28. August 2011

Katzenseen

Eine Schande ist das! Da wohnt man gerade mal zwei Kilometer von einem wunderschönen Naherholungsgebiet entfernt, und dann bekommt man es fast den ganzen Sommer nicht hin, dort auch mal eine Runde schwimmen zu gehen. Bisher sind wir lediglich des öfteren am See entlang spaziert.

Der Katzensee - im schweizerdeutschen "Chatzesee" genannt - liegt in der nordwestlichen Ecke von Zürich und ist umgeben von Wald, Birkenhainen und Streuobstwiesen. Mit seinen 800 Metern Länge und 400 Metern Breite ist er im Vergleich zum Zürichsee natürlich nur eine größere Pfütze, aber dafür ist er auch um einiges charmanter.

An Sonntag den 21.08. war dann die Bade-Premiere im Katzensee. Der Tag war ideal. Hochsommerliches Wetter, Temperaturen jenseits der 30 Grad und ein frischer Wind, der die kurze Fahrradtour zum See erträglich machte. Wie nicht anders zu erwarten, war die Liegewiese schon brechend voll, aber wir fanden trotzdem noch ein Eckchen für unsere Decke. Und dann ging es gleich ins Wasser. Angenehme 26 Grad Wassertemperatur waren absolut perfekt und wir beschlossen gleich mal verwegen, den See im Uhrzeigersinn zu umschwimmen.

Das Schwimmen im See ist überhaupt kein Vergleich zu einem normalen Schwimmbad. Man ist umgeben von Schilf, die Fische schwimmen unter einem und die Wasservögel neben einem umher und hin und wieder schwirrt eine Libelle vorüber. Bei unserem ersten Besuch hatten wir Tauchmasken und Schnorchel leider nicht dabei, aber das würde uns beim nächsten Mal nicht passieren. Die vollständige Runde um den See schafften wir leider nicht, nach etwa einer Stunde schwammen wir auf direktem Weg zurück und gönnten uns noch einen Hot Dog vom See-Kiosk.

Die zweite Gelegenheit, den Katzensee zu erproben, ergab sich am 26.08. Sehr gute Freunde aus München hatten sich angekündigt mit der kompletten Familie (drei Kinder: 2, 5 und 6 Jahre alt). Da es wieder ein wunderschöner und hochsommerlicher Tag war, erschien uns das als die beste Möglichkeit, vor allem nach der langen Fahrt von München. Die Idee erwies sich dann auch als super. Die Kinder waren hellauf begeistert und konnten sich ein paar Stunden nach Herzenslust austoben. Durch das lange und flache Ufer ist der See ideal auch für Kleinkinder und Nichtschwimmer geeignet und da es hier viele Kinder jedweden Alters hat, fehlt es niemals an Spielkameraden. Diverse Spielgeräte sorgen darüber hinaus auch außerhalb des Wassers für Vergnügen. Nicht zuletzt die Eltern konnten mal ein bisschen zur Ruhe kommen. Wer also einen passenden Ort sucht, an dem energiegeladene Kinder ihre überschüssigen Kräfte loswerden können, sollte es mal mit dem Katzensee probieren. Der Erfolg ist quasi garantiert. Unsere drei Süßen schliefen in dieser Nacht auf jeden Fall wie die Murmeltiere.

Und weil wir gerade so schön dabei waren, haben wir dem See auch am 28.08. noch einen Besuch abgestattet. Heute waren wir voll ausgerüstet mit Maske und Schnorchel und genossen über eine Stunde lang die Unterwasserwelt des Katzensees. Viele kleine Fischschwärme tummeln sich in der Nähe des Schilfs. Vor Schwimmern und Tauchern scheinen die kleinen Burschen wenig Angst zu haben, so dass man bis auf wenige Zentimeter herankommt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viel Sediment aufwirbelt. Anke fand sogar eine große Seemuschel! Ich hingegen nur einen uralten Badeschlappen, den wir aber mit ans Ufer brachten und dort entsorgten.

Dreimal Katzensee, eine Meinung: dieses schöne Fleckchen Erde ist wie geschaffen dafür, mal ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. Das Wasser ist sauber und klar, die Umgebung bilderbuchmäßig schön, das Natur-Feeling unschlagbar, die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt und selbst das Essen am Strand-Kiosk kann sich sehen (essen) lassen. Wir waren lediglich etwas irritiert, dass es keine Pommes Frites gibt. Aber das lässt sich verschmerzen.

Wandern in Aadorf (31.07.2011)

Ende Juli waren unsere lieben Verwandten Ulrike - Ankes Schwester - und Dirk - Ulrikes langjähriger Lebenspartner - bei uns zu Besuch. Ursprünglich wollten die beiden mit dem Motorrad kommen, aber da es in den Tagen davor fast ausschließlich kühl-regnerisches Wetter hatte, haben sie kurzfristig aufs Auto umdisponiert. Aber zum Glück lässt sich die Schweiz ja auch ohne Motorrad erkunden, zum Beispiel bei einer Wanderung.

Wir hatten schon seit einiger Zeit eine Tour in Aadorf ins Auge gefasst. Knappe zwanzig Kilometer lang, nur wenig Steigung und nicht mal eine Autostunde von uns entfernt. Am 31.07. war dann auch genau das richtige Wetter - sonnig, aber auch nicht zu warm.

Die Tour beginnt am Ortsrand von Aadorf, direkt neben dem örtlichen Freibad und führt durch den Wald durch die Orte Matzingen und Stettfurt. Gleich im ersten Waldstück kommen wir an einem schönen Weiher vorbei, auf dem besonders schöne Seerosen wachsen. Überhaupt sollten wir heute ziemliche viele Seerosen zu sehen bekommen. Und obwohl es noch Hochsommer ist, sprießen im Wald schon zahlreiche Pilze, einige davon haben beeindruckende Ausmaße.

Die Wanderung bietet alles, was sich der Naturfreund wünschen kann: jede Menge Grünzeug, idyllische kleine Ortschaften mit niedlichen Kirchen und Fachwerkhäusern, hin und wieder plätschert ein Bach unter oder neben uns her und natürlich darf auch die Fauna nicht fehlen. Vor allem Kühe und Schmetterlinge gibt es an jeder Ecke zu sehen, aber auch so exotische Exemplare wie Lamas. Besonders schön und gepflegt sind auch wieder die Vorgärten der Häuser. Dort, wo es Teiche hat, sehen wir erneut eine bunte Vielfalt an Seerosen.

