14. März 2012
Wörtlich
4. März 2012
Kommentar
3. März 2012
Eine neue Liebe - Todtmoos
Unser erstes Ski-Wochenende führte uns am 21. Januar 2012 ins Hotel Rössle und zur Todtmooser Skischule von Andreas Faschian. Vom sympatischen Chef persönlich wurden wir zunächst mit unserer Leihausrüstung ausgestattet und hatten also unsere ersten Übungen am Hochkopf. Zu Beginn gewöhnten wir uns an die klobigen Skischuhe, das Bewegen auf Skiern - die ja irgendwie gern in Richtungen davonfahren wollten, die der drauf Angeschnallte nicht so bestellt hatte. Nachdem wir die ersten wenigen wackligen Meter im Pflug (für Kinder wird das gern "Pizzastück" oder "Zuckertüte" genannt) überstanden hatten, folgte dann hauptsächlich das anstrengende wiederholte Hinauf-Laufen mit Skiern. Aller Anfang ist schwer und der wurde uns hier nicht erspart *schnauf*. Sehnsüchtig dachten wir dann schon an die Zeiten, wo uns ein Ski-Lift diese Mühsal ersparen würde, aber das war noch in weiter Ferne. Muskelkater blieb natürlich nicht aus.
Am 2. Tag unseres Aufenthalts ging's dann in die Vollen: nach den anfänglichen, aufwärmenden Fahr- und Laufübungen ging es nun erstmalig an den Ski-Lift. Ein Bügellift nimmt 2 Skifahrer auf und zieht sie die ca. 800 m bis zum Beginn der Piste hoch. Bei den ersten Fahrten wurden wir vom Skilehrer und einem Kollegen von der Bergwacht begleitet, damit der Ausstieg und die Fahrt sicher klappt. Unsere erste selbstständige Fahrt endete damit, dass wir beide auf der Nase landeten, aber das sollte auch das einzige Mal bleiben.
Unsere erste längere Abfahrt also, die wir in vielen S-Bögen im Pflug ("Pflugbögen") bewältigten, garniert mit einigen Stürzen auf den Popo und dankenswertem Aufhelfen durch Andreas. Mulmig war mir (Anke) bei diesen Fahrten schon, da meine Kräfte nicht so reichlich waren wie Peters und ich wegen der drückenden Ski-Schuhe immer mal eine Pause brauchte. Aber die Jungs konnten auch gut alleine fahren.
Am Sonntag waren wir besonders mutig und wagten uns noch einmal allein an einen kleinen Lift (Hochkopf II) und machten dort eine Abfahrt. Wegen schlechter Sicht (Schneefall und Nebel) sowie kräftigem Muskelkater, fuhren wir nur einmal und machten uns dann auf den Heimweg.
Das jetzige Wochenende (2. März 2012) war der Höhepunkt unseres Ski-Abenteuers. Das schönste Hotel am Platze hat endlich ein Zimmer für uns frei und wir genossen den Aufenthalt in La Quinta bei der denkbar besten Gastgeberin - Frau Coman. Da nun der Frühling mit höheren Temperaturen schon dem Schnee stark zu Leibe rückte, blieb nur ein offener Lift für uns: Kirchberg. Die neuste Lektion durch Andreas eröffnete uns ganz neue Erfahrungen. Statt weiterhin kraftzehrende Pflugbögen zu fahren, lernten wir nun nach der Kurve einen Schwung mit den Skiern zu machen, der sie parallel stellt und das Tempo verringert, dabei aber gute Fahrtkontrolle erlaubt ("Pflugschwingen"). So wirkten wir schon einigermaßen elegant und konnten einige vergnügliche Abfahrten am Vormittag erleben. Die trüben Tage der Voll-Anfänger sind vorbei und der Spaß ging also richtig los. So sehr, dass wir am Nachmittag noch einmal für 1 Stunde allein auf die Piste kamen und weiter übten.
Für diese Saison in Todtmoos sollte es das also gewesen sein, als wir am Sonntag noch ein letztes Mal am Kirchberg starteten. Bereits um 9 Uhr hatten wir uns verabredet und der Schnee war eisig und grisselig und die fehlende Sonne machte die Sicht auf der Piste schlecht - man konnte kaum seinen Weg finden. Wegen Muskelkaters und einer dicken Prellung am rechten Unterschenkel hat sich Anke bereits nach einer Fahrt verabschiedet, aber Peter brachte es noch insgesamt auf 1.5 Stunden lernbegierigen Trainings.

Jetzt genossen wir noch den Rest des Sonntags und sind in der Rückschau froh und stolz, dieses Abenteuer gewagt zu haben. Ein paar Regionen in der Schweiz sind jetzt die nächsten Ziele - und hoffentlich werden wir dort auch soviel Spaß haben wie im nächsten Winter - ganz sicher wieder in Todtmoos.
27. Dezember 2011
Weihnachtsmarkt in Bremgarten (03.12.2011)
Wenn sowohl Anke als auch ich - unabhängig voneinander - von unseren Arbeitskollegen einen ganz tollen Weihnachtsmarkt empfohlen bekommen, ist es natürlich Ehrensache, sich die Sache auch mal vor Ort anzusehen. Allerdings hatten wir nicht allzu lange Bedenkzeit, denn dieser Weihnachtsmarkt findet nur für genau vier (4) Tage statt!Der Ort Bremgarten ist auf jeden Fall auch ohne Weihnachtsmarkt einen Abstecher wert. Schön an einem Fluss mit Namen Reuss gelegten, wirkt der Ort, als sei die Zeit hier ein kleines bisschen stehen geblieben. Die Altstadt mit ihren schönen Gassen, Häusern und Fassaden lädt zum Gucken, die zahlreichen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Aber wir sind ja heute nicht zum Sightseeing oder für die kulinarische Begutachtung gekommen.
Der Weihnachtsmarkt von Bremgarten verdient ohne jeden Zweifel die guten Empfehlungen, die wir erhalten haben. Die ohnehin schon hohen Erwartungen konnte dieser Markt noch ein gutes Stück übertreffen. Die komplette Innenstadt dient als Schauplatz für das Getümmel. Und natürlich fehlt es bei der kurzen Dauer auch nicht an Besuchern. Stand an Stand und Bude an Bude reihen sich nebeneinander auf, köstliche Düfte erfüllen die Straßen und die an- und dargebotene Vielfalt an Speisen, Kunsthandwerk, Klamotten, Schmuck, Accessoires und Krimskrams kann es bequem mit jedem größeren Weihnachtsmarkt in Deutschland aufnehmen. Auffällig ist aber, dass es sich gerade bei den handwerklichen Produkten um durchweg sehr hochwertige und künstlerisch ansprechende Dinge handelt. Da kann man sich teilweise gar nicht sattsehen. Und es ist für jeden Geschmack, und Geldbeutel etwas dabei, egal ob man auf Töpferei und Keramik, Metall, Holz, Wachs oder Papier steht. Für jeden Dekorationsstil und für jede Inneneinrichtung findet man hier etwas passendes. Und wer partout noch keine Idee hat, was man dem/der Liebsten schenken könnte dieses Jahr, so findet man hier mit Sicherheit eine passende Inspiration.
Mehrere Stunden haben wir uns so durch die Mengen gewühlt, um die Runde dann mit ein paar köstlichen, in Teig ausgebackenen Apfelringen mit Zimtzucker in Vanillesoße abzuschließen. Nächstes Jahr kommen wir bestimmt wieder her! Und die Bilddokumente dazu findet Ihr hier.
22. Dezember 2011
Kurzurlaub in Adelboden (21. - 23.11.2011)
Da es bis Weihnachten noch soooo weit ist und wir trotzdem das Gefühl haben, eine kleine Auszeit zu brauchen, haben wir uns die Wartezeit noch mit einem Kurzurlaub in Adelboden versüßt. Adelboden liegt im Berner Oberland und ist den meisten Schweizern als beliebtes Skigebiet ein Begriff.Die Anfahrt von Zürich nach Adelboden mit öffentlichen Verkehrsmitteln verläuft in vier Etappen und dauert etwa drei Stunden. Erst geht es mit dem Intercity in einer Stunde nach Bern. Getrübt wurde dieser Abschnitt eigentlich nur durch zwei Geschäftsreisende - ein älterer Herr und eine Dame mittleren Alters - die sich direkt neben uns zuerst ein (penetrant riechendes) Brathühnchen reinpfiffen und anschließend mit ihren Zeitungen um die Wette rascheln. Es ist kaum zu glauben, welche Geräuschbelästigung man mit einer simplen Zeitung produzieren kann. Naja, Geduld als Fähigkeit möchte gut trainiert sein.
