20. März 2011

Ausflug auf's Dach der Schweiz

Heute sind wir mit Gabi (unserem sehr verehrten Gast derzeit) nach Luzern gefahren, um mit der Seilbahn den Pilatus zu erklimmen. Dieses Ausflugsziel liegt ca. 60 km von Zürich entfernt und damit nach einer Fahrtzeit von ca. 45 Minuten zu erreichen.

Auf dem Hinweg hatten wir noch einem Rittersmann bei der Besetzung einer feindlichen Burg geholfen, aber das ist eine andere Geschichte...

Gegen Mittag kamen wir in Luzern an und wurden einfach ab der Ausfahrt "Kriens" den Schildern folgend zu den Pilatus Bergbahnen geleitet. Im Gegensatz zu den letzten paar Tagen war die Wetteraussicht für den Sonntag schön und obwohl es im Tal noch relativ diesig war und eine geschlossene Wolkendecke den Himmel verbarg, waren wir frohen Mutes, beim Aufstieg auf 2132 Meter über die Wolken zu gelangen und dort in den ungehinderten Genuss der Sonne zu kommen.

Die Fahrt von Kriens nach Pilatus-Kulm ging mit der Gondelbahn (kleine Gondeln für 4 Personen) über zwei Zwischenstationen zum Gipfel. Bei der letzten Station vor dem Ziel mussten wir in eine größere Gondel (für ca. 25 Personen) umsteigen, diese wurde auch von einem Schaffner begleitet und alle 15 Minuten herauf und herunter gefahren.

Der Durchstoss der Wolken war für alle Passagiere ein Wow-Erlebnis. Fuhren wir eben noch durch eine graue Nebelsuppe, in der nichts zu erkennen war, nun strahlend blauer Himmel und endlich Blick auf verschneite, erhabene Berge. Vor Schönheit traten mir sogar die Tränen in die Augen - man wird halt sentimental im Alter.

Auf dem Pilatus gab es von der Station aus die Möglichkeit in zwei Hotel/Restaurants zu speisen und auf zwei kurzen Wanderwegen die Spitzen des Gipfels hinaufzugehen und den absoluten Panorama-Rundblick zu geniessen. Es wehte dort ein eisiger und kräftiger Wind (Temperatur: -3 Grad C), der einem dann wieder Respekt vor den dort herrschenden Naturgewalten lehrte.

Besonders schön war es, in dieser Umgebung auf einmal den Klang von Alphörnern zu vernehmen, der Soundtrack zum Ausflug. Beim Hotel Pilatus-Kulm gaben 3 Musiker die getragenen Töne dieser Holzhörner zum besten, was weit entfernt davon war, kitschig zu wirken. Nach einer Stärkung mit Heissgetränken machten wir uns gegen 15 Uhr wieder auf den Rückweg, machten aber bei der Station Fräkmüntegg kurz Halt, einmal um die Masse der mitfahrenden Personen zerstreuen zu lassen und Peter noch einmal die Gelegenheit zu geben, von der großen Gondel Bilder von unten zu machen.

Ein Ausflug, der sich gelohnt hat, da sind wir uns einig. Auch ein Besuch zur Sommerszeit lohnt sich, da in Fräkmüntegg auch die längste Sommer-Rodelbahn der Schweiz ist und es dort auch einen Seilgarten hat.

Hier nun die Impressionen: Link zu Picasa

11. März 2011

Hausberg

Letztens haben wir dem Hausberg der Zürcher einen Besuch abgestattet: dem Uetliberg. Von unserer Wohnung in Altstetten (November 2010) konnten wir den direkt vom Wohnzimmerfenster aus sehen, mit seinem Sendemast und der Aussichtsplattform. Von Affoltern aus sind wir dazu erst zum Hauptbahnhof gefahren und dann mit der Uetlibergbahn bis zur Endhaltestelle.

Von der Endstation bis zum Gipfel des Uetliberges waren es noch ein paar Minuten zu Fuss. Dafür wurde man dann mit einem grandiosen Rundumblick über Zürich und den See belohnt. Leider war es recht diesig, aber der Eindruck, hinter dem See die schneebedeckten Gipfel der Berge zu sehen ist wunderschön.