Das Sonnenberger Schloss, das ungefähr auf der Hälfte der Route liegt, sparen wir uns. Zum einen sieht der Aufstieg auf den Hügel sehr anstrengend aus - und es ist inzwischen ziemlich heiß geworden -, zum anderen wird das Schloss gerade umgebaut. Aus diesem Grund ist auch das Restaurant geschlossen. Apropos geschlossene Restaurants... von denen hatte es auf unserer Tour reichlich! Wir hatten nicht bedacht, dass aufgrund des morgigen Schweizer Nationalfeiertags die meisten Leute im Kurzurlaub sind. Dabei hatten wir so ein schönes und einladendes Restaurant in Matzingen gefunden. So begannen unsere Mägen denn auch mit jedem Kilometer mehr und mehr durchzuhängen. Im Ort Wängi schließlich fanden wir, nachdem wir einen Spaziergänger gefragt hatten, einen geöffneten Gasthof, wo wir ein kühles Panache und ein zünftiges Schnitzelbrot bekamen. Und zum Nachtisch sogar noch einen schönen Eisbecher (bzw. Karamelcreme und Mousse au Chocolat). Damit waren Hitze und Anstrengung sofort wieder vergessen. Vor dem Gasthof schlossen wir dann noch Freundschaft mit einer sehr verschmusten Katze.

Unser Fazit: diese Wanderung ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hier noch der übliche Link zu den Bildern.

24. August 2011

Fliewatüüt

Wer kennt es nicht auch noch, das schöne Jugendbuch von Boy Lornson, in dem Robbi und Tobbi Abenteuer bestehen müssen (und das von Maus-Macher Armin Maiwald legendär verfilmt wurde). Dieses mehrfach-taugliche Vehikel konnte Fliegen, auf dem Wasser fahren und wie ein Auto ("tüüt") auf der Strasse fahren.

Die letzten und die kommenden Tage beinhalten alle drei Komponenten für Peter und mich, nämlich geht es in knapp 2 Wochen mit dem Flieger wieder nach Hurghada in Ägypten, um 1 Woche Tauchurlaub zu machen. Gerade gestern hatten wir nochmal eine Auffrischungslektion im Pool und mein leidiges Problem Maske ausblasen habe ich gut gemeistert. Auch meine Tarierung ist inzwischen viel besser geworden, so dass ich mich freue, wieder als künstlicher Fisch im Roten Meer zu schwimmen. Was uns besonders bei dieser Reise erfreut ist die sehr kurze Fahrt zum Flughafen. In knapp 12 Minuten sind wir mit der S-Bahn da und müssen nicht erst 1 Stunde fahren, wie sonst immer nach Münster/Osnabrück oder Hannover. :-)

Geschwommen haben wir am letzten Wochenende -- in dieser momentan heissen Periode, bis zu 37 Grad C -- dann endlich in unserem Naherholungsgebiet, den "Katzenseen". Nur 5 Minuten mit dem Fahrrad entfernt ist unsere Badi. Es ist ein herrliches Badegefühl, nicht in Chlorwasser zu schwimmen, sondern in einem Naturgewässer mit zwar grüner Trübung, aber doch recht klarem und geniessbarem Wasser und bester Abkühlung. Wir haben zwar nicht geschafft, den ganzen See am Sonntag Nachmittag schwimmend zu umrunden, aber 3/4 der Strecke haben wir dann doch absolviert. Zwar gab es ausser uns noch viele weitere Besucher des Katzensees (es ist nur einer zum Schwimmen freigegeben), aber da sich die Masse der Leute beim Einstieg und in Ufernähe gehalten hat, waren wir angenehm viel Zeit allein.

Und was nun den dritten Teil des Titels angeht: seit heute haben wir nach einer gewissen Prozedur Schweizerische Kontrollschilder erhalten und fahren nun nicht mehr als Deutsche erkennbar durch Stadt und Land (tüüt). Die Zulassungsprüfung war nach ca. 30 Minuten erledigt, nur einen Hinweis wegen des nicht erfüllten Schweizer Sauberkeitsstandards habe ich erhalten: es wird erwartet, dass eine Motor- und Unterbodenwäsche gemacht wird, damit alles tiptop sauber und für die Prüfer gut sichtbar ist). Aber man hatte Verständnis, weil der deutsche TÜV auf so etwas ja keinen Wert legt und das die hiesige Garage (Werkstatt). Übrigens: die Halterungen für deutsche Kennzeichen sind hier nicht verwendbar, da es vorn das Mini-Schild und hinten das normal lange Schild gibt, was aber dennoch eine andere Grösse hat. So viele Details...

19. Juni 2011

Formicula!

Vor einigen Tagen stand unsere Wohnung unter Belagerung! Das warme Wetter der letzten Wochen hatte zur Folge, dass derzeit eine regelrechte Plage schwärmender Ameisen über Zürich (zumindest aber unsere Wohnstätte betreffend) hinwegzog. Wir hatten das zweifelhafte Vergnügen gleich zweimal. Zuerst befielen die Ameisen das Fenster des Gästezimmers. Das ging noch relativ glimpflich vonstatten und wir konnten uns der Tiere mit Backpulver ziemlich schnell entledigen. Aber nur wenige Tage danach kam der nächste Schwung und diesmal waren es regelrechte Massen: Das Ziel der zweiten Welle war unser Küchenfenster und dort schienen dann auch größere Mengen Backpulvers zunächst nichts auszurichten. Man geht mit einem ziemlich kribbeligen Gefühl ins Bett, wenn man weiß, dass nur wenige Meter entfernt einige tausend Krabbeltiere die Fassade rauf- und runtermarschieren.

Mit professionellen Ameisenködern haben wir nun - hoffentlich - das Problem endgültig. Uns wäre eine Umsiedlung der Tiere zwar lieber gewesen, aber da sie sich im Fensterkasten eingenistet hatten, war das leider nicht möglich.

Wanderung im Emmental (12.06.2011)

Vor einer Woche waren wir im Appenzell, wo der gleichnamige Käse herkommt. Da ist es nur fair, dem ebenso bekannten Emmentaler die gleiche Ehre zu erweisen. Von Zürich aus erreicht man das Emmental mit dem Auto in einer guten Stunde. Wenn man sich in Richtung Bern hält, kann man es eigentlich nicht verfehlen.