Die nächste Umsteigestation nach Bern heißt Spiez. Hier kann man schon einen ersten schönen Eindruck der alpinen Landschaft bekommen. Und die Endstation ist schließlich Frutigen, von wo es mit dem Postauto weitergeht (so heißen hier in der Schweiz die Busse). Zwischen Frutigen und Adelboden muss der Bus immerhin 550 Höhenmeter überwinden. Auf unserem Weg durchqueren wir mehrere kleine Ortschaften und genießen die wunderschöne Berglandschaft. Adelboden ist Endstation unseres Postautos und das Hotel liegt direkt schräg gegenüber von der Busstation. Sehr praktisch. Da die Skisaison hier erst Mitte Dezember startet, ist es im Hotel und auch im Ort noch sehr ruhig. Das Zimmer ist urgemütlich und wir haben von unserem Balkon aus einen phantastischen Blick auf die Berge. Das wird bestimmt klasse, morgens aufzuwachen und gleich mal diesen Anblick zu genießen. Wir starten unseren Urlaub mit einem kleinen Erkundungsgang durch den Ort. Viele Restaurants haben noch geschlossen und in vielen Geschäften wird kräftig renoviert, umgebaut und dekoriert. Aber die Touristeninfo hat schon offen und dort lassen wir uns erst einmal zu ein paar Unternehmungen inspirieren. Die Wanderkarte zeigt, dass wir hier so einiges geboten bekommen.
Adelboden selbst liegt auf einer Höhe von 1.350 Metern. Für die Jahreszeit untypisch: es liegt noch keine Flocke Schnee. Was für die Ski- und Langläufer sehr bedauerlich ist, kommt uns wiederum sehr gelegen, da wir zum einen des Skifahrens (noch) nicht mächtig sind und ohnehin vorhatten, Adelboden wandernd zu erkunden.
Tag 1
Wir lassen es erst einmal ruhig angehen. Nach dem tadellosen Hotelfrühstück (besonders lobend zu erwähnen: das frische, knusprige und absolut köstliche Brot) packen wir unsere Sachen und fahren mit dem Postauto wieder in Richtung Frutigen. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Adelboden und Frutigen liegt der Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung: die Fußgängerbrücke Hostalde. Die Überquerung dieser Brücke erfordert schon ein bisschen Überwindung. Zum einen geht es RICHTIG tief runter - wie man durch das Stahlgitter, auf dem man läuft, bestens sehen kann -, zum anderen beginnt das Ding nach ein paar Schritten ordentlich zu wackeln. Ok, Augen geradeaus und immer einen Schritt nach dem nächsten. So kommt man rüber.
Unser heutige Wanderweg ist der sogenannte "Holzskulpturenweg". Ein hier ansässiger Bergbauer mit künstlerischen Ambitionen (und mit Bedarf für eine zusätzliche Einnahmequelle) fing vor einigen Jahren damit an, Holzfiguren zu schnitzen und stellte einen guten Teil seiner Werke an diesem Wanderweg aus. Mehrere Dutzend seiner Werke kann man auf dem Weg nach Frutigen bewundern. Die allermeisten Skulpturen stellen Tiere dar, z.B. Wildschweine, Bären, Steinböcke und Adler. Manche Tiere scheinen dem Künstler dabei eindeutig besser zu liegen als andere. Steinböcke beispielsweise sehen richtig gut aus, während die Adler nicht ganz so überzeugend geraten sind. Egal, für einen ambitionierten Hobbykünstler ist es in jedem Fall eine achtenswerte Leistung.
Da es bei unserer Ankunft im Tal noch sehr zeitig ist, statten wir in Frutigen dem Tropenhaus einen Besuch ab, das ca. zehn Minuten vom Bahnhof entfernt liegt. Es verdankt seine Existenz einer Thermalquelle, die nicht nur das Wachstum von tropischen Pflanzen ermöglicht, sondern die man hier direkt auch noch für eine große Störzucht nutzt und die Gewinnung von Kaviar. Die Tour durchs Tropenhaus beginnt in einem kleinen Museum über Geothermie und Geologie. Anschließend kann man draußen die riesigen Zuchtbecken für die Störe besichtigen. Und schließlich geht es in die Tropenhäuser, wo man eine große Auswahl exotischer Gewächse, Früchte und Blumen bestaunen kann. Das Klima hier ist natürlich sehr heiß und feucht. Nicht nur Pflanzen hält man hier, sondern auch Tiere. Besonders ulkig ist eine Schar puscheliger Hühner, die frei zwischen den Pflanzen herumläuft.
Nachdem wir uns an den Pflanzen sattgesehen haben, probieren wir noch das Tropenhaus-eigene Restaurant aus. Die Auswahl an Speisen ist nicht groß, dafür aber sehr edel und exotisch. Neben den regulären Getränken bietet die Karte auch einen hausgemachten Saft an, der aus den im Tropenhaus geernteten Früchten hergestellt wird. Den probieren wir doch gleich mal und finden ihn superlecker. Leider wird er aufgrund seiner schnellen Verderblichkeit im Laden nicht verkauft. Davon hätten wir uns sonst gleich noch zwei Flaschen mitgenommen.
Zurück geht es dann mit dem gleichen Postauto wie gestern, sogar die Zeit ist genau die gleiche wie gestern. 24 Stunden da und schon so viel Tolles erlebt. Wir runden den Tag mit einem edlen Dinner im Hotel ab. Bedingt durch die Vorsaison sind außer uns gerade mal vier weitere Tische besetzt. Essen und Wein in diesem Hotel sind einfach nur superköstlich und die Bedienung ist an Freundlichkeit kaum noch zu übertreffen. Zweimal gut geschlemmt an einem Tag, ziemlich dekadent, oder? Uns jedenfalls hat es so gut gefallen, dass wir uns für morgen Abend gleich wieder zum Dinner anmelden.
Tag 2
Die Wanderung am zweiten Tag führt uns genau in die entgegengesetzte Richtung. Heute stehen ein paar schöne Wasserfälle auf dem Programm, die Engstligenfälle. Die Wasserfälle kann man sich bequem vom Hotel aus erwandern. Natürlich tun wir das auch heute nicht ohne kräftiges Frühstück vorneweg. Das Wetter ist super, so gut wie keine Wolke am Himmel und postkartenmotiv-tauglicher, blauer Himmel.
Der erste Teil der Strecke führt uns einmal quer durch Adelboden durch und dann an mehreren Hügeln vorbei am Wasser entlang. Die ein oder andere Eisscholle kann man im Bach schon sehen und auch wenn kein Schnee liegt, so finden sich im Schatten immer wieder kleinere Flecken, auf denen der Rauhreif schöne Blumenmuster gebildet hat. Der Unterschied zwischen Schatten und sonnigen Abschnitten ist enorm. Während man auf der sonnenabgewandten Seite die dicke Jacke gut brauchen kann, käme man auf einem sonnenbeschienenen Hügel heute sicher auch mit einem T-Shirt aus. Kein Witz.
Je weiter wir uns vom Ort entfernen, desto schroffer und wilder wird die Gegend. Unterwegs begegnet einem hier kaum noch eine Menschenseele. Die Schilder lassen jedoch ahnen, dass hier ein beliebtes Langlaufgebiet ist, wenn denn mal Schnee liegt. Im Wald vor den Wasserfällen begegnet uns dann noch ein schwarzes Eichhörnchen. So einen Kameraden haben wir schon gestern auf dem Holzskulpturenweg gesehen. Sehr niedlich, aber auch sehr scheu.
Die Wasserfälle selbst sind wunderschön anzusehen, auch wenn sie - bedingt durch die Jahreszeit und die große Trockenheit der letzten Monate - nur wenig Wasser führen. Das ganze Areal ist geradezu übersät von schroffen Felsbrocken, die das Wasser im Laufe der Zeit zu Tal befördert hat. Absolut grandios.
Der Rückweg geht dann ziemlich flott. Etwa zwanzig Minuten vom Wasserfall entfernt befindet sich eine Talstation, wo - wie für uns bestellt - ein Bus zur Abfahrt bereit steht. Hätten wir den verpasst, wäre der nächste erst eine Stunde später gefahren. So hatten wir eine Wartezeit von zwei Minuten. Perfektes Timing. Und auch dieser Bus fährt uns direkt vor das Hotel. Bequemer kann man es sich kaum wünschen.