Nachdem wir uns kurz beim Hotel auf dem Gipfel gestärkt haben (nicht mit einem Gipfeli aka Croissant, sondern mit einer Bratwurst - die sich aber nicht mit einer westfälischen Rostbratwurst messen kann), entschieden wir uns für den Wanderweg nach Felseneggg (hier eine ausführliche Beschreibung). Wir haben für die Strecke etwa 2 Stunden gebraucht, bis wir dann an der Bergstation Felsenegg ankamen. Die Gondel fasst etwa 25 - 30 Personen und sie war an diesem Tag auch proppenvoll - inklusive eines nassen, müffelnden Hundes. Zum Glück war die Fahrt nicht länger als 5 Minuten, aber mit diesen vielen anderen Passanten kam einem diese Zeit wie eine Ewigkeit vor. Mit der S-Bahn ging es wieder heim mit dem Gefühl, wieder ein kleines Stück unserer derzeitigen Heimat kennengelernt zu haben. Bilder sind allfällig zu finden im Webalbum.

2. März 2011

Einkaufen in der Heimat

Am letzten Wochenende sind wir das erste Mal zum Einkaufen über die Grenze nach Deutschland gefahren. Obwohl unsere Einkaufsgelegenheit nur wenige Kilometer von Zürich entfernt ist, konnten wir hierbei erneut feststellen, dass das Warenangebot doch ganz erstaunlich verschieden ist. Der Einkauf bei einer bekannten deutschen Supermarkt-Kette fühlte sich wirklich wie Heimat an. Alles ganz vertraut.

Inzwischen habe ich mich zwar auch an das Angebot bei Migros und coop gewöhnt, allerdings sind gewisse Dinge einfach nicht im Sortiment: Kartoffelklöße gibt es nicht, weder als Fertigteig im Kühlregal noch als Trockenprodukt im Regal. Da musste der Kloßteig zu Weihnachten eben selbst gemacht werden. Auch Linseneintopf scheint hier unbekannt zu sein, denn Linsen erhält man (neben der Trockenvariante) nur in Dosen mit Tomatensosse *schauder*. Erbsen mit Suppengrün gibt es gar nicht (weder hier noch jenseits der Grenze).

Peters Verzicht auf seinen geliebten Kirschsaft ist nun auch behoben, in der Schweiz findet man jede Menge Cranberry-Saft stattdessen. Bei Süßigkeiten fällt auf, dass es hier keine "Schaumküsse" gibt, jedenfalls nicht in der uns bekannten Form und Größe. Hier sind sie einzeln in bunte Alufolie verpackt, nur so groß wie die "Mini-Küsse" daheim und wahrscheinlich von ganz komischer Konsistenz. Die zu kaufen habe ich mich noch nicht getraut. Der Vergleich der Chips-Sorten (Funny vs. Zweifel) ist nicht wirklich lebenswichtig, aber die Ungarischen sind zweifellos schon ab und an ein Genuss.

Dagegen ist bemerkenswert, welche Vielzahl von Reissorten feilgeboten werden, da in der Schweiz offenbar häufig Risotto und auch Polenta gekocht werden. Gekostet habe ich letztere bisher nur einmal in der ETH-Mensa, und dort hat es an einen Mais-Kartoffelbrei erinnert. Pappsig.

Last but not least hat auch unsere Katze vom Einkaufstripp profitiert: ihre Lieblings-Katzensticks und ein bestimmtes Portionsfutter der Sorte Edelfisch konnte besorgt werden: Alle glücklich.

31. Januar 2011

Kein Geburtstagskuchen...

... aber dafür ein "Namenskuchen". Heute fand ich beim Einkauf im örtlichen Supermarkt folgenden Kuchen. Endlich etwas, worauf ich schon lange, lange gewartet hatte und zwar Gebäck mit meinem Namen: Anke-Cake.

Natürlich weiss ich, dass "das Anke" hierzulande "die Butter" ist und damit also ein gehaltvolles Lebensmittel gemeint ist, aber dennoch ist es schön, insbesondere weil Peter den Käse aus dem "Aemmital" auch gern mag.

Was nicht so schön ist, ist das manchmal komische Grinsen, wenn ich mich mit Namen vorstelle, aber das kann ja auch an etwas anderem liegen. :-)

23. Januar 2011

Schweiz Feeling

Heute haben wir unseren ersten Ausflug in die Berge gemacht und es hat sich echtes Heidi-Feeling eingestellt. Einem Tipp von Peters Arbeitskollegen Jorit folgend, haben wir uns heute vormittag Richtung Elm aufgemacht. Die Strecke war ca. 100 km von Zürich aus und wir sind nach gut 80 Minuten gemächlicher Fahrt angekommen.