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ort Heimiswil, ein lauschiges kleines Dorf mitten im Grünen. Wie schon im Appenzell gibt es auch in Heimiswil eine Schaukäserei, die aber nicht auf unserem Programm steht. Außerdem wissen wir nicht, ob die Käserei an einem Sonntag geöffnet hat.

Gleich hinter dem Dorf geht es in die grünen Hügel, wo die charakteristischen Emmentalhäuser stehen. Selten sieht man so urig-gemütlich wirkenden Behausungen. Die Häuser sind zumeist sehr großzügig dimensioniert, bestehen zum überwiegenden Teil aus Holz, das in angenehm hellen Tönen lasiert ist. Auffallend sind auch die großen und lang gezogenen Dächer. Die Besitzer geizen darüber hinaus nicht mit schönen Details wie Blumenkästen, bunten Fensterläden, Wandmalereien und Schnitzereien sowie allerlei Dekorationen. Nichts davon wirkt aufgesetzt oder kitschig, sondern einfach nur wunderschön. Zu den größeren Häusern gehören Zier- oder Nutzgärten, die das Herz eines jeden Hobbygärtners aufgehen lassen. Kein Zweifel, dass unendlich viel Liebe, Mühe und Sorgfalt in diese Gärten investiert wurde.

Somit ist es kein Wunder, dass sich in einer solchen Umgebung auch die Tiere sehr wohl fühlen. Neben den allgegenwärtigen Kühen, Schafen, Ziegen und Pferden treffen wir heute auch auf zahlreiche Schmetterlinge, die sich bereitwillig als Fotomodelle zur Verfügung stellen.

Neben Feldern, Viehweiden und Wäldern gibt es im Emmental auch zahlreiche Obstwiesen. Besonders die Kirschbäume sind um diese Jahreszeit eine wahre Augenweide. Von allen Ecken leuchten einem die halbreifen Kirschen entgegen. Der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung liegt ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke, das Lueg-Denkmal auf einem der größeren Hügel. Man merkt doch so langsam, dass wir uns an die Wanderungen gewöhnen. Der letzte Aufstieg vor dem Denkmal war ziemlich steil, aber wir haben ihn ohne große Mühe gemeistert. Und die wundervolle Aussicht von hier oben ist die Anstrengung allemal wert!

Nach einer kleinen Verschnaufpause wenden wir uns dem Mittagessen zu. Am Fuße des Hügels, auf dem das Lueg-Denkmal steht, gibt es den dazu passenden Landgasthof. Im Schatten großer Kastanienbäume genießen wir ein lecker-deftiges Mittagessen, das uns von einem humorvollen Kellner (Herr Glück) serviert wird.

Nach dem Essen geht es dann weiter in Richtung Rotenbaum. Die Strecke führt uns nun hauptsächlich durch schöne Wälder und vorbei an einem großen Pferde- und Ponyhof. Hier erleben wir unfreiwillig den spannendsten Moment unserer Wanderung. Die Route führt mitten über eine Pferdekoppel, auf der sich gerade mehrere Junghengste austoben. Für diese Rabauken sind wir natürlich eine willkommene Abwechslung und so kommen sie mehrfach im vollen Galopp auf uns zu, als wollten sie uns über den Haufen rennen. Aber keine Panik, es ist nichts passiert. Trotzdem waren wir froh, als wir die Koppel überquert hatten.
Eine halbe Stunde später konnte man bereits wieder die Kirche von Heimiswill sehen. Eine wirklich schöne Wanderung, die wir uneingeschränkt empfehlen können. Zum Ausklang des Tages fuhren wir noch über die Landstraße in Richtung Luzern und hatten einen grandiosen Blick auf einen wolkenverhangenen Pilatus.

Auch hier wieder die Fotos bei Picasa.

P.S. An diesem Tag ist der Geburtstag meiner Schwester Ulrike. Nochmal an dieser Stelle herzlichste Glückwünsche zum Geburtstag!!

Eine Hügelkette namens Pfannenstiel (29.05.2011)

Nachdem wir durch die Spaziergänge in und um Zürich sowie den Wanderausflug ins Appenzeller Land auf den Geschmack gekommen waren, machten wir uns am 29.05. auf eigene Faust los. Unser schlaues Wanderbuch empfielt in der Nähe von Zürich eine leichte Wanderung, die über eine Hügelkette mit dem schnuckeligen Namen "Pfannenstiel" führt.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Ort Forch, den man vom Bahnhof Zürich-Stadelhofen aus mit der sogenannten Forchbahn - einer rot-weiß lackierten Tram, - erreichen kann. Schon bei der Anfahrt bekamen wir einiges zu sehen. Forch liegt, verglichen mit Zürich-Innenstadt, ein gutes Stück höher gelegen und so klettert die Forchbahn beständig 20 Minuten lang die Hügel empor. Es ist immer wieder erstaunlich: man fährt in der Innenstadt los und nur wenig später ist man inmitten schönster Natur.

Das Wetter ist heute für eine lange Wanderung schon fast zu heiß, aber die Pfannenstiel-Route führt die Hälfte der Strecke durch schöne Wälder und dort kann man es auch bei großer Hitze gut aushalten. Vom Bahnhof aus geht es durch den Ort Forch und dann in den Wald hinein. Die ersten fünf Kilometer führen bergauf und man kommt, zwischen den Waldabschnitten, auch immer wieder an vereinzelten Höfen vorbei, wo Kühe, Schafe und Ziegen im Schatten liegen. Wo immer es Tiere hat, hört man das typische Bimmeln der Glocken, die die Vierbeiner hier um den Hals haben. Anderswo würde das vielleicht kitschig wirken, aber hier ist es einfach nur schön.

Der erste gemeisterte Anstieg wird durch einen wunderschönen Blick auf den Greifensee belohnt, den wir uns bei einer Fahrradtour auch schon aus der Nähe angesehen haben. Kurz vor dem höchsten Punkt des Pfannenstiels steht ein stählerner Aussichtsturm, der sog. Bachtelturm. Der Aufstieg ist etwas anstrengend und man sollte ein bisschen schwindelfrei sein, aber von oben hat man einen fabelhaften Rundblick über den Züri(ch)see und die sich dahinter erstreckenden Berggipfel. Wirklich erstaunlich, selbst Anfang Juni hat es dort oben noch immer reichlich Schnee.