Den Tag lassen wir dann erneut im Hotelrestaurant ausklingen. Heute ist ein bisschen mehr los, weil eine Abendgesellschaft zum Feiern gekommen ist. Das ist aber nicht weiter tragisch. Essen, Wein und Service sind ebenso fabelhaft wie schon am vorigen Tag.
Tag 3
So, nachdem wir unser Wanderniveu kontinuierlich gesteigert haben, machen wir heute noch einmal einen größeren Ausflug mit ordentlichen Höhenmetern. Das Ziel heißt Schärmtanne und wurde uns ebenfalls von der freundlichen Dame bei der Touristeninfo empfohlen. Es geht wieder direkt beim Hotel los und führt zunächst in die gleiche Richtung, wie schon die gestrige Wanderung. Am Ende des Dorfes biegen wir allerdings nicht links ab in Richtung Wasserfälle, sondern rechts. Und von hier aus geht es kontinuierlich bergan.
Die Route liegt sehr im Schatten, so dass wir gleich zu Anfang ein paar beeindruckende Eisformationen an der Wand sehen können. Offenbar wurden wir gut beraten, denn diese Tour bietet noch einmal alles auf, was man sich von einer schönen Bergwanderung verspricht. Wundervolle, malerische Bergpanoramen, wohin das Auge reicht. Und immer wieder laufen wir an Geröllhalden vorbei, bei denen sich Wanderer mit den charakteristischen Steintürmchen verewigt haben. Das möchten wir doch auch mal ausprobieren. Anke hat den Dreh relativ schnell raus und baut gleich mehrere ansehnliche Kunstwerke. Jetzt sind wir hier ebenfalls verewigt.
An einer besonders vereisten Stelle rutschten wir denn auch gleich nochmal aus und schlitterten auf unseren vier Buchstaben ein paar Meter weit, aber zum Glück ist nichts passiert. So etwas möchte man aber bestimmt nicht in der Nähe eines Abgrunds erleben. Bei dem Gedanken kann es einem schon mulmig werden.
Ein paar respektable Hügel später sind wir schließlich in Gilbach angekommen, wo wir zu Mittag essen. Das Restaurant ist eines der wenigen, die 365 Tage im Jahr offen haben. Aktuell werben sie mit einem Single-Dinner für Weihnachten. Für alle die, die nicht einsam zu Hause herumsitzen möchten. Eigentlich eine richtig liebe Idee. Vielleicht findet das ein oder andere einsame Herz ja bei dieser Gelegenheit sein Gegenstück.
Wie viele Höhenmeter wie heute angesammelt haben, zeigt der Rückweg ins Hotel. Wir laufen eigentlich kontinuierlich bergab vom Restaurant aus und kommen optimal am oberen Ende von Adelboden heraus. Da hat uns unser Orientierungssinn gut geleitet. Zum letzten Mal kehren wir bei dem Bäckerei-Café Haueter ein, das wir schon bei unserem Rundgang am ersten Tag entdeckt haben. Hier serviert man einen erstklassigen Kaffee und die Kuchentheke bietet eine Auswahl... einfach köstlich. Dazu kann man - drinnen oder draußen - das wunderbare Bergpanorama genießen.
Nach einer solchen Wanderung wird es endlich mal Zeit, den viel gepriesenen Wellness-Bereich des Hotels auszuprobieren. Neben einem Spa und einem (ziemlich kühlen) Indoor-Pool hat es noch einen gut beheizten Pool draußen mit einem wunderschönen Blick über die Berge. Ein Traum. Hier lässt es sich gut aushalten. Leider bekommen wir den Trick nicht raus, wie man die Blubber-Düsen im Pool anstellt. Dass es funktioniert, konnten wir aber schon ein paarmal vom Restaurant aus beobachten. Egal, das mindert den Genuss nicht wirklich.
Auch wenn das Hotelrestaurant noch so gut ist, am letzten Tag möchten wir noch einmal etwas anderes ausprobieren und so besuchen wir das Hotel-Restaurant Adler, das nur ein paar hundert Meter von unserem Hotel entfernt liegt. Hier geht es etwas uriger zu als in unserem Hotel, aber das Essen ist ebenfalls superköstlich und man fährt satte Portionen auf. Wir müssen beide kapitulieren, soviel schaffen wir nicht mal nach einem so ausgiebigen Wandertag.
Was bleibt noch zu sagen? Adelboden, das Hotel Cambrian und das Café Haueter haben uns nicht zum letzten Mal gesehen. Dafür waren diese drei Tage einfach zu schön. Mal sehen, ob wir uns das Vergnügen das nächste Mal im Sommer oder verschneit im Winter ansehen. Lohnen wird es sich sicherlich zu jeder Jahreszeit.
Ein R(h)einfall war es nicht (18.09.2011)
Eigentlich eine Schande, dass wir so dicht beim Rheinfall wohnen und es in knapp einem Jahr nicht geschafft haben, dorthin mal einen Ausflug zu machen. Aber mit den Gästen schaffen wir es nun endlich. Und soviel kann man gleich schon vorwegnehmen: dieses Ziel ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.Schon die Dimension des Parkplatzes und der Touristeninfo geben einen ersten Eindruck davon, wieviel Betrieb hier im Sommer und den Ferienzeiten bzw. am Wochenende herrschen muss. Zum Glück sind wir außerhalb der Hochsaison hier und können alles ohne großes Gedränge erleben. Selbst das Wetter macht mit. Wir haben zwar keinen blauen Himmel, aber angenehme Temperaturen und keinen Regen.
Wir beginnen die Tour in einem kleinen Museum, in dem gemischte Exponate unterschiedlicher Epochen ausgestellt sind. Besonders nett ist eine Sammlung unterschiedlicher Sessel und Stühle aus mehreren Jahrhunderten. Durch die Museumsfenster kann man auch schon einen ersten beeindruckenden Blick auf den Rheinfall erhaschen. Wow! Kein Wunder, dass dieses Schauspiel jedes Jahr so viele Gäste anlockt. Riesige Wassermassen rollen sich über die Felsen in die Tiefe und produzieren dabei eine unvergleichliche Kulisse - sowohl für Augen als auch Ohren.
Das Schauspiel sehen wir uns doch gleich mal aus der Nähe an. Und viel mehr Nähe als am Rheinfall kann man zu tosendem Wasser kaum haben. Aussichtsplattformen ragen - nur wenige Zentimeter über dem Getöse - ein gutes Stück über den Fluss. Am äußersten Rand einer solchen Plattform kann es einem schon mulmig werden, wenn man die Flut unter sich vorbeitoben sieht. Wer da reingerät, hätte vermutlich keine Chance. Treppen und Wege verbinden die zahlreichen Aussichtspunkte. Besonders mutige (und wasserfest gekleidete) Gäste können sich mit dem Boot zu einem Felsen fahren lassen, der direkt im Zentrum des rauschenden Wassers steht. Da wir zwar den nötigen Mut, nicht jedoch die passende Kleidung nebst Schuhwerk dabei haben, verzichten wir heute auf dieses Abenteuer.
Stattdessen wandern wir über die Brücke auf die andere Seite des Flusses, wo wir einen wunderschönen Blick auf die Burg haben. Der Rheinfall ist auch aus dieser Perspektive sehr schön und mit Sicherheit ein beliebtes Fotomotiv. Die Uferpromenade auf dieser Seite bietet darüber hinaus alles, was der Tourist benötigt: Erfrischungen, Hot Dogs, Souvenirs und Postkarten. Am Ende des Weges liegt der Anlegesteg der Rheinfall-Boote. Statt zum Felsen in der Mitte kann man auch einfach nur zum anderen Ufer übersetzen. Für diese Variante entscheiden wir uns. Und bis das Boot ablegt, bestaunen wir noch die zahlreichen Fische, die sich hier im - inzwischen wieder ruhigen - Wasser tummeln. Ein ganzer Schwarm hat sich hier niedergelassen und offenbar auch keine größere Scheu. Bis auf wenige Zentimeter kommen sie im flachen Wasser heran.
Bei Übersetzen ans andere Ufer können wir noch einmal die ganze Pracht dieses Schauspiels genießen. Vom Steg aus kann man anschließend mit einem gläsernen Aufzug zum Museum zurückkehren und sich den beschwerlichen Aufstieg zur Burg sparen. Damit wäre die Runde vollendet. Noch einen Kaffee zum Abschluss und dann wäre ein weiterer schöner Tag erlebt. Auch dieses Erlebnis können wir guten Gewissens weiterempfehlen.