Nicht im Örtchen Elm selbst, sondern bei den Sportbahnen fanden wir ausreichend Parkraum und auch gleich die Talstation für die Bergbahn zum Ämpächli. Dort nach kurzer Gondelfahrt und 460 zurückgelegten Höhenmetern (Ämpächli auf 1480 m) angekommen, entschieden wir uns für einen Winterwanderweg zur "Munggä Hüttä - was wohl soviel wie Murmeltier-Hütte bedeutet. Tapfer immer bergauf über den Hengstboden (eine Ansammlung von Holzhütten) bis zum Skilift Rietmatt (1620 m) haben wir hier nicht den Weg zur Hüttä fortgesetzt, weil man dort die doch recht stark befahrene Skipiste überqueren musste. Inklusive Rückweg haben wir eine Wanderzeit von ca. 1 1/2 Stunden gehabt. Bei der Bergstation entschieden wir uns dann für die Abfahrt über die Schlittelbahn. Das war ein Heidenspass: über eine 4 km lange und 20 Minuten dauernde Rodelpiste ging es in teilweise rasentem Tempo hinab zur Talstation. Doof war hier nur, dass einige ungestüme Jungs Peter mit ihrem Schlitten an einem Zwischenstop gegen die Haxen gefahren sind und er daher mit einem dicken blauen Fleck heimgekommen ist. Lausebengel, aber so sind sie halt.

Zufrieden mit dem Tag und unserem Unternehmen kehrten wir gegen Nachmittag wieder ins Zürcher Hauptquartier zurück. Glück hatten wir übrigens auch sehr mit dem Wetter. Vormittags hatte es strahlend blauen Himmel und bei unserer Heimfahrt war der Himmel diesig und bewölkt. In jedem Fall war es superschön und wir freuen uns auf Besuch aus Stuttgart, mit dem wir im Februar ebendiese Schlittelbahn unsicher machen werden.

Zum Teilen für alle: wunderschöne Winterimpressionen aus Elm.

13. Januar 2011

Alles Neu macht das Jahr

Jetzt sind schon 2 Wochen des neuen Jahres ins Land gegangen und es fängt an, ein gewisses Gefühl von Alltag aufzubauen. Nach der Weihnachtspause (die ETH Hönggerberg wird übrigens wie die Uni Bielefeld zwischen Weihnachten und Neujahr zur Einsparung von Heizkosten geschlossen) lässt das Feiertags- und Urlaubsgefühl merklich nach und man hat wieder eine lange Reihe von Aufgaben und Pflichten vor sich.

An 3 Tagen in der Woche bin ich berufstätig, an den anderen Tagen darf ich mich als brave Hausfrau mit Einkaufen, Putzen, Wäschewaschen und Bügeln betätigen.

Die berufliche Arbeit macht sehr viel Freude, insbesondere wo die ersten Anlaufschwierigkeiten überwunden sind. Die Arbeitsabläufe (sprich: "Workflow") an dieser Hochschule unterscheiden sich grundsätzlich nicht allzu sehr von denen in der Heimat, nur das konkrete "Wie" und der Ansprechpartner müssen erst gelernt werden. Alle sind aber außerordentlich hilfsbereit und freundlich, gerade neuen Kollegen auf den Weg zu helfen. Man jetziger Favorit ist der nette Mitarbeiter im Büromaterial-Lager, der immer ein Lächeln und freundliches Wort auf den Lippen hat. Die nächste Schulung steht schon an, es ist also so, dass man an der ETH als Mitarbeiter gut aufgenommen und eingeführt wird.

Und wenn man selbst ebenso höflich und hilfsbereit ist, ist das Ankommen gar kein Problem. Tipp an alle Sekretariats-Kolleginnen: mit Speck fängt man Mäuse und so funktioniert es auch hier exzellent, eine Schale mit Keksen auf den Besuchertresen zu stellen, um die Mitarbeiter und den Chef milde und wohl zu stimmen. :-)

24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Heute ist der 24. Dezember und in Zürich schneit es seit dem Morgen wieder. Es hat also weiße Weihnachten. Wir verbringen unser Fest hier in Zürich, auch wenn uns viele Kollegen gefragt haben, ob wir für die Feiertage nach Deutschland fahren würden. Denn unser Nest ist nun eingerichtet und es ist eine gute Gelegenheit, es jetzt so richtig anzuwärmen.

Der Baum ist geschmückt, die Geschenke sind gekauft und als letzte Tat für diesen Tag bringen wir unseren Nachbarn noch eine Grußkarte und süße Kleinigkeit vorbei. Dann heißt es, Ruhe und Frieden einkehren zu lassen und sich dem Zauber dieser Tage hinzugeben.

Wir wünschen den Lesern dieses Blogs und all unseren Verwandten, Freunden und Bekannten ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2011.