Nun wird es erstmal Zeit für ein Mittagessen. Das Restaurant Hohenwacht, das nur wenige hundert Meter hinter dem Aussichtsturm liegt, bietet eine leckere Auswahl an deftigen, gutbürgerlichen Gerichten. Schon der Vorspeisensalat mit dem köstlichen Dressing war eine Gaumenfreude und auch der Hauptgang ließ nichts zu wünschen übrig.

Nun laufen wir eine Weile bergab bis zum Ort Toggwil, dem - mit 643 Metern über dem Meer - tiefsten Punkt der Wanderung. Das Restaurant lag auf über 800 Metern. So schön es ist, eine Weile entspannt bergab zu gehen, so anstrengend ist es, wenn es dann wieder drei Kilometer ausschließlich bergauf geht. Genau das stand uns nun bevor, entgegen der Angabe im Wanderführer. Vorbei an mehreren gepflegten Pferdehöfen kamen wir wieder in den Wald und gerieten schon ziemlich ins Schnaufen bei den teilweise sehr steilen Anstiegen. Wenn man dann die finale Kuppe erreicht hat und weiß, dass es nun wieder für geraume Zeit bergab geht, ist man doch ziemlich erleichtert.

Als kleine Premiere konnte Peter heute seinen ersten Fuchs in freier Wildbahn erleben. Offenbar hatten wir ihn bei der Mäusejagd gestört und er verzog sich sofort in den Wald. Wildlebende Füchse kann man in Deutschland auch nicht an jeder Ecke finden.

Nach insgesamt 16 Kilometern hatten wir unseren Ausgangspunkt Forch wieder erreicht und waren ziemlich froh darüber. Bei so ungeübten Wanderern wie uns fühlen sich die Füße nach so einer Tour doppelt so groß an. Mit der Forchbahn ging es zurück zum Bahnhof Stadelhofen, wo wir uns mit einem sehr köstlichen Softeis belohnten.

Hier die Fotos bei Picasa.

Alp(traum)amare am 15.05.2011

(Eine kleine Anmerkung vorweg für gelangweilte Juristen unter den Lesern: die nachfolgenden Ausführungen geben die persönlichen und subjektiven Erfahrungen von zwei Privatpersonen für einen Zeitraum von ca. drei Stunden wieder, sind also in keiner Weise repräsentativ und erheben auch keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit.)

Wenn man einen Tag in einem Erlebnisbad verbringt, so verspricht man sich in erster Linie Vergnügen davon. Besonders viel Spaß hatten wir am 15. Mai allerdings nicht, als wir einem der größten Erlebnisbäder in der Umgebung von Zürich einen Besuch abstatteten: dem Alpamare in Pfäffikon.

Schon die Anfahrt war ein unfreiwillig-unangenehmes Abenteuer. Mitten auf der Autobahn im schönsten Regen bockte auf einmal unser Scheibenwischer! Es ist überhaupt nicht lustig, wenn man auf der Autobahn auf einmal so gut wie nichts mehr sehen kann. Mit Müh und Not kamen wir bis zur nächsten Tankstelle, wo wir uns die Sache mal ansahen, aber natürlich konnten wir nichts finden. Mit ein bisschen manueller Ermutigung brachten wir das Ding aber soweit wieder in Gang, dass es alle 30-45 Sekunden einmal die Scheibe wischte. Während der nächsten Regenpause schafften wir es dann bis zum Alpamare und vertagten die Lösung des Problems auf den Zeitpunkt der Heimfahrt.

Nun folgte, Schlag auf Schlag, eine Ernüchterung auf die nächste. Über einen Aufzug gelangt man vom Parkplatz zum Kassenbereich des Schwimmbads. Oben angekommen wären wir am liebsten sofort wieder umgekehrt. Wir konnten kaum aus dem Aufzug raus, so rappelvoll war es hier. Das Kassenpersonal war hoffnungslos überfordert und darüber hinaus waren gerade mal zwei Kassen geöffnet. So verbrachten wir die ersten 25 Minuten damit, vor der Kasse Schlange zu stehen und uns zu ärgern. Hätten wir uns nicht schon vorab informiert, so wäre der Eintrittspreis sicher der nächste Schock gewesen: 42 Franken pro Person (umgerechnet über 30 Euro). Und wir reden hier nicht von einer Tageskarte, sondern von gerade mal vier Stunden! Aber gut, für ein rundum gelungenes Badeerlebnis wäre das für Schweizer Verhältnisse sicher ein angemessener Preis. Leider sollte es anders kommen.

Im Bad selbst folgte dann gleich der nächste Schreck. Sämtliche Schwimmbecken waren gerammelt voll mit Menschen. An Schwimmen war überhaupt nicht zu denken, weil man nicht einmal Platz für zwei Schwimmzüge gehabt hätte. Das Alpamare bietet einfach nicht ausreichend Becken, als dass sich viele Besucher darin gut verteilen könnten. Abgesehen davon verfügt das Alpamare nicht mal über ein 25- oder gar 50-Meter Becken. Solche Menschenmassen produzieren in einer Schwimmhalle natürlich auch einen entsprechenden Lärm. Kurz gesagt, es war ziemlich unangenehm.

Wir stürzten uns dennoch ins Getümmel und probierten nacheinander das Wellenbad, das Sprudelbad, das Strömungsbad und das Jod-Sole-Bad aus, dessen bräunlich-gelbe Farbe zu geschmacklosen Spekulationen einlädt. Alle Becken hatten eins gemeinsam: sie waren nicht besonders sauber. So oft wie im Alpamare hatten wir noch nirgends sonst irgendwelche fremden Haare an den Fingern oder im Gesicht und im Wasser trieben schaurig viele Schwebeteilchen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, so befand sich das Bad selbst in einem deprimierend schlechten Zustand. In den Becken und auf dem Boden waren an vielen Stellen die Mosaikfliesen abgeplatzt und die scharfen Kanten und Fliesenkleberreste waren wie geschaffen dafür, sich die Füße zu verletzen. Auch Rost und Patina konnte man ein diversen Stellen finden. Von einem Bad, das einen so hohen Eintrittspreis verlangt, darf man einen besseren Zustand erwarten, oder?

