggipfel. Wirklich erstaunlich, selbst Anfang Juni hat es dort oben noch immer reichlich Schnee.

Nun wird es erstmal Zeit für ein Mittagessen. Das Restaurant Hohenwacht, das nur wenige hundert Meter hinter dem Aussichtsturm liegt, bietet eine leckere Auswahl an deftigen, gutbürgerlichen Gerichten. Schon der Vorspeisensalat mit dem köstlichen Dressing war eine Gaumenfreude und auch der Hauptgang ließ nichts zu wünschen übrig.

Nun laufen wir eine Weile bergab bis zum Ort Toggwil, dem - mit 643 Metern über dem Meer - tiefsten Punkt der Wanderung. Das Restaurant lag auf über 800 Metern. So schön es ist, eine Weile entspannt bergab zu gehen, so anstrengend ist es, wenn es dann wieder drei Kilometer ausschließlich bergauf geht. Genau das stand uns nun bevor, entgegen der Angabe im Wanderführer. Vorbei an mehreren gepflegten Pferdehöfen kamen wir wieder in den Wald und gerieten schon ziemlich ins Schnaufen bei den teilweise sehr steilen Anstiegen. Wenn man dann die finale Kuppe erreicht hat und weiß, dass es nun wieder für geraume Zeit bergab geht, ist man doch ziemlich erleichtert.

Als kleine Premiere konnte Peter heute seinen ersten Fuchs in freier Wildbahn erleben. Offenbar hatten wir ihn bei der Mäusejagd gestört und er verzog sich sofort in den Wald. Wildlebende Füchse kann man in Deutschland auch nicht an jeder Ecke finden.

Nach insgesamt 16 Kilometern hatten wir unseren Ausgangspunkt Forch wieder erreicht und waren ziemlich froh darüber. Bei so ungeübten Wanderern wie uns fühlen sich die Füße nach so einer Tour doppelt so groß an. Mit der Forchbahn ging es zurück zum Bahnhof Stadelhofen, wo wir uns mit einem sehr köstlichen Softeis belohnten.

Hier die Fotos bei Picasa.

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