Anke & Peter

20. Dezember 2010

Vorsicht Falle 2!

Dass die Schneepracht - besonders so heftig wie sie derzeit in Deutschland ist - nicht nur ihre schönen Seiten hat, haben wir am letzten Wochenende festgestellt. Am Samstag machten wir uns auf den Weg zum Weihnachtsbummel in der Innenstadt und mussten dazu nur 5 Minuten zum Bahnhof Affoltern laufen. Wir fanden wir eine Passantin, die auf dem Gehweg ausgerutscht war und aus eigener Kraft nicht wieder aufstehen konnte. Da am dem Nachmittag nur wenige weitere Fussgänger unterwegs waren und sie auch nicht direkt vor einem Haus lag, war es ein Glück, sie zu finden Wir halfen der Dame, die nach eigener Aussage fast 90 Jahre alt sei, wieder auf die Beine und brachten sie über den Hügel in der Strasse ein gutes Stück auf den Weg nach Hause.

Es freute uns, dass wir an dem Tag zur rechten Zeit am rechten Ort sein konnten und der Dame eine gute Erfahrung vermitteln konnten. Nämlich dass nicht alle Ausländer frech, unfreundlich oder nicht hilfsbereit sind.

Wie einige Schweizer darüber denken, hatte ich am selben Morgen beim Einkauf in der örtlichen Migros feststellen können: dort fragte mich ein Herr mittleren Alters, ob ich nicht dafür unterschreiben wolle, dass keine Verbrecher eingebürgert würden. Leider konnte ich nur erwidern, dass ich selbst nicht eingebürgert sei und daher keinerlei Rechte hätte, in dieser Sache schriftlich meine Meinung zu äußern. So ein Pech aber auch... :-)

15. Dezember 2010

Vorsicht Falle!

Dass hier in der Schweiz manches anders ist, stellten wir mal wieder fest, als der Vermieter kam, um die "Türfallen" auszutauschen. Sollten damit Einbrecher oder Klinkenputzer gefangen werden oder was hat man sich darunter vorzustellen? Mitnichten, es handelt sich dabei um die in Deutschland tagtäglich benutzten "Türklinken". Als Falle hätte ich höchstens den Schnapper identifiziert, aber wieso der Griff so heisst, muss ich unwissend hinnehmen.

Eine echte Falle dagegen war das Express-Porto, dass ich heute bei der Schweizer Post habe berappen (haha!) müssen, damit Peters Brille schnellstmöglich zum Optiker nach Deutschland geschickt werden konnte. Leider ist bei seiner Brille, die höchstens 3/4 Jahr alt ist, die Beschichtung auf den Kunststoffgläsern dermassen zerkratzt, dass es sich wahrscheinlich um einen Materialfehler handelt. Auf Nachfrage beim Optiker in Deutschland sollten wir die Brille einschicken, bei der dann auf Kulanz/Garantie-Basis die Gläser ersetzt bzw. repariert würden. Nun zum Schreck in der Morgenstunde: 66.00 CHF kostet der Spass, damit das Päckli dann am nächsten Tag da wäre. Die nächst-günstigere Variante würde allerdings wegen der allfälligen Weihnachtspost auch erst dann ankommen, weshalb es keine Alternative gab. Zum Glück kann mein Liebster noch mit seiner Ersatzbrille durch die Gegend tapern, aber das hätte ihm auch etwas früher einfallen können. :-)

8. Dezember 2010

Nähere Umgebung

Am letzten Wochenende haben wir endlich das schöne Wetter genutzt, mal die nähere Umgebung unserer Wohnung zu erkunden und die nahegelegenen Katzenseen (Chatzensee, oberer und unterer) anzuschauen. Bei Sonnenschein und Schnee wirkte alles schön idyllisch und sauber. Die Seen können im Sommer auch zum Baden genutzt werden und darauf freuen wir uns schon jetzt. Hier unsere Bilder dazu.

2. Dezember 2010

Kurztripp in die Heimat

Morgen ist an der Technischen Fakultät die alljährliche Absolventenfeier. Aufgrund eines Husarenstreichs des derzeitigen Dekans, habe ich das ausserordentliche Vergnügen, den Gastvortrag zu halten und springe dafür heute nachmittag in den Flieger gen Heimat. Schön, nochmal in diesem Jahr das "alte Wirkungsfeld" zu sehen.