Eins muss man bei Alpamare einfach vorab wissen: es ist in erster Linie für Freunde von Wasserrutschen gedacht. Die insgesamt zehn Rutschen machen sicher viel Spaß, wenn das Bad nicht so überfüllt ist, aber wir hatten einfach keine Lust, über eine halbe Stunde anzustehen, um einmal rutschen zu können. Und die übrigen Bäder und Einrichtungen können für sich gesehen einfach nicht überzeugen, nicht zuletzt wegen der mangelhaften Hygiene und dem renovierungsbedürftigen Zustand.

Auf der Haben-Seite bietet das Alpamare wenigstens einen schönen Blick auf den Zürichsee und man kann man den Besuch an nicht ganz so vollen und regnerischen Tagen sicher auch genießen, aber für uns ist klar, dass uns das Alpamare so schnell nicht wiedersehen wird. Zum Glück herrscht kein Mangel an Schwimmbädern in und um Zürich. Ein Erfolgserlebnis hatten wir dann aber doch noch: wie durch Magie funktionierte bei der Rückfahrt unser Scheibenwischer wieder. Rätsel der Technik.

23. Mai 2011

Ausflug ins Appenzellerland (22.05.2011)

Am Sonntag haben wir trotz des Risikos von Regen und Gewitter einen Ausflug nach Appenzell gemacht. Mit Peters Arbeitskollegen Jorit D. haben wir uns morgens um 8 Uhr auf den Weg gemacht, um eine Rund-Wanderung von und nach Appenzell (was im übrigen eine Stadt sowie auch ein (bzw. 2 Halbkantone) Kanton ist) zu unternehmen.

Mit einem flotten Cabrio fuhren wir gut 50 Minuten von Zürich aus und haben uns dann über gute Wanderwege auf Schusters Rappen bewegt. Der Weg führte uns etwa 400 Höhenmeter bis zum Hohen Hirschberg, wo uns ein Ausflugsrestaurant erwartete und wir uns entsprechend mit Speis und Trank wieder stärken konnten.

Unser Timing war glücklich, denn nach dem Essen kündeten graue Gewitterwolken und nachdrückliches Donnern ein nahendes Gewitter an. Dies veranlasste uns zu einem raschen Aufbruch und einem verkürzten Rückweg bis nach Rieti. Wir liefen die ganzen Höhenmeter, die wir vorher in gut 1 Std. 45 Minuten zurückgelegt hatten, nun in 30 Minuten durch den Wald über Stock und Stein (was aber auch ein regulärer Wanderweg war) bis ins Tal. Von Rieti liefen wir noch bis Gais, wo wir mit der Bimmelbahn zurück nach Appenzell fuhren. Vor dem Rückweg (der dann mit heftigen Regengüssen garniert war) haben noch einen Abstecher nach Jakobsbad gemacht, wo wir uns mit köstlichem Glacé für unsere Strapazen abschließend belohnt haben.


Auf der Panoramakarte kann man grob unseren Wanderweg sehen, von Kollege Jorit erhalten wir noch die genauen Wanderdaten: als Techno-Fan führte er natürlich ein Markenhandy mit sich, das mit einer entsprechenden Applikation (Walkmeter) Höhenmeter und Wanderstrecke genau protokollierte. Hier die Daten:

Route: Appenzell
Aktivität: Wanderung
Begonnen: 22.05.2011 09:29:08
Wanderungszeit: 3:13:31
Pausenzeit: 1:24:18
Wegstrecke: 17.69 km
Durchschnittliches Tempo: 10:56 /km
Schnellstes Tempo: 6:10 /km
Aufstieg: 413 Meter
Abstieg: 424 Meter
Kalorien: 1696
Offiziell: Ja

Eine KML-Datei (die in Google Earth den genauen Streckenverlauf zeigt) kann ich auf Anfrage zuschicken. Für die geneigten Leser haben wir natürlich auch wieder Bilder bei Picasa hochgeladen, inklusive eines kleinen Videos (mit passendem Ton).

20. Mai 2011

NWI all over the world

Die Welt ist klein. Zumindest liegen die Orte, an denen man bekannte Personen trifft vielleicht geographisch weit auseinander, aber wenn man dann doch jemanden aus Bielefeld trifft, scheinen die Entfernungen dadurch wieder geschrumpft zu sein.

Im letzten Oktober, als mein lieber Ehemann und ich unseren 10. Hochzeitstag in Wien verbrachten, trafen wir im Prater einen ehemaligen NWI Diplomstudenten (für die Unwissenden unter den Lesern: NWI steht für "Naturwissenschaftliche Informatik" und ist einer der ersten beiden Diplomstudiengänge der Technischen Fakultät der Uni Bielefeld) namens Falk S. Der Moment des Stutzens, des Überlegens und dann bestätigten Wiedererkennens (hoffentlich auch mit Erinnerung des Namens) ist immer wieder schön, denn Vergangenes wird für den Augenblick wieder präsent.

Das gleiche ist also auch hier in Zürich passiert. Vor etwa 2 Wochen, als Ehemann und ich nach einem sonntäglichen Ausflug (wir hatten uns mit Freunden aus London getroffen, die ihre Familie in Zürich besuchten) nach Zürich-Affoltern zurückkehrten, traf ich auf dem Bahnsteig auf ein mir ebenfalls bekanntes Gesicht. NWI Diplomstudent Christian S., der im April nach Zürich gekommen ist um eine Stelle anzutreten. Da er auch in Laufweite vom Bahnhof entfernt wohnt, haben wir uns gern auf eine Tasse Kaffee verabredet und hoffen, das noch diese oder nächste Woche einlösen zu können.

11. April 2011

Sächsilüüte

Am 11.04.2011 feiern wir unseren ersten echten Schweizer bzw. Zürcher Feiertag: das Sechseläuten (auch dieser Link). Diesem Umstand haben wir zu verdanken, dass Peter heute den ganzen und ich einen halben Arbeitstag frei haben. Wie man Wikipedia und den Erzählungen von Kollegen entnehmen kann, soll dieser Brauch der Vertreibung des Winters (und verlängerter Arbeitszeiten) weitere Argumente hinzufügen.

Das Spektakel am Bellevue wollten wir uns wegen des zu befürchteten Massenauflaufs dies mal ersparen, es bleibt uns die Fernsehübertragung:

Um Punkt 18 Uhr schlug die Glocke und machte allen klar, dass es losgeht: der Scheiterhaufen wurde entzündet und nach 10 Minuten und 57 Sekunden explodierte der Kopf des Böögg. (Wie man wohl mit den Pferden der Reitergruppen geübt hat? Vielleicht waren sie ja immer bei den obligatorischen Schiessübungen der Schweizerischen Armee dabei...)