Pilatus - Goldene Tour (17.09.2011)
Mitte September hatten wir wieder Gäste aus der Heimat: Ankes Bruder Norbert und seine Frau Kerstin. Und natürlich ließen wir es uns auch diesmal nicht nehmen, den beiden ein paar schöne Ecken der Schweiz zu zeigen. Für das richtige Gebirgs-Feeling hatte sich schon bei früheren Besuchen der Pilatus bei Luzern bewährt. Doch diesmal wollten wir die XXL-Version erleben, die sogenannte Goldtour. Bei der Goldtour lernt man den Pilatus - buchstäblich - von allen Seiten und aus unterschiedlichsten Perspektiven kennen.Los geht es mit der Gondelbahn in Kriens (516 m), wo man in zwei Etappen nach Fräkmüntegg (1416 m) geführt wird. Dann steigt man in eine Hochseilbahn um, die einen zum Pilatus-Gipfel (2132 m) bringt. Während der knapp zehn Minuten in der Hochseilbahn kann es einem schon ein bisschen mulmig werden. Es geht links und rechts doch ziemlich tief hinunter. Der Tag lässt sich zwar noch etwas trübe an, aber es ist trocken und man hat - trotz allem - eine passable Fernsicht. Der Vierwaldstättersee sieht von hier oben besonders toll aus.
Oben angekommen erkunden wir entlang der Wander- und Spazierwege den Gipfel und genießen die wundervolle Aussicht. Von der Bergstation aus beobachten wir den Start eines Tandem-Gleitschirms. Leider hat das Pärchen beim ersten Versuch etwas Pech mit dem Wind. Die beiden werden kurz angehoben und poltern dann ziemlich unsanft auf den Boden. Aber keine Sorge, keiner wurde verletzt. Und der zweite Versuch klappte dann ohne weitere Probleme. Für dieses Hobby braucht es sicher einigen Mut! Obwohl es nicht allzu kalt ist, tut der anschließende Kaffee und Kakao im Restaurant der Bergstation richtig gut.
Der zweite große Abschnitt der Goldtour ist die Fahrt mit der Pilatusbahn, der mit einer maximalen Steigung von 48% steilsten Zahnradbahn der Welt. In den komfortabel-gemütlichen Wagen der Zahnradbahn lässt sich die Fahrt ins Tal angenehm verbringen und das gebotene Panorama ist einfach spektakulär. Da weiß man gar nicht, wohin mal als erstes die Kamera richten soll. Das sehen zwei Japaner in der Nachbarkabine offenbar genauso und so knipsen wir Fotos um die Wette. Die Fahrt beginnt noch auf kargen Wiesen mit viel Geröll und beeindruckenden Felsformationen. Je tiefer wir kommen, desto mehr setzt sich die Flora wieder durch, bis wir schließlich durch dichten Wald fahren. Wie alles Schöne, so geht leider auch diese tolle Fahrt viel zu schnell vorbei.
Bis zum dritten und letzten Abschnitt der Pilatus-Goldtour ist gerade noch genügend Zeit, um einen leichten Imbiss einzunehmen. Direkt bei der Talstation lädt hierzu ein nettes Cafè ein, wo wir uns eine köstliche Suppe genehmigen. Danach heißt es: alle Mann an Bord. Zurück geht es nämlich via Boot. Hier kann man auf dem Oberdeck noch einmal so richtig die Seele baumeln lassen und die schöne Uferaussicht genießen. Niedliche kleine Ortschaften, Hotels und kleine Uferpromenaden mit Restaurants und Cafès wechseln sich ab. Je weiter man nach Luzern kommt, desto luxoriöser werden die Anwesen, die am Ufer zu sehen sind. Einige davon gleichen eher kleinen Schlösschen. Und natürlich sind diese Schmuckstücke stets umgeben von parkähnlichen Gartenanlagen. Wer hier mit einer oder zwei Millionen ankommt, wird sicher erstmal ausgelacht. Das ganze wird dann nur noch überboten von Luzern selbst. Die Luxushotels wetteifern in Sachen Pomp und Größe mit den Kirchen und Casinos um die Wette. Luzern werden wir uns sicher noch einmal im Rahmen eines weiteren Ausflugs noch ein bisschen näher ansehen.
Mit dem Bus geht es vom Hafen schließlich zurück nach Kriens, wo die Rundreise ihren Anfang nahm. Unser Fazit: eine wundervolle und trotzdem entspannte Tagestour, die extrem viel zu bieten hat und die man darüber hinaus auch sehr individuell gestalten kann. Da Gondeln, Bahnen und Boote bis zum späten Nachmittag regelmäßig verkehren, kann man überall so lange verweilen, wie es einem gefällt, ohne sich hetzen zu müssen. Uneingeschränkt zu empfehlen und jeden Rappen wert.
28. August 2011
Katzenseen
Eine Schande ist das! Da wohnt man gerade mal zwei Kilometer von einem wunderschönen Naherholungsgebiet entfernt, und dann bekommt man es fast den ganzen Sommer nicht hin, dort auch mal eine Runde schwimmen zu gehen. Bisher sind wir lediglich des öfteren am See entlang spaziert.
Der Katzensee - im schweizerdeutschen "Chatzesee" genannt - liegt in der nordwestlichen Ecke von Zürich und ist umgeben von Wald, Birkenhainen und Streuobstwiesen. Mit seinen 800 Metern Länge und 400 Metern Breite ist er im Vergleich zum Zürichsee natürlich nur eine größere Pfütze, aber dafür ist er auch um einiges charmanter.
An Sonntag den 21.08. war dann die Bade-Premiere im Katzensee. Der Tag war ideal. Hochsommerliches Wetter, Temperaturen jenseits der 30 Grad und ein frischer Wind, der die kurze Fahrradtour zum See erträglich machte. Wie nicht anders zu erwarten, war die Liegewiese schon brechend voll, aber wir fanden trotzdem noch ein Eckchen für unsere Decke. Und dann ging es gleich ins Wasser. Angenehme 26 Grad Wassertemperatur waren absolut perfekt und wir beschlossen gleich mal verwegen, den See im Uhrzeigersinn zu umschwimmen.
Das Schwimmen im See ist überhaupt kein Vergleich zu einem normalen Schwimmbad. Man ist umgeben von Schilf, die Fische schwimmen unter einem und die Wasservögel neben einem umher und hin und wieder schwirrt eine Libelle vorüber. Bei unserem ersten Besuch hatten wir Tauchmasken und Schnorchel leider nicht dabei, aber das würde uns beim nächsten Mal nicht passieren. Die vollständige Runde um den See schafften wir leider nicht, nach etwa einer Stunde schwammen wir auf direktem Weg zurück und gönnten uns noch einen Hot Dog vom See-Kiosk.
Die zweite Gelegenheit, den Katzensee zu erproben, ergab sich am 26.08. Sehr gute Freunde aus München hatten sich angekündigt mit der kompletten Familie (drei Kinder: 2, 5 und 6 Jahre alt). Da es wieder ein wunderschöner und hochsommerlicher Tag war, erschien uns das als die beste Möglichkeit, vor allem nach der langen Fahrt von München. Die Idee erwies sich dann auch als super. Die Kinder waren hellauf begeistert und konnten sich ein paar Stunden nach Herzenslust austoben. Durch das lange und flache Ufer ist der See ideal auch für Kleinkinder und Nichtschwimmer geeignet und da es hier viele Kinder jedweden Alters hat, fehlt es niemals an Spielkameraden. Diverse Spielgeräte sorgen darüber hinaus auch außerhalb des Wassers für Vergnügen. Nicht zuletzt die Eltern konnten mal ein bisschen zur Ruhe kommen. Wer also einen passenden Ort sucht, an dem energiegeladene Kinder ihre überschüssigen Kräfte loswerden können, sollte es mal mit dem Katzensee probieren. Der Erfolg ist quasi garantiert. Unsere drei Süßen schliefen in dieser Nacht auf jeden Fall wie die Murmeltiere.