Fotos werden wie üblich einige Tage später über die TechFak-Homepage (Alumni/Absolventenfeiern) eingestellt, ich hoffe auf gute Schnappschüsse. :-)

26. November 2010

Unglaubliches

Man sagt den Schweizerischen Verkehrsbetrieben nach, sie seien sehr pünktlich. Darauf vertrauend wollte ich heute noch kurz vor Ende der Öffnungszeiten im Kreisbüro 11 vorstellig werden, um unseren neuen Wohnsitz anzumelden. Eine kurze Anfrage per Email hat die Information ergeben, dass ich für uns beide die Ummeldung machen kann und Peter gar nicht dabei sein muss. Im Gegensatz zur Erstanmeldung in der Schweiz (wo dann auch der Ausländerausweis beantragt wird) also recht unproblematisch.

Zurück zum Thema: ich wollte den Bus 62 bis zum Bahnhof Oerlikon nehmen, wo das Kreisbüro 11 ist. Die Abfahrt war für 15.44 angezeigt und wegen der geringen Entfernung konnte ich ein Ticket für Kurzstrecke lösen, das 30 Minuten Gültigkeit hat. Leider kam aber gar kein Bus, sondern ich (und die anderen wartenden Personen) musste auf den nächsten warten, der dann wieder pünktlich um 15.51 erschien. Wie in der Mercedes-Werbung kam ich mir vor ("Zu spät? Mit dem ZVV?!" *Ohrfeige abkrieg*)... Meine kühne Hoffnung, den Zeitgewinn durch die sehr rasche Ummeldung (in gut 5 Minuten war ich schon wieder draussen, großes Lob!) für die Rückfahrt innerhalb der Geltungszeit zu nutzen, schmolz dahin wie eine Schneeflocke auf meiner Nasenspitze. Monetär ausgedrückt hat mich die Verspätung bzw. der ausgefallene Bus 2.50 CHF gekostet!

Was IMO noch verbesserungswürdig ist: öffentliche Gebäude oder Diensstellen sind oftmals nicht sonderlich prominent ausgeschildert. Die Beschreibung, das Kreisbüro 11 sei "vis à vis Bahnhof Oerlikon" hätte man leichter mit "zwischen coop und Chinesischem Take-Away" angeben können.

25. November 2010

Working in Switzerland, Part 2

So, nun habe auch ich einen Job unter Dach und Fach und darf ab dem 1. Dezember an der ETH Hönggerberg meine Dienste anbieten. Von unserem Wohnzimmer aus kann ich die ETH-Gebäude sogar sehen und lt. maps.google sind es nur 1,8 km zu Fuss. Mit dem Bus bin ich aber in knapp 10 Minuten da, was angesichts der Bergwertung dann mein bevorzugter Mode of Transportation sein wird. Ich freue mich sehr auf meine neuen Kollegen und den Arbeitsbeginn!

Den Umzug (Montag und Dienstag) haben wir jetzt auch hinter uns und ich bin froh, dass ich sowas nicht ständig machen muss. a) hatte ich bislang keinerlei Umzugserfahrung (ausser bei Verwandten und Bekannten mal mitzuhelfen) und b) haben wir doch ziemlich viel Kram, den ich nicht so bald wieder bewegt sehen möchte. Unsere Katze hat den Umzug relativ gut verkraftet, aber sie ist nicht gewohnt, so lange im Auto gefahren zu werden und dann in einer ganz neuen Umgebung zu landen. Heute habe ich sie im niedlich roten Katzengeschirr das erste Mal kurz mit nach draussen in den Garten genommen - das wird schon.

15. November 2010

Blog-Layout

Ich erhielt heute von einer mir über alles geschätzten Person den Hinweis, sie könne die helle Schrift vor dem dunklen Hintergrund nicht so gut lesen. Da mir Freude und entspannte Augen meiner Leser und Leserinnen viel lieber sind als ke3l zu sein, habe ich das Layout ein bisschen angepasst. Und damit man noch was lernen kann, ein Link zu Bokardo.

1000 Bussis in die Heimat!

14. November 2010

FIGUGEGL

Gestern wurden wir zu unserem ersten Schweizer Käsefondue eingeladen, hurra! Ein sehr lieber ehemaliger Arbeitskollege von Peter hat uns zu sich nach Wädenswil (liegt etwas südlich von Zürich direkt am See) gebeten. Ganz, ganz lieben Dank, Uwe.
(FIGUGEGL = Fondü Isch Guet Und Giit Ä Gueti Luunä).

Wir sind die etwa 25 km mit dem Auto gefahren, was für einen von uns maximal ein bis zwei Glas Wein bedeutete, denn in der Schweiz gilt die 0,5 Promillegrenze, und wird möchten uns ja nicht gleich eine Busse einfangen.