Wie schön nun der Sommer wird: das zeigt sich dann ohnehin erst, wenn er da ist. :-)

10. April 2011

K.O. durch Kirschtorte

Heute haben wir einen Tagesausflug ins ca. 40 km entfernte Zug (im Kanton Zug) gemacht, weil Peter bei seiner Umzugshilfe vor gut einer Woche schon Gelegenheit hatte, sich von der Schönheit des Zuger Sees zu überzeugen.

Weil in den letzten Tagen schon ausserordentlich gutes Frühlingswetter vorherrschte, waren wir gestern mit dem Rad (über großartige Radwege gen Baden) unterwegs und heute fuhren wir mit dem Auto die relativ kurze Strecke in knapp 30 Minuten.

Zug liegt zwischen Zürich und Luzern, so dass wir auf unserem Ausflug zum Pilatus hieran schon vorbei gekommen waren, aber nicht zum Lustwandeln oder Sightseeing. Für günstige 5.00 CHF Parkgebühr für den kompletten Tag stellten wir unseren Wagen am Hafen ab und liefen dann die Strecke Richtung Stadt/Altstadt an der Uferpromenade lang. Am anderen Seeufer konnten wir - leider nicht mit klarer Sicht - auf die nahen Berge inklusive dem Pilatus blicken. Zug hat eine sehr reizvolle Altstadt, die zum Bummeln einlädt.

Nach einer gemütlichen Mittagsmahlzeit holten wir uns dann für den Nachmittagskaffee die Spezialität des Ortes(/Kantons?): eine kleine Zuger Kirschtorte für 2 Personen. Wissen hätten wir es eigentlich schon müssen: mit Kirsch ist hier des öfteren nicht die schmackhafte, rote Steinfrucht gemeint, sondern der Schnaps, der aus ihr gebrannt wird (siehe Fondue). Entsprechend bewusstseinsverändernd hat sich dann der Genuss des Kuchens ausgewirkt, denn sparsam ist der Zuger Bäcker wahrlich nicht mit dem Alkohol umgangen.

Damit dies kein Fall von "Drogging" (drunken blogging) wird, beschließe ich nun und überlasse dem geneigten Leser die Impressionen des heutigen Tages bei Picasa.

20. März 2011

Ausflug auf's Dach der Schweiz

Heute sind wir mit Gabi (unserem sehr verehrten Gast derzeit) nach Luzern gefahren, um mit der Seilbahn den Pilatus zu erklimmen. Dieses Ausflugsziel liegt ca. 60 km von Zürich entfernt und damit nach einer Fahrtzeit von ca. 45 Minuten zu erreichen.

Auf dem Hinweg hatten wir noch einem Rittersmann bei der Besetzung einer feindlichen Burg geholfen, aber das ist eine andere Geschichte...

Gegen Mittag kamen wir in Luzern an und wurden einfach ab der Ausfahrt "Kriens" den Schildern folgend zu den Pilatus Bergbahnen geleitet. Im Gegensatz zu den letzten paar Tagen war die Wetteraussicht für den Sonntag schön und obwohl es im Tal noch relativ diesig war und eine geschlossene Wolkendecke den Himmel verbarg, waren wir frohen Mutes, beim Aufstieg auf 2132 Meter über die Wolken zu gelangen und dort in den ungehinderten Genuss der Sonne zu kommen.

Die Fahrt von Kriens nach Pilatus-Kulm ging mit der Gondelbahn (kleine Gondeln für 4 Personen) über zwei Zwischenstationen zum Gipfel. Bei der letzten Station vor dem Ziel mussten wir in eine größere Gondel (für ca. 25 Personen) umsteigen, diese wurde auch von einem Schaffner begleitet und alle 15 Minuten herauf und herunter gefahren.

Der Durchstoss der Wolken war für alle Passagiere ein Wow-Erlebnis. Fuhren wir eben noch durch eine graue Nebelsuppe, in der nichts zu erkennen war, nun strahlend blauer Himmel und endlich Blick auf verschneite, erhabene Berge. Vor Schönheit traten mir sogar die Tränen in die Augen - man wird halt sentimental im Alter.

Auf dem Pilatus gab es von der Station aus die Möglichkeit in zwei Hotel/Restaurants zu speisen und auf zwei kurzen Wanderwegen die Spitzen des Gipfels hinaufzugehen und den absoluten Panorama-Rundblick zu geniessen. Es wehte dort ein eisiger und kräftiger Wind (Temperatur: -3 Grad C), der einem dann wieder Respekt vor den dort herrschenden Naturgewalten lehrte.

Besonders schön war es, in dieser Umgebung auf einmal den Klang von Alphörnern zu vernehmen, der Soundtrack zum Ausflug. Beim Hotel Pilatus-Kulm gaben 3 Musiker die getragenen Töne dieser Holzhörner zum besten, was weit entfernt davon war, kitschig zu wirken. Nach einer Stärkung mit Heissgetränken machten wir uns gegen 15 Uhr wieder auf den Rückweg, machten aber bei der Station Fräkmüntegg kurz Halt, einmal um die Masse der mitfahrenden Personen zerstreuen zu lassen und Peter noch einmal die Gelegenheit zu geben, von der großen Gondel Bilder von unten zu machen.

Ein Ausflug, der sich gelohnt hat, da sind wir uns einig. Auch ein Besuch zur Sommerszeit lohnt sich, da in Fräkmüntegg auch die längste Sommer-Rodelbahn der Schweiz ist und es dort auch einen Seilgarten hat.

Hier nun die Impressionen: Link zu Picasa

11. März 2011

Hausberg

Letztens haben wir dem Hausberg der Zürcher einen Besuch abgestattet: dem Uetliberg. Von unserer Wohnung in Altstetten (November 2010) konnten wir den direkt vom Wohnzimmerfenster aus sehen, mit seinem Sendemast und der Aussichtsplattform. Von Affoltern aus sind wir dazu erst zum Hauptbahnhof gefahren und dann mit der Uetlibergbahn bis zur Endhaltestelle.

Von der Endstation bis zum Gipfel des Uetliberges waren es noch ein paar Minuten zu Fuss. Dafür wurde man dann mit einem grandiosen Rundumblick über Zürich und den See belohnt. Leider war es recht diesig, aber der Eindruck, hinter dem See die schneebedeckten Gipfel der Berge zu sehen ist wunderschön.