Und weil wir gerade so schön dabei waren, haben wir dem See auch am 28.08. noch einen Besuch abgestattet. Heute waren wir voll ausgerüstet mit Maske und Schnorchel und genossen über eine Stunde lang die Unterwasserwelt des Katzensees. Viele kleine Fischschwärme tummeln sich in der Nähe des Schilfs. Vor Schwimmern und Tauchern scheinen die kleinen Burschen wenig Angst zu haben, so dass man bis auf wenige Zentimeter herankommt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viel Sediment aufwirbelt. Anke fand sogar eine große Seemuschel! Ich hingegen nur einen uralten Badeschlappen, den wir aber mit ans Ufer brachten und dort entsorgten.
Dreimal Katzensee, eine Meinung: dieses schöne Fleckchen Erde ist wie geschaffen dafür, mal ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. Das Wasser ist sauber und klar, die Umgebung bilderbuchmäßig schön, das Natur-Feeling unschlagbar, die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt und selbst das Essen am Strand-Kiosk kann sich sehen (essen) lassen. Wir waren lediglich etwas irritiert, dass es keine Pommes Frites gibt. Aber das lässt sich verschmerzen.
Wandern in Aadorf (31.07.2011)
Wir hatten schon seit einiger Zeit eine Tour in Aadorf ins Auge gefasst. Knappe zwanzig Kilometer lang, nur wenig Steigung und nicht mal eine Autostunde von uns entfernt. Am 31.07. war dann auch genau das richtige Wetter - sonnig, aber auch nicht zu warm.
Die Tour beginnt am Ortsrand von Aadorf, direkt neben dem örtlichen Freibad und führt durch den Wald durch die Orte Matzingen und Stettfurt. Gleich im ersten Waldstück kommen wir an einem schönen Weiher vorbei, auf dem besonders schöne Seerosen wachsen. Überhaupt sollten wir heute ziemliche viele Seerosen zu sehen bekommen. Und obwohl es noch Hochsommer ist, sprießen im Wald schon zahlreiche Pilze, einige davon haben beeindruckende Ausmaße.
Die Wanderung bietet alles, was sich der Naturfreund wünschen kann: jede Menge Grünzeug, idyllische kleine Ortschaften mit niedlichen Kirchen und Fachwerkhäusern, hin und wieder plätschert ein Bach unter oder neben uns her und natürlich darf auch die Fauna nicht fehlen. Vor allem Kühe und Schmetterlinge gibt es an jeder Ecke zu sehen, aber auch so exotische Exemplare wie Lamas. Besonders schön und gepflegt sind auch wieder die Vorgärten der Häuser. Dort, wo es Teiche hat, sehen wir erneut eine bunte Vielfalt an Seerosen.
Das Sonnenberger Schloss, das ungefähr auf der Hälfte der Route liegt, sparen wir uns. Zum einen sieht der Aufstieg auf den Hügel sehr anstrengend aus - und es ist inzwischen ziemlich heiß geworden -, zum anderen wird das Schloss gerade umgebaut. Aus diesem Grund ist auch das Restaurant geschlossen. Apropos geschlossene Restaurants... von denen hatte es auf unserer Tour reichlich! Wir hatten nicht bedacht, dass aufgrund des morgigen Schweizer Nationalfeiertags die meisten Leute im Kurzurlaub sind. Dabei hatten wir so ein schönes und einladendes Restaurant in Matzingen gefunden. So begannen unsere Mägen denn auch mit jedem Kilometer mehr und mehr durchzuhängen. Im Ort Wängi schließlich fanden wir, nachdem wir einen Spaziergänger gefragt hatten, einen geöffneten Gasthof, wo wir ein kühles Panache und ein zünftiges Schnitzelbrot bekamen. Und zum Nachtisch sogar noch einen schönen Eisbecher (bzw. Karamelcreme und Mousse au Chocolat). Damit waren Hitze und Anstrengung sofort wieder vergessen. Vor dem Gasthof schlossen wir dann noch Freundschaft mit einer sehr verschmusten Katze.
Unser Fazit: diese Wanderung ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hier noch der übliche Link zu den Bildern.
24. August 2011
Fliewatüüt
Wer kennt es nicht auch noch, das schöne Jugendbuch von Boy Lornson, in dem Robbi und Tobbi Abenteuer bestehen müssen (und das von Maus-Macher Armin Maiwald legendär verfilmt wurde). Dieses mehrfach-taugliche Vehikel konnte Fliegen, auf dem Wasser fahren und wie ein Auto ("tüüt") auf der Strasse fahren.
Die letzten und die kommenden Tage beinhalten alle drei Komponenten für Peter und mich, nämlich geht es in knapp 2 Wochen mit dem Flieger wieder nach Hurghada in Ägypten, um 1 Woche Tauchurlaub zu machen. Gerade gestern hatten wir nochmal eine Auffrischungslektion im Pool und mein leidiges Problem Maske ausblasen habe ich gut gemeistert. Auch meine Tarierung ist inzwischen viel besser geworden, so dass ich mich freue, wieder als künstlicher Fisch im Roten Meer zu schwimmen. Was uns besonders bei dieser Reise erfreut ist die sehr kurze Fahrt zum Flughafen. In knapp 12 Minuten sind wir mit der S-Bahn da und müssen nicht erst 1 Stunde fahren, wie sonst immer nach Münster/Osnabrück oder Hannover. :-)
Geschwommen haben wir am letzten Wochenende -- in dieser momentan heissen Periode, bis zu 37 Grad C -- dann endlich in unserem Naherholungsgebiet, den "Katzenseen". Nur 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernt ist unsere Badi. Es ist ein herrliches Badegefühl, nicht in Chlorwasser zu schwimmen, sondern in einem Naturgewässer mit zwar grüner Trübung, aber doch recht klarem und geniessbarem Wasser und bester Abkühlung. Wir haben zwar nicht geschafft, den ganzen See am Sonntag Nachmittag schwimmend zu umrunden, aber 3/4 der Strecke haben wir dann doch absolviert. Zwar gab es ausser uns noch viele weitere Besucher des Katzensees (es ist nur einer zum Schwimmen freigegeben), aber da sich die Masse der Leute beim Einstieg und in Ufernähe gehalten hat, waren wir angenehm viel Zeit allein.
Und was nun den dritten Teil des Titels angeht: seit heute haben wir nach einer gewissen Prozedur Schweizerische Kontrollschilder erhalten und fahren nun nicht mehr als Deutsche erkennbar durch Stadt und Land (tüüt). Die Zulassungsprüfung war nach ca. 30 Minuten erledigt, nur einen Hinweis wegen des nicht erfüllten Schweizer Sauberkeitsstandards habe ich erhalten: es wird erwartet, dass eine Motor- und Unterbodenwäsche gemacht wird, damit alles tiptop sauber und für die Prüfer gut sichtbar ist). Aber man hatte Verständnis, weil der deutsche TÜV auf so etwas ja keinen Wert legt und das die hiesige Garage (Werkstatt). Übrigens: die Halterungen für deutsche Kennzeichen sind hier nicht verwendbar, da es vorn das Mini-Schild und hinten das normal lange Schild gibt, was aber dennoch eine andere Grösse hat. So viele Details...
19. Juni 2011
Formicula!
Vor einigen Tagen stand unsere Wohnung unter Belagerung! Das warme Wetter der letzten Wochen hatte zur Folge, dass derzeit eine regelrechte Plage schwärmender Ameisen über Zürich (zumindest aber unsere Wohnstätte betreffend) hinwegzog. Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen gleich zweimal. Zuerst befielen die Ameisen das Fenster des Gästezimmers. Das ging noch relativ glimpflich vonstatten und wir konnten uns der Tiere mit Backpulver ziemlich schnell entledigen. Aber nur wenige Tage danach kam der nächste Schwung und diesmal waren es regelrechte Massen: Das Ziel der zweiten Welle war unser Küchenfenster und dort schienen dann auch größere Mengen Backpulvers zunächst nichts auszurichten. Man geht mit einem ziemlich kribbeligen Gefühl ins Bett, wenn man weiß, dass nur wenige Meter entfernt einige tausend Krabbeltiere die Fassade rauf- und runtermarschieren.Mit professionellen Ameisenködern haben wir nun - hoffentlich - das Problem endgültig. Uns wäre eine Umsiedlung der Tiere zwar lieber gewesen, aber da sie sich im Fensterkasten eingenistet hatten, war das leider nicht möglich.
Wanderung im Emmental (12.06.2011)
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ort Heimiswil, ein lauschiges kleines Dorf mitten im Grünen. Wie schon im Appenzell gibt es auch in Heimiswil eine Schaukäserei, die aber nicht auf unserem Programm steht. Außerdem wissen wir nicht, ob die Käserei an einem Sonntag geöffnet hat.