Um 18 Uhr sollten wir schon da sein und haben neben Gastgeber Uwe noch 3 weitere Gäste kennengelernt, Eduard und Heinz und Sylvia.

Ich durfte nach Ankunft gleich bei Uwe in der Küche helfen und fleissig Käse rühren (immer schön in 8en und mit einem Kochlöffel - Schneebesen sind tabu, sie machen die Käsemasse grisselig). Die Käsemischung aus Greyezer, Emmentaler und Appenzeller wurde mit Muskat und Pfeffer sowie 4 dl (hier in der Schweiz wird in 100 ml = 1 dl gerechnet) Wasser, Wein und Maisstärke verrührt und einmal zum Aufkochen gebracht. Hernach kamen die Caquelons auf einen Rechaud zum heiss/kochend halten. Ein Schuss Kirschwasser gehört auch noch hinein, aber erst bei Tisch, damit alle sich von der Richtigkeit überzeugen konnten.

Mein Brot ist leider kein einziges mal in den Käse gefallen, also habe ich weder Stock- noch Peitschenhiebe bekommen und auch mit einem Gewicht an den Füssen wurde ich nicht in den See geworfen. So ein Glück aber auch. :-)
Oder: so ein Unglück aber auch, weil Heinz uns darüber aufklärte, dass ein verlorenes Stück Brot bedeutet, dass man seinen Tischnachbarn küssen müsste. Je nach Geschlecht des Verlierers würde dann kurzfristig über die Küssrichtung, ob linker oder rechter Nachbar entschieden. Ich hätte in jedem Fall also Vergnügen gehabt, denn rechts sass Peter und links der Heinz.

Heinz und Sylvia sind Schweizer Landsleute, wobei Heinz der einzige 100%ig Schweizer ist, da Sylvia wegen ihres Geburtsorts in Nordirland zusätzlich einen britischen Pass besitzt. Die beiden sind ganz herzige und offene Menschen, die uns sofort sympatisch waren.

Es war ein absolutes Vergnügen, diesen originellen und irren Abend in dieser Gesellschaft zu verbringen. Die Stimmung war ausgezeichnet und der Höhepunkt war, als Uwe über den 40. Geburtstag von Sylvia berichtete und bewies, dass er Teil der musikalischen Überraschung zu ihrer Feier war: er spielte (als Autodidakt!) eine riesige Tuba mit Namen "Elise". Die damals aufgenommene CD mit verschiedensten Liedern (Glenn Miller, Ghostbusters, Blues Brothers...) begleitete er auf dem Sofa sitzend mit prall geblähten Wangen! :-)

Zum Abschied hat uns Heinz noch nach unten begleitet. Er ist der Vermieter von Uwe und besitzt ein riesiges Fachwerkhaus mit 3 oder 4 Stockwerken (so ganz hat sich mir das nicht in der Dunkelheit erschlossen). Mit verständlichem Besitzerstolz hat er uns angeboten, uns auch seinen Wohnbereich (Wohnbereich? Das ist untertrieben! Dieses Haus ist ein Gebäude mit der tollsten und genialsten Einrichtung) gezeigt. Wir fühlen uns geadelt dadurch, dass ein Schweizer uns Zutritt zu seinem Reich gewährt hat (was angeblich erst nach langer Zeit oder meistens auch nie geschieht). Merci vielmals!

Wir hoffen, dass dieser Abend noch viele Fortsetzungen (ob bei Uwe/Heinz oder uns) erleben wird. Ich (und Peter wohl auch) sind nun höchst optimistisch, was ein gutes Auskommen und wunderbare Begegnungen mit den Schweizern angeht.

Und zum Schluss noch die Fotos, die uns diesen urigen Abend in prima Erinnerung erhalten helfen.

11. November 2010

Impressionen Sihlfeld

Wie schon in einem vorigen Artikel erwähnt, haben wir noch eine sehr ruhige Nachbarschaft, nämlich den Friedhof Sihlfeld. Bei einem gestrigen Spaziergang hatte ich das Vergnügen, ein fast schwarzes Eichhörnchen zu beobachten und habe auch mehrere Eichelhäher in den Bäumen gesehn. Natürlich hatte ich da keinen Fotoapparat dabei. In der Hoffnung, heute meinen pelzigen Kumpel nochmal antreffen zu können, habe ich ein paar Eindrücke vom Nachbargrundstück gesammelt (einfach auf's Bild klicken). Leider habe ich heute keine tierischen Motive vor die Linse bekommen, aber ich versuch's weiter.

9. November 2010

Achtung, Polizei!