Nachdem wir uns kurz beim Hotel auf dem Gipfel gestärkt haben (nicht mit einem Gipfeli aka Croissant, sondern mit einer Bratwurst - die sich aber nicht mit einer westfälischen Rostbratwurst messen kann), entschieden wir uns für den Wanderweg nach Felseneggg (hier eine ausführliche Beschreibung). Wir haben für die Strecke etwa 2 Stunden gebraucht, bis wir dann an der Bergstation Felsenegg ankamen. Die Gondel fasst etwa 25 - 30 Personen und sie war an diesem Tag auch proppenvoll - inklusive eines nassen, müffelnden Hundes. Zum Glück war die Fahrt nicht länger als 5 Minuten, aber mit diesen vielen anderen Passanten kam einem diese Zeit wie eine Ewigkeit vor. Mit der S-Bahn ging es wieder heim mit dem Gefühl, wieder ein kleines Stück unserer derzeitigen Heimat kennengelernt zu haben. Bilder sind allfällig zu finden im Webalbum.

2. März 2011

Einkaufen in der Heimat

Am letzten Wochenende sind wir das erste Mal zum Einkaufen über die Grenze nach Deutschland gefahren. Obwohl unsere Einkaufsgelegenheit nur wenige Kilometer von Zürich entfernt ist, konnten wir hierbei erneut feststellen, dass das Warenangebot doch ganz erstaunlich verschieden ist. Der Einkauf bei einer bekannten deutschen Supermarkt-Kette fühlte sich wirklich wie Heimat an. Alles ganz vertraut.

Inzwischen habe ich mich zwar auch an das Angebot bei Migros und coop gewöhnt, allerdings sind gewisse Dinge einfach nicht im Sortiment: Kartoffelklöße gibt es nicht, weder als Fertigteig im Kühlregal noch als Trockenprodukt im Regal. Da musste der Kloßteig zu Weihnachten eben selbst gemacht werden. Auch Linseneintopf scheint hier unbekannt zu sein, denn Linsen erhält man (neben der Trockenvariante) nur in Dosen mit Tomatensosse *schauder*. Erbsen mit Suppengrün gibt es gar nicht (weder hier noch jenseits der Grenze).

Peters Verzicht auf seinen geliebten Kirschsaft ist nun auch behoben, in der Schweiz findet man jede Menge Cranberry-Saft stattdessen. Bei Süßigkeiten fällt auf, dass es hier keine "Schaumküsse" gibt, jedenfalls nicht in der uns bekannten Form und Größe. Hier sind sie einzeln in bunte Alufolie verpackt, nur so groß wie die "Mini-Küsse" daheim und wahrscheinlich von ganz komischer Konsistenz. Die zu kaufen habe ich mich noch nicht getraut. Der Vergleich der Chips-Sorten (Funny vs. Zweifel) ist nicht wirklich lebenswichtig, aber die Ungarischen sind zweifellos schon ab und an ein Genuss.

Dagegen ist bemerkenswert, welche Vielzahl von Reissorten feilgeboten werden, da in der Schweiz offenbar häufig Risotto und auch Polenta gekocht werden. Gekostet habe ich letztere bisher nur einmal in der ETH-Mensa, und dort hat es an einen Mais-Kartoffelbrei erinnert. Pappsig.

Last but not least hat auch unsere Katze vom Einkaufstripp profitiert: ihre Lieblings-Katzensticks und ein bestimmtes Portionsfutter der Sorte Edelfisch konnte besorgt werden: Alle glücklich.

31. Januar 2011

Kein Geburtstagskuchen...

... aber dafür ein "Namenskuchen". Heute fand ich beim Einkauf im örtlichen Supermarkt folgenden Kuchen. Endlich etwas, worauf ich schon lange, lange gewartet hatte und zwar Gebäck mit meinem Namen: Anke-Cake.

Natürlich weiss ich, dass "das Anke" hierzulande "die Butter" ist und damit also ein gehaltvolles Lebensmittel gemeint ist, aber dennoch ist es schön, insbesondere weil Peter den Käse aus dem "Aemmital" auch gern mag.

Was nicht so schön ist, ist das manchmal komische Grinsen, wenn ich mich mit Namen vorstelle, aber das kann ja auch an etwas anderem liegen. :-)

23. Januar 2011

Schweiz Feeling

Heute haben wir unseren ersten Ausflug in die Berge gemacht und es hat sich echtes Heidi-Feeling eingestellt. Einem Tipp von Peters Arbeitskollegen Jorit folgend, haben wir uns heute vormittag Richtung Elm aufgemacht. Die Strecke war ca. 100 km von Zürich aus und wir sind nach gut 80 Minuten gemächlicher Fahrt angekommen.

Nicht im Örtchen Elm selbst, sondern bei den Sportbahnen fanden wir ausreichend Parkraum und auch gleich die Talstation für die Bergbahn zum Ämpächli. Dort nach kurzer Gondelfahrt und 460 zurückgelegten Höhenmetern (Ämpächli auf 1480 m) angekommen, entschieden wir uns für einen Winterwanderweg zur "Munggä Hüttä - was wohl soviel wie Murmeltier-Hütte bedeutet. Tapfer immer bergauf über den Hengstboden (eine Ansammlung von Holzhütten) bis zum Skilift Rietmatt (1620 m) haben wir hier nicht den Weg zur Hüttä fortgesetzt, weil man dort die doch recht stark befahrene Skipiste überqueren musste. Inklusive Rückweg haben wir eine Wanderzeit von ca. 1 1/2 Stunden gehabt. Bei der Bergstation entschieden wir uns dann für die Abfahrt über die Schlittelbahn. Das war ein Heidenspass: über eine 4 km lange und 20 Minuten dauernde Rodelpiste ging es in teilweise rasentem Tempo hinab zur Talstation. Doof war hier nur, dass einige ungestüme Jungs Peter mit ihrem Schlitten an einem Zwischenstop gegen die Haxen gefahren sind und er daher mit einem dicken blauen Fleck heimgekommen ist. Lausebengel, aber so sind sie halt.

Zufrieden mit dem Tag und unserem Unternehmen kehrten wir gegen Nachmittag wieder ins Zürcher Hauptquartier zurück. Glück hatten wir übrigens auch sehr mit dem Wetter. Vormittags hatte es strahlend blauen Himmel und bei unserer Heimfahrt war der Himmel diesig und bewölkt. In jedem Fall war es superschön und wir freuen uns auf Besuch aus Stuttgart, mit dem wir im Februar ebendiese Schlittelbahn unsicher machen werden.