Gleich hinter dem Dorf geht es in die grünen Hügel, wo die charakteristischen Emmentalhäuser stehen. Selten sieht man so urig-gemütlich wirkenden Behausungen. Die Häuser sind zumeist sehr großzügig dimensioniert, bestehen zum überwiegenden Teil aus Holz, das in angenehm hellen Tönen lasiert ist. Auffallend sind auch die großen und lang gezogenen Dächer. Die Besitzer geizen darüber hinaus nicht mit schönen Details wie Blumenkästen, bunten Fensterläden, Wandmalereien und Schnitzereien sowie allerlei Dekorationen. Nichts davon wirkt aufgesetzt oder kitschig, sondern einfach nur wunderschön. Zu den größeren Häusern gehören Zier- oder Nutzgärten, die das Herz eines jeden Hobbygärtners aufgehen lassen. Kein Zweifel, dass unendlich viel Liebe, Mühe und Sorgfalt in diese Gärten investiert wurde.
Somit ist es kein Wunder, dass sich in einer solchen Umgebung auch die Tiere sehr wohl fühlen. Neben den allgegenwärtigen Kühen, Schafen, Ziegen und Pferden treffen wir heute auch auf zahlreiche Schmetterlinge, die sich bereitwillig als Fotomodelle zur Verfügung stellen.
Neben Feldern, Viehweiden und Wäldern gibt es im Emmental auch zahlreiche Obstwiesen. Besonders die Kirschbäume sind um diese Jahreszeit eine wahre Augenweide. Von allen Ecken leuchten einem die halbreifen Kirschen entgegen. Der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung liegt ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke, das Lueg-Denkmal auf einem der größeren Hügel. Man merkt doch so langsam, dass wir uns an die Wanderungen gewöhnen. Der letzte Aufstieg vor dem Denkmal war ziemlich steil, aber wir haben ihn ohne große Mühe gemeistert. Und die wundervolle Aussicht von hier oben ist die Anstrengung allemal wert!
Nach einer kleinen Verschnaufpause wenden wir uns dem Mittagessen zu. Am Fuße des Hügels, auf dem das Lueg-Denkmal steht, gibt es den dazu passenden Landgasthof. Im Schatten großer Kastanienbäume genießen wir ein lecker-deftiges Mittagessen, das uns von einem humorvollen Kellner (Herr Glück) serviert wird.
Nach dem Essen geht es dann weiter in Richtung Rotenbaum. Die Strecke führt uns nun hauptsächlich durch schöne Wälder und vorbei an einem großen Pferde- und Ponyhof. Hier erleben wir unfreiwillig den spannendsten Moment unserer Wanderung. Die Route führt mitten über eine Pferdekoppel, auf der sich gerade mehrere Junghengste austoben. Für diese Rabauken sind wir natürlich eine willkommene Abwechslung und so kommen sie mehrfach im vollen Galopp auf uns zu, als wollten sie uns über den Haufen rennen. Aber keine Panik, es ist nichts passiert. Trotzdem waren wir froh, als wir die Koppel überquert hatten.
Eine halbe Stunde später konnte man bereits wieder die Kirche von Heimiswill sehen. Eine wirklich schöne Wanderung, die wir uneingeschränkt empfehlen können. Zum Ausklang des Tages fuhren wir noch über die Landstraße in Richtung Luzern und hatten einen grandiosen Blick auf einen wolkenverhangenen Pilatus.
Auch hier wieder die Fotos bei Picasa.
P.S. An diesem Tag ist der Geburtstag meiner Schwester Ulrike. Nochmal an dieser Stelle herzlichste Glückwünsche zum Geburtstag!!
Eine Hügelkette namens Pfannenstiel (29.05.2011)
Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Ort Forch, den man vom Bahnhof Zürich-Stadelhofen aus mit der sogenannten Forchbahn - einer rot-weiß lackierten Tram, - erreichen kann. Schon bei der Anfahrt bekamen wir einiges zu sehen. Forch liegt, verglichen mit Zürich-Innenstadt, ein gutes Stück höher gelegen und so klettert die Forchbahn beständig 20 Minuten lang die Hügel empor. Es ist immer wieder erstaunlich: man fährt in der Innenstadt los und nur wenig später ist man inmitten schönster Natur.
Das Wetter ist heute für eine lange Wanderung schon fast zu heiß, aber die Pfannenstiel-Route führt die Hälfte der Strecke durch schöne Wälder und dort kann man es auch bei großer Hitze gut aushalten. Vom Bahnhof aus geht es durch den Ort Forch und dann in den Wald hinein. Die ersten fünf Kilometer führen bergauf und man kommt, zwischen den Waldabschnitten, auch immer wieder an vereinzelten Höfen vorbei, wo Kühe, Schafe und Ziegen im Schatten liegen. Wo immer es Tiere hat, hört man das typische Bimmeln der Glocken, die die Vierbeiner hier um den Hals haben. Anderswo würde das vielleicht kitschig wirken, aber hier ist es einfach nur schön.
Der erste gemeisterte Anstieg wird durch einen wunderschönen Blick auf den Greifensee belohnt, den wir uns bei einer Fahrradtour auch schon aus der Nähe angesehen haben. Kurz vor dem höchsten Punkt des Pfannenstiels steht ein stählerner Aussichtsturm, der sog. Bachtelturm. Der Aufstieg ist etwas anstrengend und man sollte ein bisschen schwindelfrei sein, aber von oben hat man einen fabelhaften Rundblick über den Züri(ch)see und die sich dahinter erstreckenden Berggipfel. Wirklich erstaunlich, selbst Anfang Juni hat es dort oben noch immer reichlich Schnee.
Nun wird es erstmal Zeit für ein Mittagessen. Das Restaurant Hohenwacht, das nur wenige hundert Meter hinter dem Aussichtsturm liegt, bietet eine leckere Auswahl an deftigen, gutbürgerlichen Gerichten. Schon der Vorspeisensalat mit dem köstlichen Dressing war eine Gaumenfreude und auch der Hauptgang ließ nichts zu wünschen übrig.
Nun laufen wir eine Weile bergab bis zum Ort Toggwil, dem - mit 643 Metern über dem Meer - tiefsten Punkt der Wanderung. Das Restaurant lag auf über 800 Metern. So schön es ist, eine Weile entspannt bergab zu gehen, so anstrengend ist es, wenn es dann wieder drei Kilometer ausschließlich bergauf geht. Genau das stand uns nun bevor, entgegen der Angabe im Wanderführer. Vorbei an mehreren gepflegten Pferdehöfen kamen wir wieder in den Wald und gerieten schon ziemlich ins Schnaufen bei den teilweise sehr steilen Anstiegen. Wenn man dann die finale Kuppe erreicht hat und weiß, dass es nun wieder für geraume Zeit bergab geht, ist man doch ziemlich erleichtert.
Als kleine Premiere konnte Peter heute seinen ersten Fuchs in freier Wildbahn erleben. Offenbar hatten wir ihn bei der Mäusejagd gestört und er verzog sich sofort in den Wald. Wildlebende Füchse kann man in Deutschland auch nicht an jeder Ecke finden.
Nach insgesamt 16 Kilometern hatten wir unseren Ausgangspunkt Forch wieder erreicht und waren ziemlich froh darüber. Bei so ungeübten Wanderern wie uns fühlen sich die Füße nach so einer Tour doppelt so groß an. Mit der Forchbahn ging es zurück zum Bahnhof Stadelhofen, wo wir uns mit einem sehr köstlichen Softeis belohnten.
Hier die Fotos bei Picasa.
Alp(traum)amare am 15.05.2011
(Eine kleine Anmerkung vorweg für gelangweilte Juristen unter den Lesern: die nachfolgenden Ausführungen geben die persönlichen und subjektiven Erfahrungen von zwei Privatpersonen für einen Zeitraum von ca. drei Stunden wieder, sind also in keiner Weise repräsentativ und erheben auch keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.)Wenn man einen Tag in einem Erlebnisbad verbringt, so verspricht man sich in erster Linie Vergnügen davon. Besonders viel Spaß hatten wir am 15. Mai allerdings nicht, als wir einem der größten Erlebnisbäder in der Umgebung von Zürich einen Besuch abstatteten: dem Alpamare in Pfäffikon.