Heute morgen hatte ich meinen ersten Kontatkt mit der Schweizer Polizei. Nein, ich habe niemanden im Affekt getötet oder falsch parkiert, es hat aber mit letzterem zu tun. Für unseren Umzug bietet die Zürcher Verwaltung einen entsprechenden Service an die Halteverbotszone (blaue Zone) für die Dauer des Ausladens zu reservieren, aber wer? Da ich mich darum selbst kümmern wollte, bekam ich von der Spediton den Hinweis, dass üblicherweise das Strassenverkehrsamt dafür zuständig wäre. Eine kurze Anfrage kam mit der Antwort zurück, dass für Strassensperrungen das Tiefbauamt verantwortlich sei. Eine Nachfrage dort verwies mich dann die Stadtpolizei (also hier ein kompetenter Mensch), auf deren Webseite ich dann auch fündig und auch kundig wurde.

Mein Anruf dort heute morgen brachte mich recht ins Schwitzen, weil dort ein echter Schweizer sass und sprach und ich nur gut die Hälfte verstand. Wir verblieben dann so, dass ich bei der "Quartierwache Affoltern" vorbei kommen solle und die Gebühren für die Aufstellung dann bar bezahle. Es fiel der magische Satz "Ist das gut so?", mit dem ein jeder Schweizer sich angeblich der Zustimmung seines Gesprächspartners versichert. :-)

Gesagt getan, ich hatte noch ausreichend Barschaft bei mir und fuhr dann gleich dort hin, etwa 1 Stunde nach dem Telefonat. In der kleinen Wache traf ich dann auf 2 lustige Schweizer Polizisten, der Herr mit dem ich telefonierte (sah ungefähr aus wie der Schauspieler Joe Bausch) konnte sich noch an meinen Namen erinnern (eine wichtige Schweizerische Disziplin, immer gut Namen merken und auch benutzen, das gibt Anstandspunkte!). Die beiden Herren fanden es offenbar höchst amüsant, dass ich so schnell in persona aufgetaucht bin, aber was soll's. Freundlich lächeln brachte mein Anliegen dann zum Erfolg. Zum Ausgleich fand ich sehr spassig, dass jede Nachfrage mit einem Emil-typischen "HÄH?" beendet wurde, hab mir aber nix anmerken lassen. :-)

5. November 2010

Working in Switzerland

Heute hat Peter seine erste Arbeitswoche hinter sich (er freut sich schon sehr auf sein erstes richtiges Wochenende mit Ausschlafen und endgültigem Auskurieren des Hustens) und auch ich habe wieder 2 Bewerbungen für eine Einstellung an der ETH rausgeschickt. Drückt mir die Daumen, dass es eins davon wird.

Sicher wird das eine spannende Sache, dann wieder im Berufsleben zu stecken und so zwangsläufig engen Kontakt mit den dortigen Kollegen und Chef zu haben. Das ist richtiger Alltag und die Chance, die Gepflogenheiten und Eigenarten hautnah zu erleben (ich hoffe, dass ich nicht am Ende der ersten Woche heulend im Bett liegen werde und mich weigere, da wieder hinzugehen). :-)

2. November 2010

Shopping in Switzerland

Heute habe ich meine erste Einkaufstour unternommen, die über die Beschaffung von Milch und Brot aus dem nächstgelegenen Laden hinausging. In der Nähe der Wohnung gibt es ein Einkaufscenter namens "Letzipark", in dem sich über 60 Geschäfte befinden und daher alles weitere beschafft werden konnte. Die Supermärkte namens Coop und Migros unterscheiden sich zwar nicht wesentlich von ihren deutschen Vettern, allerdings bin ich bisher noch nie mit einer so verwirrenden Vielfalt von Grundnahrungsmiteln (Joghurt, Käse, Backwaren, Mehl) konfrontiert worden. Die Fettstufen bei Joghurt und Milch (in D 3,5% für Joghurt/Milch bzw. fettreduziert 1,5%) sind hier in CH bei 3,8% oder 4% bzw. fettreduziert 2,5%. Man lebt also schmackiger.

Anders ist auch das Bettenmaß. In unserer möblierten Übergangs-Wohnung befindet sich ein niedliches Bett mit etwa 140 x 200 cm Ausmaßen. Darauf als Garnitur eine(!) Bettdecke mit 160 x 200 cm Größe, was dem Standard hier in CH entspricht (diese Info erhielt ich in einem Matratzengeschäft, in dem ich eine zusätzliche Bettdecke kaufen wollte). Der gemeine Deutschschweizer liebt es also entweder luxuriös oder kuschelig. Unser nächtliches Deckenproblem muss also noch anders gelöst werden.