Zum Teilen für alle: wunderschöne Winterimpressionen aus Elm.

13. Januar 2011

Alles Neu macht das Jahr

Jetzt sind schon 2 Wochen des neuen Jahres ins Land gegangen und es fängt an, ein gewisses Gefühl von Alltag aufzubauen. Nach der Weihnachtspause (die ETH Hönggerberg wird übrigens wie die Uni Bielefeld zwischen Weihnachten und Neujahr zur Einsparung von Heizkosten geschlossen) lässt das Feiertags- und Urlaubsgefühl merklich nach und man hat wieder eine lange Reihe von Aufgaben und Pflichten vor sich.

An 3 Tagen in der Woche bin ich berufstätig, an den anderen Tagen darf ich mich als brave Hausfrau mit Einkaufen, Putzen, Wäschewaschen und Bügeln betätigen.

Die berufliche Arbeit macht sehr viel Freude, insbesondere wo die ersten Anlaufschwierigkeiten überwunden sind. Die Arbeitsabläufe (sprich: "Workflow") an dieser Hochschule unterscheiden sich grundsätzlich nicht allzu sehr von denen in der Heimat, nur das konkrete "Wie" und der Ansprechpartner müssen erst gelernt werden. Alle sind aber außerordentlich hilfsbereit und freundlich, gerade neuen Kollegen auf den Weg zu helfen. Man jetziger Favorit ist der nette Mitarbeiter im Büromaterial-Lager, der immer ein Lächeln und freundliches Wort auf den Lippen hat. Die nächste Schulung steht schon an, es ist also so, dass man an der ETH als Mitarbeiter gut aufgenommen und eingeführt wird.

Und wenn man selbst ebenso höflich und hilfsbereit ist, ist das Ankommen gar kein Problem. Tipp an alle Sekretariats-Kolleginnen: mit Speck fängt man Mäuse und so funktioniert es auch hier exzellent, eine Schale mit Keksen auf den Besuchertresen zu stellen, um die Mitarbeiter und den Chef milde und wohl zu stimmen. :-)

24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Heute ist der 24. Dezember und in Zürich schneit es seit dem Morgen wieder. Es hat also weiße Weihnachten. Wir verbringen unser Fest hier in Zürich, auch wenn uns viele Kollegen gefragt haben, ob wir für die Feiertage nach Deutschland fahren würden. Denn unser Nest ist nun eingerichtet und es ist eine gute Gelegenheit, es jetzt so richtig anzuwärmen.

Der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind gekauft und als letzte Tat für diesen Tag bringen wir unseren Nachbarn noch eine Grußkarte und süße Kleinigkeit vorbei. Dann heißt es, Ruhe und Frieden einkehren zu lassen und sich dem Zauber dieser Tage hinzugeben.

Wir wünschen den Lesern dieses Blogs und all unseren Verwandten, Freunden und Bekannten ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2011.

Anke & Peter

20. Dezember 2010

Vorsicht Falle 2!

Dass die Schneepracht - besonders so heftig wie sie derzeit in Deutschland ist - nicht nur ihre schönen Seiten hat, haben wir am letzten Wochenende festgestellt. Am Samstag machten wir uns auf den Weg zum Weihnachtsbummel in der Innenstadt und mussten dazu nur 5 Minuten zum Bahnhof Affoltern laufen. Wir fanden wir eine Passantin, die auf dem Gehweg ausgerutscht war und aus eigener Kraft nicht wieder aufstehen konnte. Da am dem Nachmittag nur wenige weitere Fussgänger unterwegs waren und sie auch nicht direkt vor einem Haus lag, war es ein Glück, sie zu finden Wir halfen der Dame, die nach eigener Aussage fast 90 Jahre alt sei, wieder auf die Beine und brachten sie über den Hügel in der Strasse ein gutes Stück auf den Weg nach Hause.

Es freute uns, dass wir an dem Tag zur rechten Zeit am rechten Ort sein konnten und der Dame eine gute Erfahrung vermitteln konnten. Nämlich dass nicht alle Ausländer frech, unfreundlich oder nicht hilfsbereit sind.

Wie einige Schweizer darüber denken, hatte ich am selben Morgen beim Einkauf in der örtlichen Migros feststellen können: dort fragte mich ein Herr mittleren Alters, ob ich nicht dafür unterschreiben wolle, dass keine Verbrecher eingebürgert würden. Leider konnte ich nur erwidern, dass ich selbst nicht eingebürgert sei und daher keinerlei Rechte hätte, in dieser Sache schriftlich meine Meinung zu äußern. So ein Pech aber auch... :-)

15. Dezember 2010

Vorsicht Falle!

Dass hier in der Schweiz manches anders ist, stellten wir mal wieder fest, als der Vermieter kam, um die "Türfallen" auszutauschen. Sollten damit Einbrecher oder Klinkenputzer gefangen werden oder was hat man sich darunter vorzustellen? Mitnichten, es handelt sich dabei um die in Deutschland tagtäglich benutzten "Türklinken". Als Falle hätte ich höchstens den Schnapper identifiziert, aber wieso der Griff so heisst, muss ich unwissend hinnehmen.

Eine echte Falle dagegen war das Express-Porto, dass ich heute bei der Schweizer Post habe berappen (haha!) müssen, damit Peters Brille schnellstmöglich zum Optiker nach Deutschland geschickt werden konnte. Leider ist bei seiner Brille, die höchstens 3/4 Jahr alt ist, die Beschichtung auf den Kunststoffgläsern dermassen zerkratzt, dass es sich wahrscheinlich um einen Materialfehler handelt. Auf Nachfrage beim Optiker in Deutschland sollten wir die Brille einschicken, bei der dann auf Kulanz/Garantie-Basis die Gläser ersetzt bzw. repariert würden. Nun zum Schreck in der Morgenstunde: 66.00 CHF kostet der Spass, damit das Päckli dann am nächsten Tag da wäre. Die nächst-günstigere Variante würde allerdings wegen der allfälligen Weihnachtspost auch erst dann ankommen, weshalb es keine Alternative gab. Zum Glück kann mein Liebster noch mit seiner Ersatzbrille durch die Gegend tapern, aber das hätte ihm auch etwas früher einfallen können. :-)