Schon die Anfahrt war ein unfreiwillig-unangenehmes Abenteuer. Mitten auf der Autobahn im schönsten Regen bockte auf einmal unser Scheibenwischer! Es ist überhaupt nicht lustig, wenn man auf der Autobahn auf einmal so gut wie nichts mehr sehen kann. Mit Müh und Not kamen wir bis zur nächsten Tankstelle, wo wir uns die Sache mal ansahen, aber natürlich konnten wir nichts finden. Mit ein bisschen manueller Ermutigung brachten wir das Ding aber soweit wieder in Gang, dass es alle 30-45 Sekunden einmal die Scheibe wischte. Während der nächsten Regenpause schafften wir es dann bis zum Alpamare und vertagten die Lösung des Problems auf den Zeitpunkt der Heimfahrt.
Nun folgte, Schlag auf Schlag, eine Ernüchterung auf die nächste. Über einen Aufzug gelangt man vom Parkplatz zum Kassenbereich des Schwimmbads. Oben angekommen wären wir am liebsten sofort wieder umgekehrt. Wir konnten kaum aus dem Aufzug raus, so rappelvoll war es hier. Das Kassenpersonal war hoffnungslos überfordert und darüber hinaus waren gerade mal zwei Kassen geöffnet. So verbrachten wir die ersten 25 Minuten damit, vor der Kasse Schlange zu stehen und uns zu ärgern. Hätten wir uns nicht schon vorab informiert, so wäre der Eintrittspreis sicher der nächste Schock gewesen: 42 Franken pro Person (umgerechnet über 30 Euro). Und wir reden hier nicht von einer Tageskarte, sondern von gerade mal vier Stunden! Aber gut, für ein rundum gelungenes Badeerlebnis wäre das für Schweizer Verhältnisse sicher ein angemessener Preis. Leider sollte es anders kommen.
Im Bad selbst folgte dann gleich der nächste Schreck. Sämtliche Schwimmbecken waren gerammelt voll mit Menschen. An Schwimmen war überhaupt nicht zu denken, weil man nicht einmal Platz für zwei Schwimmzüge gehabt hätte. Das Alpamare bietet einfach nicht ausreichend Becken, als dass sich viele Besucher darin gut verteilen könnten. Abgesehen davon verfügt das Alpamare nicht mal über ein 25- oder gar 50-Meter Becken. Solche Menschenmassen produzieren in einer Schwimmhalle natürlich auch einen entsprechenden Lärm. Kurz gesagt, es war ziemlich unangenehm.
Wir stürzten uns dennoch ins Getümmel und probierten nacheinander das Wellenbad, das Sprudelbad, das Strömungsbad und das Jod-Sole-Bad aus, dessen bräunlich-gelbe Farbe zu geschmacklosen Spekulationen einlädt. Alle Becken hatten eins gemeinsam: sie waren nicht besonders sauber. So oft wie im Alpamare hatten wir noch nirgends sonst irgendwelche fremden Haare an den Fingern oder im Gesicht und im Wasser trieben schaurig viele Schwebeteilchen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, so befand sich das Bad selbst in einem deprimierend schlechten Zustand. In den Becken und auf dem Boden waren an vielen Stellen die Mosaikfliesen abgeplatzt und die scharfen Kanten und Fliesenkleberreste waren wie geschaffen dafür, sich die Füße zu verletzen. Auch Rost und Patina konnte man ein diversen Stellen finden. Von einem Bad, das einen so hohen Eintrittspreis verlangt, darf man einen besseren Zustand erwarten, oder?
Eins muss man bei Alpamare einfach vorab wissen: es ist in erster Linie für Freunde von Wasserrutschen gedacht. Die insgesamt zehn Rutschen machen sicher viel Spaß, wenn das Bad nicht so überfüllt ist, aber wir hatten einfach keine Lust, über eine halbe Stunde anzustehen, um einmal rutschen zu können. Und die übrigen Bäder und Einrichtungen können für sich gesehen einfach nicht überzeugen, nicht zuletzt wegen der mangelhaften Hygiene und dem renovierungsbedürftigen Zustand.
Auf der Haben-Seite bietet das Alpamare wenigstens einen schönen Blick auf den Zürichsee und man kann man den Besuch an nicht ganz so vollen und regnerischen Tagen sicher auch genießen, aber für uns ist klar, dass uns das Alpamare so schnell nicht wiedersehen wird. Zum Glück herrscht kein Mangel an Schwimmbädern in und um Zürich. Ein Erfolgserlebnis hatten wir dann aber doch noch: wie durch Magie funktionierte bei der Rückfahrt unser Scheibenwischer wieder. Rätsel der Technik.
23. Mai 2011
Ausflug ins Appenzellerland (22.05.2011)
Am Sonntag haben wir trotz des Risikos von Regen und Gewitter einen Ausflug nach Appenzell gemacht. Mit Peters Arbeitskollegen Jorit D. haben wir uns morgens um 8 Uhr auf den Weg gemacht, um eine Rund-Wanderung von und nach Appenzell (was im übrigen eine Stadt sowie auch ein (bzw. 2 Halbkantone) Kanton ist) zu unternehmen.Mit einem flotten Cabrio fuhren wir gut 50 Minuten von Zürich aus und haben uns dann über gute Wanderwege auf Schusters Rappen bewegt. Der Weg führte uns etwa 400 Höhenmeter bis zum Hohen Hirschberg, wo uns ein Ausflugsrestaurant erwartete und wir uns entsprechend mit Speis und Trank wieder stärken konnten.
Unser Timing war glücklich, denn nach dem Essen kündeten graue Gewitterwolken und nachdrückliches Donnern ein nahendes Gewitter an. Dies veranlasste uns zu einem raschen Aufbruch und einem verkürzten Rückweg bis nach Rieti. Wir liefen die ganzen Höhenmeter, die wir vorher in gut 1 Std. 45 Minuten zurückgelegt hatten, nun in 30 Minuten durch den Wald über Stock und Stein (was aber auch ein regulärer Wanderweg war) bis ins Tal. Von Rieti liefen wir noch bis Gais, wo wir mit der Bimmelbahn zurück nach Appenzell fuhren. Vor dem Rückweg (der dann mit heftigen Regengüssen garniert war) haben noch einen Abstecher nach Jakobsbad gemacht, wo wir uns mit köstlichem Glacé für unsere Strapazen abschließend belohnt haben.

Auf der Panoramakarte kann man grob unseren Wanderweg sehen, von Kollege Jorit erhalten wir noch die genauen Wanderdaten: als Techno-Fan führte er natürlich ein Markenhandy mit sich, das mit einer entsprechenden Applikation (Walkmeter) Höhenmeter und Wanderstrecke genau protokollierte. Hier die Daten:
Route: Appenzell
Aktivität: Wanderung
Begonnen: 22.05.2011 09:29:08
Wanderungszeit: 3:13:31
Pausenzeit: 1:24:18
Wegstrecke: 17.69 km
Durchschnittliches Tempo: 10:56 /km
Schnellstes Tempo: 6:10 /km
Aufstieg: 413 Meter
Abstieg: 424 Meter
Kalorien: 1696
Offiziell: Ja
Eine KML-Datei (die in Google Earth den genauen Streckenverlauf zeigt) kann ich auf Anfrage zuschicken. Für die geneigten Leser haben wir natürlich auch wieder Bilder bei Picasa hochgeladen, inklusive eines kleinen Videos (mit passendem Ton).
20. Mai 2011
NWI all over the world
Die Welt ist klein. Zumindest liegen die Orte, an denen man bekannte Personen trifft vielleicht geographisch weit auseinander, aber wenn man dann doch jemanden aus Bielefeld trifft, scheinen die Entfernungen dadurch wieder geschrumpft zu sein.Im letzten Oktober, als mein lieber Ehemann und ich unseren 10. Hochzeitstag in Wien verbrachten, trafen wir im Prater einen ehemaligen NWI Diplomstudenten (für die Unwissenden unter den Lesern: NWI steht für "Naturwissenschaftliche Informatik" und ist einer der ersten beiden Diplomstudiengänge der Technischen Fakultät der Uni Bielefeld) namens Falk S. Der Moment des Stutzens, des Überlegens und dann bestätigten Wiedererkennens (hoffentlich auch mit Erinnerung des Namens) ist immer wieder schön, denn Vergangenes wird für den Augenblick wieder präsent.