Ausserdem: seit heute morgen gelte ich als Zürcher Einwohner und habe damit die Bevölkerungs-Statistik um eins hochgetrieben. :-)

1. November 2010

Life in Switzerland

Es ist geschafft, wir sind den ersten Tag in der Schweiz!

Peter ist heute morgen bereits im Kreisbüro gewesen und hat sich ordnungsgemäß angemeldet und ist dann gleich zur Arbeit gefahren. Ich habe seit 11 Uhr unsere möblierte Wohnung bezogen und soweit mit unserem Krempel eingerichtet. Die Anreise gestern verlief extrem reibungslos, in nur 6 1/2 Stunden sind wir von Spenge nach Zürich gefahren und nun nimmt das Abenteuer seinen praktischen Verlauf.

Solange Peter unser Schweiz-Blog noch nicht ans Laufen gebracht hat (ja ja, Informatiker müssen ja alles selbst schrauben) darf ich hier die Berichterstattung aufrecht erhalten und möchte für die letzten 2 Wochen rapportieren:

  1. Mein Ausstand in der TechFak am 13.10. war superschön, ich danke hiermit nochmal allen, die sich die Zeit genommen haben und meiner Einladung zu einem Abschiedstrunk gefolgt sind. Erst wenn man etwas verlässt, spürt man in aller Klarheit, wie selbstverständlich das bisherige Umfeld und die Menschen darin genommen werden. Ich bin sehr dankbar für die Wertschätzung, die ich nun deutlich empfinde. Merci vielmals!
  2. Die Wohungssuche am 14. und 15.10. war ein spannender Einstieg für Zürich. Wir hatten uns über das Internet bereits 10 Wohnungen ausgesucht, die wir dank Peters guter Zeit- und Terminplanung entspannt aber dennoch effektiv in Augenschein nehmen konnten. Wir haben sehr interessante Menschen getroffen (gleich den ersten Verwalter, Herrn W. fanden wir ausserordentlich sympatisch, obwohl wir uns nicht für die angebotene Wohnung entschieden hatten und ein Schlitzohr mit schwäbischen Wurzeln wollte uns gleich zu einer Vertragsunterschrift drängen), verschiedenste Wohnungstypen (die teuerste Wohnung war auch die schäbigste) kennengelernt und hatten letztlich zwischen drei Top-Wohnungen zu wählen. Ein klarer Favorit stand für uns übereinstimmend fest, die Plätze 2 und 3 hatten jeweils kleinere Vor- und Nachteile, die die Entscheidung wirklich schwer gemacht hätten. Da uns auch hier Fortuna wohlgesonnen war, meldet sich am darauf folgenden Montag bereits der Vermieter und verkündete: "Bevor wir lange weitersuchen, haben wir uns für die Weinbergers entschieden". Hurra, wir haben die schönste und tollste Wohnung mit viel viel Platz und einer schönen Lage! Die Berichte eines Arbeitskollegen von Peter, dass es schwierig wäre, eine Bleibe zu finden, haben sich für uns nicht bewahrheitet. :-)
  3. Der Umzugstermin ist dank Erledigung aller administrativer Schritte nun für den 22. und 23.11. vorgesehen und 80% unseres Hab und Guts sind bereits in Umzugskisten verstaut oder in transportable Möbelstücke verwandelt worden. Es blieb uns noch die Entscheidung, ob unser Büsi (die Chatz) bereits zum 1.11. mitkommen soll, aber angesichts des guten Umzugstermins und der Grosszügigkeit von Peters Arbeitsgeber bleibt sie noch in Obhut meiner lieben Frau Mutter. Einmal zügeln und sich an eine neue Umgebung gewöhnen soll für das Tierchen ausreichend sein.
So sitze ich hier nun und fühle mich (klar, muss daran liegen, dass Internet vorhanden ist und auf mein geliebte MacBook eintippe) zum ersten Mal seither richtig entspannt. Als Verschärfung der letzten 14 Tage kam dazu, dass ich mir nach der Wohnungsbeschau eine dicke Erkältung zugelegt habe (und diese während unseres Kurztripps nach Wien auch nicht wirklich auskurieren konnte) und mich kein Husten oder Schweißanfall (Schweizanfall wäre auch passend) plagt. Wenn Peter seinen ersten Arbeitstag mit den neuen Spielkameraden hinter sich hat, erkunden wir noch die nähere Umgebung (unserer Wohnung gegenüber liegt der Friedhof Sihlfeld, eine ruhige Nachbarschaft also) und berichten dann morgen wieder.