Das gleiche ist also auch hier in Zürich passiert. Vor etwa 2 Wochen, als Ehemann und ich nach einem sonntäglichen Ausflug (wir hatten uns mit Freunden aus London getroffen, die ihre Familie in Zürich besuchten) nach Zürich-Affoltern zurückkehrten, traf ich auf dem Bahnsteig auf ein mir ebenfalls bekanntes Gesicht. NWI Diplomstudent Christian S., der im April nach Zürich gekommen ist um eine Stelle anzutreten. Da er auch in Laufweite vom Bahnhof entfernt wohnt, haben wir uns gern auf eine Tasse Kaffee verabredet und hoffen, das noch diese oder nächste Woche einlösen zu können.
11. April 2011
Sächsilüüte
Am 11.04.2011 feiern wir unseren ersten echten Schweizer bzw. Zürcher Feiertag: das Sechseläuten (auch dieser Link). Diesem Umstand haben wir zu verdanken, dass Peter heute den ganzen und ich einen halben Arbeitstag frei haben. Wie man Wikipedia und den Erzählungen von Kollegen entnehmen kann, soll dieser Brauch der Vertreibung des Winters (und verlängerter Arbeitszeiten) weitere Argumente hinzufügen.Das Spektakel am Bellevue wollten wir uns wegen des zu befürchteten Massenauflaufs dies mal ersparen, es bleibt uns die Fernsehübertragung:
Um Punkt 18 Uhr schlug die Glocke und machte allen klar, dass es losgeht: der Scheiterhaufen wurde entzündet und nach 10 Minuten und 57 Sekunden explodierte der Kopf des Böögg. (Wie man wohl mit den Pferden der Reitergruppen geübt hat? Vielleicht waren sie ja immer bei den obligatorischen Schiessübungen der Schweizerischen Armee dabei...)
Wie schön nun der Sommer wird: das zeigt sich dann ohnehin erst, wenn er da ist. :-)
10. April 2011
K.O. durch Kirschtorte
Heute haben wir einen Tagesausflug ins ca. 40 km entfernte Zug (im Kanton Zug) gemacht, weil Peter bei seiner Umzugshilfe vor gut einer Woche schon Gelegenheit hatte, sich von der Schönheit des Zuger Sees zu überzeugen.Weil in den letzten Tagen schon ausserordentlich gutes Frühlingswetter vorherrschte, waren wir gestern mit dem Rad (über großartige Radwege gen Baden) unterwegs und heute fuhren wir mit dem Auto die relativ kurze Strecke in knapp 30 Minuten.
Zug liegt zwischen Zürich und Luzern, so dass wir auf unserem Ausflug zum Pilatus hieran schon vorbei gekommen waren, aber nicht zum Lustwandeln oder Sightseeing. Für günstige 5.00 CHF Parkgebühr für den kompletten Tag stellten wir unseren Wagen am Hafen ab und liefen dann die Strecke Richtung Stadt/Altstadt an der Uferpromenade lang. Am anderen Seeufer konnten wir - leider nicht mit klarer Sicht - auf die nahen Berge inklusive dem Pilatus blicken. Zug hat eine sehr reizvolle Altstadt, die zum Bummeln einlädt.
Nach einer gemütlichen Mittagsmahlzeit holten wir uns dann für den Nachmittagskaffee die Spezialität des Ortes(/Kantons?): eine kleine Zuger Kirschtorte für 2 Personen. Wissen hätten wir es eigentlich schon müssen: mit Kirsch ist hier des öfteren nicht die schmackhafte, rote Steinfrucht gemeint, sondern der Schnaps, der aus ihr gebrannt wird (siehe Fondue). Entsprechend bewusstseinsverändernd hat sich dann der Genuss des Kuchens ausgewirkt, denn sparsam ist der Zuger Bäcker wahrlich nicht mit dem Alkohol umgangen.
Damit dies kein Fall von "Drogging" (drunken blogging) wird, beschließe ich nun und überlasse dem geneigten Leser die Impressionen des heutigen Tages bei Picasa.
20. März 2011
Ausflug auf's Dach der Schweiz
Heute sind wir mit Gabi (unserem sehr verehrten Gast derzeit) nach Luzern gefahren, um mit der Seilbahn den Pilatus zu erklimmen. Dieses Ausflugsziel liegt ca. 60 km von Zürich entfernt und damit nach einer Fahrtzeit von ca. 45 Minuten zu erreichen.Auf dem Hinweg hatten wir noch einem Rittersmann bei der Besetzung einer feindlichen Burg geholfen, aber das ist eine andere Geschichte...
Gegen Mittag kamen wir in Luzern an und wurden einfach ab der Ausfahrt "Kriens" den Schildern folgend zu den Pilatus Bergbahnen geleitet. Im Gegensatz zu den letzten paar Tagen war die Wetteraussicht für den Sonntag schön und obwohl es im Tal noch relativ diesig war und eine geschlossene Wolkendecke den Himmel verbarg, waren wir frohen Mutes, beim Aufstieg auf 2132 Meter über die Wolken zu gelangen und dort in den ungehinderten Genuss der Sonne zu kommen.
Die Fahrt von Kriens nach Pilatus-Kulm ging mit der Gondelbahn (kleine Gondeln für 4 Personen) über zwei Zwischenstationen zum Gipfel. Bei der letzten Station vor dem Ziel mussten wir in eine größere Gondel (für ca. 25 Personen) umsteigen, diese wurde auch von einem Schaffner begleitet und alle 15 Minuten herauf und herunter gefahren.
Der Durchstoss der Wolken war für alle Passagiere ein Wow-Erlebnis. Fuhren wir eben noch durch eine graue Nebelsuppe, in der nichts zu erkennen war, nun strahlend blauer Himmel und endlich Blick auf verschneite, erhabene Berge. Vor Schönheit traten mir sogar die Tränen in die Augen - man wird halt sentimental im Alter.
Auf dem Pilatus gab es von der Station aus die Möglichkeit in zwei Hotel/Restaurants zu speisen und auf zwei kurzen Wanderwegen die Spitzen des Gipfels hinaufzugehen und den absoluten Panorama-Rundblick zu geniessen. Es wehte dort ein eisiger und kräftiger Wind (Temperatur: -3 Grad C), der einem dann wieder Respekt vor den dort herrschenden Naturgewalten lehrte.
Besonders schön war es, in dieser Umgebung auf einmal den Klang von Alphörnern zu vernehmen, der Soundtrack zum Ausflug. Beim Hotel Pilatus-Kulm gaben 3 Musiker die getragenen Töne dieser Holzhörner zum besten, was weit entfernt davon war, kitschig zu wirken. Nach einer Stärkung mit Heissgetränken machten wir uns gegen 15 Uhr wieder auf den Rückweg, machten aber bei der Station Fräkmüntegg kurz Halt, einmal um die Masse der mitfahrenden Personen zerstreuen zu lassen und Peter noch einmal die Gelegenheit zu geben, von der großen Gondel Bilder von unten zu machen.
Ein Ausflug, der sich gelohnt hat, da sind wir uns einig. Auch ein Besuch zur Sommerszeit lohnt sich, da in Fräkmüntegg auch die längste Sommer-Rodelbahn der Schweiz ist und es dort auch einen Seilgarten hat.
Hier nun die Impressionen: Link zu Picasa
11. März 2011
Hausberg
Von der Endstation bis zum Gipfel des Uetliberges waren es noch ein paar Minuten zu Fuss. Dafür wurde man dann mit einem grandiosen Rundumblick über Zürich und den See belohnt. Leider war es recht diesig, aber der Eindruck, hinter dem See die schneebedeckten Gipfel der Berge zu sehen ist wunderschön.
Nachdem wir uns kurz beim Hotel auf dem Gipfel gestärkt haben (nicht mit einem Gipfeli aka Croissant, sondern mit einer Bratwurst - die sich aber nicht mit einer westfälischen Rostbratwurst messen kann), entschieden wir uns für den Wanderweg nach Felseneggg (hier eine ausführliche Beschreibung). Wir haben für die Strecke etwa 2 Stunden gebraucht, bis wir dann an der Bergstation Felsenegg ankamen. Die Gondel fasst etwa 25 - 30 Personen und sie war an diesem Tag auch proppenvoll - inklusive eines nassen, müffelnden Hundes. Zum Glück war die Fahrt nicht länger als 5 Minuten, aber mit diesen vielen anderen Passanten kam einem diese Zeit wie eine Ewigkeit vor. Mit der S-Bahn ging es wieder heim mit dem Gefühl, wieder ein kleines Stück unserer derzeitigen Heimat kennengelernt zu haben. Bilder sind allfällig zu finden im Webalbum.
